Folgen Sie uns

Allgemein

Schäuble über Draghi: für 50% des Erfolgs der AfD in Deutschland verantwortlich

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der deutsche Finanzminister Schäuble und EZB-Chef Mario Draghi werden wohl nicht mehr beste Freunde. So sagte Schäuble auf einer Veranstaltung in Kronberg (nahe Frankfurt) über Draghi bereits am letzten Freitag:

„Ich habe Mario Draghi (…) gesagt: Sei ganz stolz. 50 Prozent des Ergebnisses einer Partei, die neu und erfolgreich zu sein scheint in Deutschland, kannst du den Auslegungen dieser Politik zuschreiben“.

Schäuble
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
Foto: Luca Brunini / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Hoppala – bislang kennt man derlei Attacken auf Draghi eher aus der zweiten CDU-Reihe, oder eben aus den Reihen der CSU südlich des Weißwurst-Äquators, wo man ja ganz besonders große Angst hat, dass die AfD die neue CSU werden könnte. Aber vom deutschen Fiannzminister, gewissermaßen dem derzeit mächtigsten Mann Deutschlands (weil die Kanzlerin biologisch ja eine Frau ist) hat man das so noch nicht gehört, auch wenn aufmerksamen Beobachtern nicht entgangen sein dürfte, dass Schäuble der EZB-Politik kritisch gegenüber steht.

Nun ist die AfD ursprünglich unter Lucke tatsächlich eine Euro-kritische und vor allem EZB-Politik-kritische Partei gewesen – aber die Zeiten sind doch schon lange vorbei. Seit Lucke und Hans-Olaf Henkel aus der AfD gedrängt worden ware, dominiert in der AfD eher das Thema Flüchtlinge, vom Euro oder der EZB ist kaum mehr die Rede. Warum Draghi dann für den Erfolg der AfD etwa bei den kürzlichen Landtagswahlen in Deutschland verantwortlich sein soll, bleibt doch etwas rätselhaft.

Jedenfalls sah sich heute der Sprecher Schäubles, Martin Jäger, in Reaktion auf die Aussagen seines Chefs gezwungen zu betonen, dass die Worte Schäubles keinen Angriff auf die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank darstellten. Vielmehr bezögen sich die Aussagen Schäubles, so Jäger, „auf eine Beschreibung einer innenpolitischen Diskussion in Deutschland und einer in dieser Diskussion geäußerten Vermutung. Das ist eine Tatsache, auch das ist eine Realität.“

Aha. So weit so verschwurbelt – man merkt Jäger geradezu an, dass da vor lauter Rechtfertigungsdruck nur noch gequirlt kommentiert werden kann. Und nein, eine Diskussion über die Geldpolitik der EZB sei doch legitim und noch lange nicht gleich zu setzen mit dem Versuch einer Einflußnahme auf die EZB. All das zeigt deutlich die zunehmenden Empfindlichkeiten zwischen deutschen Kritikern und der EZB – schließlich hatte kürzlich der Chefvolkswirt der EZ, Peter Praet, kürzlich in Frankfurt gesagt:

„Wie in diesem Land auf diese Institution geschossen wird, ist manchmal schwer zu ertragen.“

Auch die Aussagen Schäubles dürften für Draghi und Co. sicher schwer zu ertragen sein. Praet selbst hatte zuletzt betont, dass die Unabhängigkeit der EZB doch vor allem ein deutsches Ziel gewesen sei. Subtext: dann müssen die Deutschen eben auch akzeptieren, dass die Notenbank eine Politik betreibt, die der deutschen Regierung nicht passt.

Martin Jäger hob dann übrigens – und das spricht Bände – ausdrücklich hervor, dass Schäuble und Draghi sicher demnächst wieder miteinander sprechen würden, so wohl auf dem bevorstehenden Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20-Länder (G20) in Washington. Eines aber ist klar: die Stimmung ist ziemlich mies zwischen der EZB-Führung und der deutschen Regierung..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    klack

    11. April 2016 17:43 at 17:43

    Der finanzpolitische Scharlatan,der mit missionarischen Eifer eine imaginäre
    „Schwarze Null“ propapagiert und dazu alle schon absehbaren Belastungen wie
    Billiarden fur versprochene Pensionszahlungen,Rentenkollaps und Zerrüttung des Sozialstaats durch Ausweitung des Hartz-4-Bezugs auf Afrikaner, Araber und andere angeblich verfolgte Bittsteller der Welt ausweitet,der ach so solide Herr Schäuble
    ist schon für den eigenen Mißerfolg selbst verantwortlich.
    Die Lügenrepublik wird angeführt von Schaüble und Merkel zielsicher im Schwarzen
    Loch versenkt,die dazu verbleibende Zeit wird nur noch durch die Krümmung des Raumes und den intellektuellen Zerfallsprozess der politischen Geisterfahrer bestimmt.

    • Avatar

      Tomasz

      11. April 2016 23:24 at 23:24

      Was will uns der hasserfüllte autor damit sagen?

      • Avatar

        joah

        12. April 2016 11:50 at 11:50

        Die Frage ist eher: was wollen Sie mit Ihrer mutwilligen Fehldeutung und Denunziation erreichen?

  2. Avatar

    Steven

    12. April 2016 21:08 at 21:08

    Lucke wurde raus gedrängt ? Soso
    Wollte Lucke nicht das alleinige sagen und hat in einem demokratischen Prozess einfach verloren , hm !?
    …bleiben wir doch lieber bei Finanzthemen !

    Wenn sie Krähen anfangen selbst zubehacken , ist das Ende nah.

    Die breite Masse erinnert sich nur an die letzten paar Schlagzeilen .leider .

    …und Schäuble hat ja schon iiiimmmmer vor dem Draghi gewarnt .nur …das Internet vergisst nicht . nichts . nie.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

weiterlesen

Allgemein

Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

Avatar

Veröffentlicht

am

Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

weiterlesen

Allgemein

Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen