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Europa

Scheitern von Politik und Wirtschaft: So wird das nichts mit der Entlastung am Wohnungsmarkt

Wir wollen jetzt niemanden speziell angreifen. Da kann sich jeder gerne angesprochen fühlen. Bundespolitik, Regionalpolitik, Wohnungsbaugenossenschaften, staatliche Wohnungsgesellschaften, private Vermieter, und und und. Was hört man an allen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir wollen jetzt niemanden speziell angreifen. Da kann sich jeder gerne angesprochen fühlen. Bundespolitik, Regionalpolitik, Wohnungsbaugenossenschaften, staatliche Wohnungsgesellschaften, private Vermieter, und und und. Was hört man an allen Ecken? Wir brauchen mehr Wohnraum. Unendlich viele Menschen suchen Wohnungen. In München werden Wohnungen quasi nur noch vererbt, und freie Wohnungen gibt es gar nicht mehr. In Städten wie Hamburg erscheinen bei Neuvermietungen gefühlt hunderte suchende Personen. Auch wenn es in einzelnen Städten massive Anstrengungen gibt mehr Wohnungen zu bauen, so zeigen doch die aktuellsten statistischen Daten ein bundesweites Scheitern.

Gerade wenn man bedenkt, dass jetzt die nach und nach anerkannten Flüchtlinge aus den Flüchtlingsheimen hinaus drängen, rein in den regulären Wohnungsmarkt, werden enorme Steigerungen bei neuen Wohnungen benötigt. Auch ohne die Flüchtlinge ist die Nachfrage dramatisch größer als das Angebot. Dazu braucht man nicht nachrechnen, sondern einfach die Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen anschauen. Das sagt schon alles.

Und nun? Die Aussicht auf die nächsten Monate und Jahre beim Bau neuer Wohnungen geben stets sehr gut die Daten zu den genehmigten Wohnungen. Denn bis eine genehmigte Wohnung tatsächlich gebaut wird, dauert es ja locker ein oder zwei Jahre. Also kann man anhand der aktuellsten Daten zu den Genehmigungen sehen, ob in den nächsten ein, zwei Jahren Druck vom Wohnungsmarkt genommen wird, oder eben nicht. Und der Druck wird eher zunehmen. Denn wie das Statistische Bundesamt heute zeigt, sind die Baugenehmigungen von Wohngebäuden mit mehr als 3 Wohnungen (Mehrfamilienhäuser) im Zeitraum Januar-November 2017 im Jahresvergleich sogar rückläufig mit 154.981 oder -0,4%.

Es werden also zwar viele neue Wohnungen genehmigt, aber weniger als 2016. Somit steht der gerade jetzt explodierenden Nachfrage kein weiter steigendes Angebot gegenüber in 2018 und 2019. Bei den Genehmigungen für alle Wohnneubauten ist die Rate sogar um 7,8% rückläufig. Rot markiert haben wir in der Grafik neben den Mehrfamilienhäusern auch die Rate der Flüchtlingsheime, wo die Neubaugenehmigungen um 42,8% rückläufig sind. Verständlich, denn die Flüchtlinge „wechseln“ ja quasi von den Heimen rüber in den regulären Wohnungsmarkt, der dementsprechend stark wachsen müsste! In der Grafik, aber auch aus dem Erklärtext der Statistiker ist zu entnehmen, dass alle Teilbereiche rückläufige Zahlen zeigen:

Dieser Rückgang zeigte sich in allen Gebäudearten: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern ist um 5,3 % beziehungsweise um 4 600 Wohnungen zurückgegangen, in Zweifamilienhäusern um 2,2 % beziehungsweise um 500 Wohnungen gesunken und hat in Mehrfamilienhäusern um 0,4 % beziehungsweise um 600 Wohnungen abgenommen. Die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen (– 42,8 % beziehungsweise – 9 500 Wohnungen) ist stark gesunken. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte. Ohne Berücksichtigung der Genehmigungen von Wohnheimen betrug der Rückgang der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2,1 %. Die Zahl der Wohnungen, die durch genehmigte Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen sollen, ging in den ersten elf Monaten 2017 ebenfalls zurück (– 21,0 % beziehungsweise – 10 000 Wohnungen).

So wird das nichts mit der Entspannung am Wohnungsmarkt!

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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