Folgen Sie uns

Devisen

Schlechte Nachrichten für Trump: Handelsbilanzüberschuß der EU mit USA nimmt zu, NAFTA vor Scheitern

Die schlechten Nachrichten für Donald Trump reissen nicht ab! NAFTA vor dem KO, China dementiert, Handelbilanzdefizit zur EU steigt..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die schlechten Nachrichten für Donald Trump reissen nicht ab: heute Vormittag das klare Dementi Chinas, dass man den USA den Abbau ihres Handelsbilanzdefizits zu China von 200 Milliarden Dollar jährlich angeboten habe. Damit rückt ein „Deal“ wieder in weite Ferne, die Einführung von Strafzöllen wird dadurch wahrscheinlicher.

 

NAFTA vor dem Scheitern?

Aber für die USA ökonomisch wichtiger ist die Nachverhandlung für NAFTA: während das gesamte Handelsvolumen der USA mit China im Jahr 2017 636 Milliarden Dollar betrug, so liegt es mit den NAFTA-Ländern Kanada und Mexiko mit insgesamt 1,139 Billionen fast doppelt so hoch (Kanada 582 Milliarden Dollar, Mexiko 557 Milliarden Dollar). Viele amerikanische Firmen etwa produzieren in Mexiko und importieren dann die gefertigten Waren in die USA, weshalb das Handelsvolumen der USA mit Mexiko in den letzten Jahren konstant zugelegt hat. Sollte NAFTA scheitern, weil sich die Parteien nicht auf einen neuen Modus einigen können, sind Millionen von Arbeitsplätzen auch in den USA in Gefahr!

Und während fast alle Seiten lange den Optimismus schürten, dass man bald zu einer Einigung nei den NAFTA-Nachverhandlungen kommen werde, so scheinen nun die Differenzen sogar noch größer geworden zu sein, wie der US-Chefunterhändler Lighthizer gestern spät Abends US-Zeit konstatierte: man sei “nowhere near” eines Deals. Vielmehr, so Lighthizer, gebe es sogar sich ausweitende Differenzen (“gaping differences”) in Fragen des geistigen Eigentums, im Bereich Landwirtschafts-Handel, Arbeitsrechten, Bestandteilen in Autos und zollfreien Verschiffungen sowie anderer Bereiche.

Damit wird immer unwahrscheinlicher, dass das US-Abgeordnetenehaus wie auch der US-Senat in seiner derzeitigen Zusammensetzung einen möglichen NAFTA-Deal wirklich absegnen könnten. Laut Gesetz muß der US-Präsident einen solchen Handelsabschluss melden, bevor dann eine Mindestfrist von 90 Tagen einsetzt, bevor die beiden US-Kammern über das Abkommen abstimmen können. Nun drängt also die Zeit – denn denkbar ist, dass die oppositionellen Demokraten die Zwischenwahlen im November gewinnen und dann das Abkommen blockieren könnten.

Verhärtete Fronten zwischen der EU und den USA: Handelsbilanzdefizit der USA wir immer größer

Zunehmend verhärtet sind nun auch die Fronten zwischen der EU und den USA, nachem die EU heute beschließen wird, dass EU-Unternehmen ausdrücklich untersagt wird, sich an die US-Sanktionen gegen den Iran zu halten. Damit wird die Wirksamkeit der bis zum 01.Juni aufgeschobenen Zölle für EU-Unternehmen für Stahl und Aluminium immer wahrscheinlicher. Sollte es diese Zölle der USA gegen die EU geben, hat eben diese EU angekündigt, wiederum Gegen-Zölle zu erlassen.

Unterdessen zeigen frische Daten zur EU-Handelsbilanz, dass sich die Ungleichgewichte immer stärker ausweiten – sehr zum Mißfallen von Donald Trump! So stiegen die Ausfuhren der EU in die USA im 1.Quartal 2018 um +2,2% auf nun 99,2 Milliarden Euro, während die US-Exprite in die EU um -5,4% auf nun nur noch 66,4 Milliarden Euro schrumpften.

Sehr unwahrscheinlich, dass Trump nicht von diesen Zahlen erfahren wird – und noch unwahrscheinlicher, das sie ihn in seiner harten Haltung gegenüber der EU und insbesondere Deutschland nicht bestärken würde. Eine Spirale des Protektionimsus wird damit jedenfalls immer wahrscheinlicher!

 


By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America – Donald Trump, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46772937

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

weiterlesen

Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

Gesponserter Inhalt

Wollen Sie aktiv Devisen oder Rohstoffe handeln? bietet ein besonders hochwertiges Trading-Tool für Sie! Je enger die Spreads sind, also je geringer der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, desto schneller kommen Sie bei einem positiven Trade in die Gewinnzone. Sichern Sie sich für bestimmte Märkte besonders günstige Sonderkonditionen für ihren aktiven Börsenhandel, . Eröffnen Sie hier ein Konto und starten Sie Ihr Trading. Viel Erfolg!

Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage