Saudi-Arabien verhängt Haushaltssperre

FMW-Redaktion

Saudi-Arabien hat nach Angaben von Insidern eine Art Haushaltssperre verhängt – als Reaktion auf die sich verschlechternde Haushaltslage des Landes im Gefolge des gefallenen Ölpreises. Demnach hat das Finanzministerium die Provinzen des Landes angewiesen, im veriten Quartal keine neue Projekte mehr zu gemehmigen. Ausserdem dürfen keine neuen Autos oder Einrichtungsgegenstände für Behörden mehr gekauft werden. Auch neue Immobilienprojekte dürfen nicht mehr genehmigt werden.

Die Öleinnahmen machen 90% der Haushaltseinnahmen Saudi-Arabiens aus. Zwar hat das Land nur eine Staatsverschuldung von 2% zum BIP (und damit eine der niedrigsten Werte weltweit), doch sind die Fremdwährungsreserven des Landes seit sieben Monaten in Folge rückläufig und auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren gefallen.

Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum und der größte Ölproduzent in der OPEC. Daher trifft der starke Fall der Ölpreise das Land besonders hart. Zwar dürfte das BIP-Wachstum in 2015 ein Plus von 3% erreichen (2014 noch 3,6%), doch dürfte nach Schätzung des IWF das Haushaltsdefizit in diesem Jahr 20% erreichen (dagegen wäre Griechenland ein „Musterknabe“).

Die Budget-Kürzungen werden notwendig, weil der im Jemen gegen den Iran geführte Stellvertreter-Krieg Milliardensummen verschlingt, während gleichzeitig die Öl-Einnahmen des Landes wegbrechen. Mit dem Eingreifen im Jemen versucht Saudi-Arabien den für den Export seines Öls nach Asien extrem wichtigen Golf von Aden von der Kontrolle durch die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen abzuhalten – und gleichzeitig den Einfluß des Iran einzudämmen.


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