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Dem hohen Ölpreis seit Dank Saudi Aramco verdient in 3 Monaten 42 Milliarden Dollar

Der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco verdient in 3 Monaten 42 Milliarden Dollar. Das war noch nicht mal das Rekordhoch.

BP hat heute früh satte 8 Milliarden Dollar Gewinn für das letzte Quartal veröffentlicht, und die anderen Ölkonzerne haben in den letzten Tagen ebenfalls satte Gewinne vermeldet. Exxon meldete einen Rekordgewinn von 20 Milliarden Dollar. Und jetzt ist Saudi-Arabien an der Reihe. Der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco verzeichnet laut aktueller Meldung für das letzte Quartal den zweithöchsten jemals erzielten Gewinn, aufgrund des Preisanstiegs bei Öl.

Saudi Aramco meldet diesen hohen Gewinn, obwohl das Raffinerie- und Chemiegeschäft durch sinkende Margen und die weltweite Konjunkturabschwächung beeinträchtigt wurde, so berichtet es aktuell Bloomberg. Das Unternehmen behält seine Dividende – die weltweit größte – für das dritte Quartal unverändert bei 18,8 Milliarden US-Dollar, obwohl man einen freien Cashflow in Rekordhöhe von 45 Milliarden US-Dollar erzielte. Der Verschuldungsgrad, ein Maß für das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital, wurde zum ersten Mal seit Anfang 2020 negativ, was die deutliche Verbesserung der Geschäftsbedingungen für Saudi Aramco seit Beginn der Coronavirus-Pandemie unterstreicht.

Der Nettogewinn von Saudi Aramco lag im dritten Quartal bei 42,4 Milliarden US-Dollar. Das war ein Rückgang gegenüber dem Rekordgewinn von 48 Milliarden Dollar zwischen April und Juni, aber ein Anstieg von etwa 40 % gegenüber dem Vorjahr. Die Ölpreise sind von ihren 14-Jahres-Höchstständen im März zurückgegangen, da die steigende Inflation und die Straffung der Geldpolitik der Zentralbanken die Weltwirtschaft bremsen. Dennoch haben die Brent-Terminkontrakte in diesem Jahr um mehr als 20 % zugelegt und werden mit rund 94 $ pro Barrel gehandelt.

Quartalsgewinne von Saudi Aramco

„Während die weltweiten Rohölpreise in diesem Zeitraum durch die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit beeinträchtigt wurden, gehen wir langfristig davon aus, dass die Ölnachfrage für den Rest des Jahrzehnts weiter steigen wird“, sagte Saudi Aramco CEO Amin Nasser in einer Erklärung.

Der Upstream-Bereich des weltgrößten Ölkonzerns setzte seine starke Leistung fort und erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von 78 Milliarden Dollar. Die nachgelagerte Einheit, die für Raffination, Chemikalien und Kraftstoffvertrieb zuständig ist, verzeichnete einen Verlust vor Steuern von 1,1 Milliarden Dollar, verglichen mit einem Gewinn von fast 4 Milliarden Dollar im Vorjahr.

„Dieses Ergebnis wurde größtenteils durch Verluste bei der Neubewertung der Vorräte verursacht, da die Preise für raffinierte Produkte fielen“, so Aramco. Sabic, ein Chemieunternehmen, das sich zu 70 % im Besitz von Saudi Aramco befindet, gab am Sonntag einen starken Gewinnrückgang bekannt, der auf die geringere Nachfrage nach Produkten von Farben bis zu Kunststoffen zurückzuführen ist.

Der Vorstandsvorsitzende Nasser erklärte, Aramco sei eine Ausnahme von der „weltweiten Unterinvestition in unserem Sektor“ und werde die Öl- und Gasproduktion weiter steigern. Das Unternehmen hat davon profitiert, dass die OPEC+ – ein Bündnis von 23 Ländern unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland – ihre Produktion in diesem Jahr erhöht hat. Im September förderte Saudi Aramco 11 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, was einem Rekord nahe kommt.

Die OPEC+ senkt ihre Produktion ab diesem Monat (-2,0 Mio Barrels pro Tag), um der schwächelnden Energienachfrage in den großen Volkswirtschaften entgegenzuwirken. Dennoch wird Saudi Aramco in diesem Jahr wahrscheinlich seine bisher höchste Rohölproduktion erreichen. Das Unternehmen gibt Milliarden von Dollar aus, um seine maximale Kapazität von derzeit 12 Millionen Barrel pro Tag bis 2027 auf 13 Millionen zu erhöhen. Außerdem will es die Erdgasproduktion bis 2030 um mehr als 50 % steigern. Trotz der Schwierigkeiten in den letzten Monaten wird das Unternehmen sein Downstream-Geschäft weiter ausbauen.

In diesem Jahr hat Aramco eine Beteiligung an einer polnischen Raffinerie erworben und angekündigt, in einen Raffinerie- und Petrochemiekomplex in China mit einer Kapazität von 300.000 Barrel pro Tag zu investieren. Im August kaufte Saudi Aramco die Schmierstoff- und Chemiesparte der in Kentucky ansässigen Valvoline Inc. für 2,65 Milliarden Dollar.

FMW/Bloomberg

Eine Öl-Anlage von Saudi Aramco in Saudi-Arabien
A worker passes oil transport pipes at Saudi Aramco’s Abqaiq crude oil processing plant following a drone attack in Abqaiq, Saudi Arabia, on Friday, Sept. 20, 2019. Saudi Aramco revealed the significant damage caused by an aerial strike on its Khurais oil field and Abqaiq crude-processing plant last weekend, and insisted that the sites will be back to pre-attack output levels by the end of the month. Photographer: Faisal Al Nasser/Bloomberg


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4 Kommentare

  1. Naja, die Saudis kaufen ja auch ganz offiziell russisches Öl.
    Angeblich verkaufen sie es aber nicht weiter, sondern benutzen es für den eigenen Bedarf.
    Können daher natürlich mehr eigenes Öl teuer am Markt verkaufen.
    Ist auch eine Alternative zum Umpumpen von Schiff zu Schiff.
    Und erzeugt nicht so viel Aufwand.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ist doch egal welches sie verkaufen, ihres oder russisches. Abnehmer gibt es. Außerdem kümmern die sich sowieso nicht um US Sanktionen. Wie die meisten in der Welt.

  3. Der Kronprinz des OPEC+-Mitgliedslandes Königreich Saudi-Arabien Mohammed bin Salman al-Saud ist in diesem Zusammenhang aufgerufen, sich zur Ölindustrie zu bekennen. Dies kann man auch vom 46. US-Präsidenten Joseph Robinette Biden erwarten/ExxonMobil. Letzterer setzt jedoch seine stümperhafte Ölpolitik fort, indem er der Ölindustrie mit Strafsteuern und Ristriktionen droht. Von daher war es höchste Zeit, daß die Islamische Republik Iran den Kommandanten des US-Militärs im Nahen und Mittleren Osten General Michael Kurilla sanktioniert, der die Tatsache, daß die US-Besatzungstruppen weiterhin täglich Erdöl aus/von den besetzten Ölfeldern im Arabische Republik Syrien-Nordosten/Deir Al-Zor stehlen, ja wohl entsprechend mitzuverantworten hat.

  4. Pingback: Aktuelles vom 1. November 2022 | das-bewegt-die-welt.de

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