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Saudis mit Draghi-Zitat: „Whatever it takes“ für einen steigenden Ölpreis

Redaktion

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am

Hat der saudische Öl-Minister Al-Falih sich heute bei einer Konferenz eines historischen Zitats von Mario Draghi bedient? Denn Al-Falih sagte heute man müsse alles tun was notwendig sei („Whatever it takes“) um den Ölmarkt auszubalancieren. Natürlich meint er damit das aktuell vorhandene Überangebot, welches den Ölpreis in den letzten Wochen brutal runtergebracht hat von 77 auf 60 Dollar (WTI-Öl).

Am Wochenende noch sprach Al-Falih von 500.000 Barrels pro Tag, die die Saudis im November kürzen wollen. Heute nun heißt es, dass die gesamte OPEC 1 Million Barrels pro Tag kürzen solle, wenn sich am Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nichts ändere. Damit bringt Al-Falih Nachdruck in den unausgesprochenen Wunsch der OPEC-Mitglieder, dass die Termin-Trader doch endlich mal den Ölpreis steigen lassen sollen.

Am 6. Dezember findet das zwei Mal pro Jahr angesetzte offizielle OPEC-Treffen in Wien statt, und wie üblich dürften in den nächsten Tagen die Aussagen und Gerüchte vor dem Treffen stetig zunehmen. In den letzten 10 Tagen war der Ölpreis durchgängig gefallen – ein Rekord! Nach 59,82 Dollar Freitag Abend hält er sich heute, sozusagen doppelt verstärkt durch diese beiden Aussagen. Erst die Aussagen vom Wochenende mit den -500.000 Barrels, und jetzt die Aussage mit den -1 Million Barrels pro Tag. Aktuell hält sich WTI-Öl genau bei 61 Dollar. Ist das die Wende? Die Frage haben wir heute Vormittag schon einmal gestellt. Mit den neuen Aussagen wird der Wunsch nach einer Wende jedenfalls bekräftigt!

Der Ölpreis soll steigen - Khalid Al-Falih
Khalid Al-Falih. World Economic Forum CC BY-SA 2.0

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Öl-Azubi

    12. November 2018 19:18 at 19:18

    Der Ölmarkt ist der idiotischste von allen Idiotenmärkten.Haben wir vor 1 Monat noch diskutiert, was den weiteren Anstieg stoppen könnte, muss man jetzt wieder den Totalzerfall stoppen.Am meisten erstaunt haben mich die „Börsenspezialisten“ mit gefühlten 100 Jahren Erfahrung, die schon die 100 Dollar in Sichtweite hatten.Meine Meinung war schon damals, dass das Iran- Öl irgendwo auf den Markt kommen wird.Was sind denn eigentlich diese Lagerzahlen wert? Hat sich also der Ölnotstand in so kurzer Zeit in eine Ölschwemme verwandelt.Leider haben mich diese Superanalysten von einer Shortposition abgehalten,aber immerhin Nichts verloren, nur wieder geärgert über diese hochbezahlten Anfänger.

  2. Avatar

    Petkov

    12. November 2018 20:12 at 20:12

    An der durchwachsenen Brent-Kursreaktion heute kann man leicht erkennen, dass auch die bedeutendsten historischen Phrasen ala „whatever it takes“ erst mal nur leere Worthülsen bleiben, solange sie nicht mit dem Vertrauen oder Glauben der Anleger gefüllt werden. Beim Droghi reicht normalerweise sein herrlich süffisantes Lächeln, der Al-Falih dagegen muss ein bisschen mehr als seinen arabischen Charme investieren. Sollte er die etwas ramponierte OPEC in der Tat in den Griff bekommen und die 1Mio Barrels Kürzungen durchsetzen, würde der Ölpreis sicherlich eine spürbare (technische) Reaktion zeigen. Ca. 75,50 oder vielleicht sogar 79,50 wären realistische Ziele bei Brent. Das Erreichen der Jahreshöchststände halte ich allerdings für utopisch. Dafür fehlen auf breiter Front die fundamentalen Voraussetzungen.

    Es war übrigens angenehm, die ausgesprochen neutre Analyse von FMW zu lesen. Ist ein Qualitätsmerkmal, das man nicht so oft sieht.

    • Avatar

      Petkov

      13. November 2018 04:43 at 04:43

      Übrigens war der Grund für den Ölpreisabsacker am Montag Abend ein Tweet:
      https://mobile.twitter.com/realDonaldTrump/status/1062047641889095684

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      Wolfgang M.

      13. November 2018 06:37 at 06:37

      Hallo @Petkov. Da ich Ihr großes Interesse an der Entwicklung des Ölpreises feststelle, hier ein paar fundamental begründete Gedanken von mir zu den verwirrenden Preisen. Es war doch angenommen worden, dass die Iran-Sanktionen den Ölpreis in die Höhe schießen lassen.
      Hierzu eine Meldung im Handelsblatt von Ende Oktober, die aber keinen Ölanalysten zu interessieren schien (ich habe bereits einen Kommentar darüber verfasst).
      „Unsicher ist aber, wie hart die Sanktionen den Iran tatsächlich treffen. Lange dominierten die Meldungen, wonach der Iran kaum noch Abnehmer für sein Öl fiinde. Die Exporte seien von 2,6 Millionen Barrel täglich im Frühjahr auf 1,3 bis 1,1 Millionen Barrel zurückgegangen, hieß es. Doch Satellitenaufnahmen iranischer Supertanker, die das Portal „Tanker Trackers“ ausgewertet hat, nähren Zweifel an diesen Zahlen.
      Die Routen der Tanker lassen sich nicht wie üblich nachverfolgen, weil die Kapitäne auf Anweisung der iranischen Führung ihre GPS-Signale ausgeschaltet haben. Aber auf Satellitenbildern sind die Geistertanker durchaus sichtbar – und steuern offenbar weiter munter indische und chinesische Hafenstädte an. „Tanker Trackers“ beziffert auf Basis der Satellitenbilder die iranischen Exporte im September im Durchschnitt auf 2,2 Millionen Barrel täglich. Das bedeutet: Trumps Sanktionen wären bislang nahezu wirkungslos, die eingepreiste Angebotslücke auf dem Ölmarkt wäre kleiner als angenommen.“
      Jetzt kommt noch hinzu,
      – dass die US-Fracker mit 11,6 Mio. Barrels die Förderung auf einen neuen Rekord getrieben haben und
      – dass die Weltkonjunktur (und damit die Ölnachfrage) anfängt zu schwächeln (abzulesen am Stand des gestrig veröffentlichten Ifo-Weltklimaindex).
      Im Gegensatz dazu will Saudi-Arabien die Förderung kürzen, um den Preis zu stützen. Zu guter Letzt aber steht hier das Interesse der USA gegenüber, deren Präsident eine Steigerung des Ölpreises verhindern will (3 $ pro Gallone als Schmerzgrenze). Viele seiner Wähler fahren schließlich den „spritsparenden SUV“ von Ford. Selbst in diesem Bereich hat D. Trump mit seiner seltsamen „Tweeterei“ Einfluss auf die Märkte.
      Ich betreibe jetzt kein Ölmarkt-Research, wie zum Beispiel Ihr Landsmann und Chefanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank, aber dass die Ölpreisentwicklung in einer schwierigen Gemengelage steht, erkenne sogar ich. Wenn sich die Weltwirtschaft weiter abschwächt, sollte von 100 $ erstmal nicht mehr die Rede sein.
      Hoffentlich habe ich Sie jetzt mit meinem „Geschreibsel “ nicht gelangweilt.
      Grüße

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        Petkov

        13. November 2018 07:19 at 07:19

        Herzlichen Dank, Wolfgang. Ist immer ein Vergnügen, sich mit jemanden mit so viel Sachverstand wie Sie auszutauschen. Ja, ich habe ebenfalls weiter oben die Einsicht vertreten, dass das Erreichen der diesjährigen Höchststände utopisch wäre.

        Trotzdem erlaube ich mir einen kleinen Einwand: :-) Mein Interesse am Ölmarkt ist nicht größer als das Interesse an den restlichen bedeutenden Märkten (Aktien, Edelmetale etc.). Aber zu den Aktienmärkten dürfen wir regelmäßig Ihre fundierten und ausführlichen Analysen lesen. Denen ist nur schwer was hinzuzufügen, außer dass sie nicht in den restlichen Kommentaren untergehen dürfen. Meine Hoffnung ist, dass am Wochenende in Hamburg eine Lösung dafür besprochen wurde.
        Viele Grüße

        • Avatar

          Wolfgang M.

          13. November 2018 08:07 at 08:07

          Danke. Dürfte laufen. Am Samstag erschien schon ein Kommentar von mir als Kolumne in der Artikelspalte: „Das war die Woche: Neue Erkenntnisse nach US-Wahlen?“ Die letzten 10 Zeilen zum Handelskrieg scheinen heute bereits Thema zu werden.
          Grüße

          • Avatar

            Petkov

            13. November 2018 18:13 at 18:13

            Ah ja! Habe ich zwar gelesen, wusste aber nicht, dass es von Ihnen ist. Einfach die Autorangabe übersehen. Aber ich finde schon, dass Sie eine eigene Rubrik in der Site-Navigation verdienen.
            Übrigens: ich glaube nicht, dass der Weinberg mein Landsmann ist ;-)
            Beste Grüße

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    13. November 2018 18:20 at 18:20

    @Petkov. Sorry. Mit der Landsmannschaft habe ich mal richtig spekuliert – mit Hebel.?

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Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Anmeldestatus

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