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Aktien

Saudi Aramco: MEGA-Börsengang ist für SIE als Anleger völlig uninteressant!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Saudi Aramco steht für die gesamte saudische Ölförderung. Der Konzern war bis jetzt zu 100% in Staatsbesitz, also in Besitz der Herrscherfamilie des Landes. Demokratische Kontrolle Fehlanzeige. Transparenz bislang Fehlanzeige. Aber was soll´s? Nun der Börsengang von Saudi-Aramco. Sogar die Tagesschau berichtete gestern Abend in der 20 Uhr-Ausgabe darüber. Durch den Börsengang wird man mit einem Wert von gut 1,9 Billionen Dollar zum wertvollsten Unternehmen der Welt, noch weit vor Apple (1,2 Bio), Google, Exxon etc. Bei SPON lautete die Schlagzeile gestern „Aktien von Saudi Aramco legen direkt um zehn Prozent zu“. Die Nachfrage nach Aktien des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco sei gewaltig. Zum Start an der Börse wurden die Aktien von Saudi-Aramco gleich deutlich über dem Ausgabepreis gehandelt. Und so könnte man es fortsetzen – die Presselandschaft berichtet überschwänglich von diesem MEGA-Börsengang des jetzt mit Abstand größten börsennotierten Unternehmens der Welt. Doch was hat der Anleger davon, was haben Sie davon?

Saudi-Aramco Aktie de facto eine Inlands-Story

Nur 1,5% der Anteile von Saudi Aramco wurden an Investoren verkauft. Der Ölproduzent ist extrem profitabel, weil die gesamten Förderkosten in der saudischen Wüste bei wohl unter 10 Dollar pro Barrel liegen. Da kann kein westlicher Ölkonzern mithalten! Also, doch eigentlich ein super tolles und interessantes Investment? Was soll da schief gehen? Tja, das Problem ist nur: Die Herrscherfamilie hätte zum Beispiel in Hongkong, London oder New York an die Börse gehen können. Aber die Aktien wurden nur über die heimische Börse in Riad verkauft. Institutionelle Investoren erhielten nur den Zuschlag, wenn sie als sogenannte „qualifizierte institutionelle Investoren“ angesehen werden. Privatkunden konnten überhaupt nur die Chance auf eine Zuteilung erhalten, wenn sie Bankkonto und Börsendepot in Saudi-Arabien vorweisen können. Tja, und die Aktie selbst wird ja auch nur in Saudi-Arabien an der Börse gehandelt in der heimischen Währung.

Hat der deutsche Anleger da Lust drauf? Währungsrisiko, dann noch in Saudi-Arabien erstmal Konto und Depot eröffnen. Wer tut sich den Aufwand schon an? Außerdem bleibt das Risiko der Intransparenz und möglicher fehlender Rechtssicherheit. Was, wenn sich die Politik des Landes (also bei der Herrscherfamilie) ändert? Was, wenn es einen politischen Umsturz oder einen Krieg auf der arabischen Halbinsel gibt? Wie sicher sind dann die Anlegergelder? Und dass Aramco selbst auch anfällig ist, zeigten dieses Jahr die Angriffe auf Raffinerien. Und wie klar ist die Datenbasis von Saudi-Aramco? Vorhandene Daten zum Unternehmen verdankt die Weltöffentlichkeit nicht dem Börsengang.

Ein wenig Transparenz, aber nicht wegen dem Börsengang

Richtig transparent hätte Saudi Aramco sich zeigen müssen bei einem Börsengang zum Beispiel in den USA. Aber das vermied man komischerweise. Offiziell geht es darum die Gelder und Aktien quasi zuhause zu behalten, bei heimischen Privatanlegern. Aus Patriotismus. Sozusagen die saudische Variante der T-Aktie? Scherz bei Seite. Vorhandene Daten des Unternehmens hat der Kapitalmarkt eigentlich nur deswegen, weil Aramco im Frühjahr am globalen Kapitalmarkt Anleihen für 12 Milliarden Dollar verkaufte, und hierfür Geschäftszahlen publizieren musste. Mit dem Börsengang der Aktien hat das nichts zu tun.

Saudi Aramco muss in Bezug auf sein Aktien-Listing keine international anerkannten Börsenregeln beachten. Bei so einem geringen Anteil an verkauften Aktien bleibt die ganze Nummer weiterhin eine Art geschlossene Veranstaltung innerhalb Saudi-Arabiens. Für den europäischen oder amerikanischen Aktienanleger, der sich vielleicht schon Gedanken über tolle Dividendenrenditen und Kurssteigerungen gemacht hatte, bleibt diese Aktie völlig uninteressant, da der tatsächliche Zugang de facto nicht vorhanden ist.

Saudi-Aramco Börsengang - Skyline von Riad
Blick auf die Skyline der saudischen Hauptstadt Riad. Foto: B.alotaby CC BY-SA 4.0

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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BioNTech: Das plant das Unternehmen wirklich – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktien der Impftstoff-Entwickler wie BioNTech, Curevac oder Moderna gehen derzeit durch die Decke. Die Story ist auch zu gut und für jeden offensichtlich. Denn wir alle wissen, in den kommenden Monaten und Jahren müssen große Teile der Weltbevölkerung gegen das Covid-Virus geimpft werden, wenn die Menschheit die Pandemie tatsächlich besiegen will. Marktbeobachter sehen teilweise ein Marktpotenzial für die führenden Impfstoffe, so sie denn flächendeckend eingesetzt werden, von bis zu 100 Milliarden USD. Wahnsinn, oder?

Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen. Ich behaupte die Impf-Party ist weitgehend gefeiert, die Story ist in den Aktien der BioNTech und Moderna weitgehend eingepreist.

Noch ein Problem dieser Covid-Geschäftsmodelle: Wenn die Vakzine tatsächlich so funktionieren, wie es derzeit den Anschein hat, machen sich diese Unternehmen am Markt ziemlich rasch überflüssig, zumindest zunächst. Denn BioNTech und Co. haben kein Produkt mehr, wenn das Virus nach Erreichung einer relativen Herdenimmunität gehen wird. Weitsichtige Börsianer fürchten diesen Effekt jetzt schon und rechnen mit massiven Kursrückgängen.

Ist die Euphorie rund um die Impfstoff-Entwickler also übertrieben? Droht hier nächstens ein böser Rückschlag?

Die Frage ist unvollständig gestellt. Denn es geht bei BioNTech und Co. nur vordergründig um das Covid-Vakzin. Die eigentliche Sensation der letzten Monate und Wochen ist eine andere, nämlich die Technologie, mit der den Unternehmen der Durchbruch gelungen ist.

Erstmals wurde ein Vakzin auf der Basis der sog. Boten-RNA entwickelt. Von dieser Gentechnologie spricht die Branche schon seit einigen Jahren, ohne dass jemals irgendein ein marktfähiger Wirkstoff das Licht der Medizinwelt erblickt hätte.

Das hat sich nun geändert. BioNTech und Moderna haben sich früh der Erforschung dieser Boten-RNA gewidmet und dabei nun sehr wahrscheinlich diesem gentechnischen Ansatz zum Durchbruch verholfen. Dabei brauchen wir diese Technologie im Moment zur Bekämpfung der Covid-Pandemie. Solche Jahrhundert-Pandemien…..

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