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Schluss, aus, Ende? USD/JPY Trump-Rally im Fokus

Eine Schulter-Kopf-Formation sieht man nicht alle Tage. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation noch seltener. Und dennoch befasse ich mich in der USD/JPY Prognose heute mit eben genau jenen Trendumkehrformationen. Die Ausgangslage könnte nicht brisanter werden..

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Eine Analyse von forexhome.de

Eine Schulter-Kopf-Formation sieht man nicht alle Tage. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation noch seltener. Und dennoch befasse ich mich in der USD/JPY Prognose heute mit eben genau jenen Trendumkehrformationen. Die Ausgangslage könnte nicht brisanter werden und eine kurze Analyse respektive ein flüchtiger Blick auf den Kurs des USD/JPY werden meiner Meinung nach nicht ausreichen. Deshalb werde ich mich innerhalb dieser Analyse vom stark übergeordneten Monatschart bis in den stark untergeordneten H4-Chart vorarbeiten, um einen bestmöglichen Überblick zu gewährleisten.

Vor allem die Verbindung fundamentaler mit charttechnischen Gesichtspunkten gibt der These einer SKS-Formation und damit Trendumkehr ordentlich Futter. Eine fundamental bedingte Rally, ausgelöst durch die Wahl von US Präsident Donald Trump, wird meistens wieder eingeholt. Dass sich diese Möglichkeit mit allen von mir ermittelten charttechnischen Aspekten verbinden lässt, ist ein durchaus brisanter Aspekt.

Testbereich im Monatschart

November 2016, ein positiver Wahlausgang für Donald Trump ist mehr als wahrscheinlich. Aufgrund zahlreicher, unfassbar großartiger Versprechungen, rasen die weltweiten Aktienkurse und damit korrelierende Werte in ungeahnte Höhen. So auch USD/JPY .


(Alle Charts durch Anklicken vergrößern!)

Im Vorfeld kam es zum anscheinenden Test des 50.0er und 55.0er Fibonacci Retracements der gesamten Rally seit September 2012. Ich hatte damals schon gesagt, dass die Akzeptanz jener Retracements eine heftige Gegenreaktion auslösen sollte. Zusätzlich dazu testete der Kurs augenscheinlich den damit verbunden horizontalen Unterstützungsbereich bei rund 101.300. In meinen Augen kam es zu einem bearishen Fehlausbruch. Drei Punkte sprechen höchstwahrscheinlich für eine erneute Korrektur:
Punkt 1: Fundamentale Kursbewegungen werden oft wieder eingeholt.
Punkt 2: Ein Retest des vermeintlichen bearishen Fehlausbruchs ist meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich.
Punkt 3: Es handelte sich lediglich um die 50er Retracements. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Bären durchaus das Zeug dazu haben, den Kurs in Richtung 61.8er Retracement zu drücken.

Außerdem sprechen einige charttechnische Gesichtspunkte im Tages- und Wochenchart für eine Korrektur. Darauf gehe ich gleich etwas näher ein.

Fehlausbruch besiegelt?

Im Wochenchart hatte ich immer wieder über die mutmaßliche Wimpelformation und die in meinen Augen sinnvollen Kursziele bei rund 104.000 und 101.300 gesprochen. Vor allem das mögliche sekundäre Kursziel, in Überschneidung mit dem bereits erwähnten Kursbereich im Monatschart, scheint mir extrem brisant zu sein. Nach dem bearishen Ausbruch aus der besagten Formation konnte der Kurs das Formationstief sowie das 89.0 und 100.0er Expansion Level nicht nachhaltig bezwingen. Eine erneute Rallye erfolgte also mit Ansage.

Nichts desto trotz sehe ich aktuell keinen Anhaltspunkt für die Auflösung der Formation. Im Gegenteil. Ich definiere stattdessen einen evtl. bullishen Fehlausbruch im Juli dieses Jahres und einen erneuten Ausbruchsversuch Mitte Oktober dieses Jahres. Da ich letzteren Ausbruchsversuch prinzipiell als nachhaltig bezeichnen würde, hätte ein erfolgreicher Retest an den damit verbundenen Widerstand bei rund 113.230 höchstwahrscheinlich katastrophale Auswirkungen für die Bullen. Der Startpunkt der erwünschten großen Talfahrt? Vielleicht. Auf jeden Fall wäre mir der negative Short-Swap bei diesen Aussichten völlig egal.

SKS-Formation voraus?

Je tiefer der Timeframe, desto spannender wird es. Ein bullisher Ausbruch aus einem aufwärtsgerichteten Trendkanal ist nichts Besonderes. Durch einen gescheiterten Retest wird dieses Konstrukt jedoch zu einer möglichen Schulter-Kopf-Formation. An sich schon durchaus brisant. Wird die Oberseite jenes Trendkanals noch einmal erfolgreich von unten getestet, kann sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation entwickeln. Eine Trendumkehrformation. Hierzu bedarf es, noch dazu in solch einem Timeframe, meiner Meinung nach auch eines fundamentalen Zusammenhangs. In Frage kämen schwächelnde Indizes und ein allgemein schwacher US-Dollar. Alles in allem kein unwahrscheinliches Szenario.

Die projizierte Neckline respektive die obere Begrenzung jener möglichen SKS-Formation überschneiden sich augenscheinlich mit dem zu testenden Bereich im Wochenchart. Zusätzlich brisant: Meine mittel- und langfristigen Trendwechsel-EMAs (55/89 sowie 144/233) fallen auf die untere Begrenzung dieser mutmaßlichen Trendumkehrformation. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Spinne ich dieses Szenario einfach weiter und gehe von einem bearishen Ausbruch innerhalb der nächsten Wochen aus, lassen sich die vermeintlichen mittelfristigen Kurszielen auf Tagesbasis mit durchaus interessanten Kursbereichen verbinden. Zum einen mit dem ehemaligen Ausbruchsniveau der abwärtsgerichteten Flagge, die die jüngste Rallye auslöste, bei ca. 110.115. Zum anderen mit dem in meinen Augen ersten wichtigen Unterstützungs- und damit Testbereich im Wochenchart bei rund 108.700, was gleichzeitig dem Formationstief der Wimpelformation im Wochenchart entspricht.

Wir hatten uns in meinem Signaldienst ursprünglich bullish Positioniert, als der Kurs den gewünschten Testlevel zwischen dem 61.8er Fibonacci Expansion Level und dem zuletzt überwundenen Widerstand bei ca. 112.880 erreichte. Ende vergangener Woche hatten wir uns jedoch zügig davon getrennt, da es einige deutliche Gegensignale gab, die ich gleich aufzeigen werde. Mehr Infos zum Forex Signal Service hier:
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Detailfragen

Das Signal zum Verkauf wurde meiner Meinung nach im Zuge des Ausbruchs aus der vermeintlichen aufwärtsgerichteten Flagge im H4-Chart und dem anschließenden Test des Ausbruchsniveaus generiert. Der Kurs hat im Anschluss scheinbar einige horizontale Unterstützungen geknackt, bspw. bei rund 112.400 und 112.170, und gibt damit bereits deutliche Statements ab.

In den Fokus rückt für mich nun der Kursbereich zwischen 112.880 und 113.230. Immer wieder dieser Bereich. Vom Wochen- bis in den H4-Chart. An einen Zufall kann ich kaum noch glauben. Werfen wir abschließend noch einen Blick auf die EMAs. Denn wo im Tageschart noch eine Entscheidung aussteht, könnte es diese im H4-Chart bereits schon gegeben haben. Zumindest auf im mittelfristigen Rahmen.

Im Vordergrund stehen hier natürlich wieder die beiden Pufferzonen 55/89 und 144/233. Bei der ersten Pufferzone kann ich für mich bereits am 09.11.2017 einen nachhaltigen Ausbruch definieren. Für die zweite Pufferzone kann ich das noch nicht. Doch interessanterweise fällt diese Pufferzone ziemlich exakt in den Kursbereich zwischen 112.880 und 113.230. Ich rechne demnach mit einer erneuten Berührung und einer anschließenden Entscheidung bzgl. eines nachhaltigen Ausbruchs. Eine spannende Zeit liegt vor uns.

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Goldpreis fällt weiter – Experte bringt das Problem auf den Punkt

Claudio Kummerfeld

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Gold Barren mit Adler und US-Dollar

Der Goldpreis fällt weiter. Dank immer neuer hoffnungsfroher Meldungen wegen den Corona-Impfstoffen nimmt die Euphorie der Anleger immer mehr zu, und sie schalten um in den Risk On-Modus (hier die Begriffserklärung). Man schaltet um, weg von sicheren Häfen wie Gold, und kauft wieder risikoreichere Anlageklassen wie Aktien. Vor genau einer Woche notierte der Goldpreis noch bei 1.868 Dollar. Letzten Freitag Abend waren es dann nur noch 1.786 Dollar, und jetzt aktuell 1.774 Dollar.

US-Dollar kann Goldpreis nicht helfen

Seit Wochen und Monaten war es wie eine Automatismus. Bewegte sich der US-Dollar etwas, zack, bewegte sich der Goldpreis sofort entgegengesetzt. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird (wie auch Gold), tendiert im Preis oft in der Tendenz gegensätzlich. Diese negative Korrelation war bei Gold die letzten Monate extrem stark vorhanden. Seit einigen Tagen aber ist davon gar nichts mehr zu spüren. Wir wiesen bereits letzte Woche darauf hin. Und nicht nur letze Woche fiel der US-Dollar deutlich. Auch diese Woche fällt er weiter. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) fällt weiter, seit genau einer Woche von 92,60 auf jetzt 91,62 Indexpunkte. Aber der Goldpreis will einfach überhaupt nicht reagieren und ansteigen.

Experte bringt es auf den Punkt

Der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank bringt es mit seiner erst vor wenigen Minuten veröffentlichten Gold-Analyse auf den Punkt. „Nicht mal ein schwacher Dollar kann Gold helfen“, so lautet der Titel seiner Analyse. Der angesprungene Risk On-Modus (Sog hin zu Aktien) scheint derart stark zu sein, dass wie gesagt selbst der immer weiter fallende US-Dollar dem Goldpreis derzeit keine Kehrtwende beschert. Durch den Bruch der wichtigen Unterstützung bei 1.800 Dollar am Freitag habe sich das charttechnische Bild für Gold nochmals eingetrübt, was weitere kurzfristig orientierte Anleger zum Ausstieg veranlasst haben dürfte, so seine Worte. Die letzte Woche verlor Gold 4,5 Prozent an Wert, womit es nur knapp am stärksten Wochenverlust seit März vorbeischrammte. Den heute zu Ende gehenden Monat November dürfte der Goldpreis mit dem stärksten Verlust seit vier Jahren abschließen. Die aktuelle Schwäche von Gold sei umso bemerkenswerter, weil der US-Dollar ebenfalls zur Schwäche neigt, so Carsten Fritsch.

Der EUR-USD-Wechselkurs nähere sich laut seinen Aussagen der Marke von 1,20, die zuletzt Anfang September erreicht wurde. Die Mischung aus Goldpreis-Schwäche und Dollarschwäche lasse den Goldpreis in Euro abstürzen. Dieser verzeichnete am Morgen mit 1.475 Euro je Feinunze den niedrigsten Stand seit Anfang April. Angesichts der seither durch die Anleihekäufe verursachten Ausweitung der EZB-Bilanzsumme um 1,7 Billionen Euro sei dies geradezu grotesk. Auch dass derzeit Anleihen mit einem Rekordvolumen von knapp 17,5 Billionen US-Dollar mit einer negativen Rendite handeln, verhindere den Preisverfall nicht. Somit falle es schwer, diesen Ausverkauf noch mit fundamentalen Argumenten zu erklären.

ETF-Abflüsse

Das Vertrauen in Gold habe laut Carsten Fritsch dadurch stark gelitten, was sich in anhaltenden Abflüssen aus den Gold-ETFs widerspiegelt. Mit dem für Freitag gemeldeten Abfluss hätten sich diese in der letzten Woche auf rund 40 Tonnen und in den letzten drei Wochen auf gut 90 Tonnen summiert. Also, bleibt es erstmal bei der Schwäche im Goldpreis? Unerwartet für viele Beobachter! Geht es weiter bergab, wenn die ersten Bilder von Corona-Impfungen im Dezember über die Schirme flimmern?

Beim Klick an dieser Stelle finden Sie die gestrige sehr interessante Gold-Analyse des Experten Mario Steinrücken.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in US-Dollar seit Mai
Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf in US-Dollar seit Mai.

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Devisen

Türkische Lira: Abwertung nach Zinsanhebung – warum ist das passiert?

Redaktion

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Lira-Geldscheine

Die türkische Lira verliert diese Woche wieder deutlich an Boden. Es ist ein Desaster für alle die hofften, dass eine drastische Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank auch eine Wende für die türkische Lira einleiten würde. Denn die wertet seit Jahren dramatisch ab. Aber wie gesagt, letzte Woche Donnerstag erhöhte die Zentralbank den Leitzins drastisch, um 4,75 Prozentpunkte auf volle 15 Prozent, um die Inflation in der Türkei einzudämmen.

Türkische Lira reagierte auf drastische Zinsanhebung

Genau dieser Schritt auf 15 Prozent war am Devisenmarkt erwartet worden. Entsprechend war die türkische Lira in den Tagen vorher schon gestiegen, und auch kurz nach der Zinsanhebung stieg die Lira weiter an gegen US-Dollar und Euro. USDTRY fiel von 7,67 auf 7,51. Also, alles lief nach Plan? Nein, die Lira begann wieder abzuwerten, und zwar deutlich – jetzt notiert USDTRY bei 7,91. Diese Woche Montag berichteten wir bereits darüber, dass vermutlich Inländer in der Türkei zwischenzeitlich die gestiegene türkische Lira dafür genutzt hatten, um zu besseren Kursen weiter US-Dollar und Euro zu kaufen. Dass die türkische Lira die letzten Tage ein echtes Eigenleben führte, erkannte man an einer fallenden Lira bei gleichzeitig fallendem Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Wenn der US-Dollar fällt, hat eigentlich alles was gegen ihn gehandelt wird, eine gute Chance zu steigen – aber nicht so die Lira in den letzten Tagen!

Warum die Zinsanhebung dennoch verpuffte

Denn die große Unsicherheit gegenüber der türkischen Politik und der Beeinflussung der Zentralbankpolitik ist wohl weiterhin vorhanden, und drückt gegen die türkische Lira. Ein Aspekt kommt aber hinzu, der nicht so direkt ins Auge fällt. Zwar hatte die Zentralbank den Leitzins letzte Woche wie gesagt drastisch angehoben von 10,25 Prozent auf 15 Prozent. Aber wie es zum Beispiel ein türkischer Kolumnist gestern erwähnte, so war es doch keine richtige, eindeutige Zinsanhebung. Denn andere Zinssätze der Zentralbank seien bereits vorher deutlich höher gewesen, bei beinahe 15 Prozent. Mit dieser Zinsanhebung hat die Zentralbank also sozusagen nur für eine Glättung und Vereinheitlichung ihrer Zinsen gesorgt. Vorher versuchte die Zentralbank zum Beispiel bereits die Abwertung der Lira zu stoppen, in dem man bei Derivaten mit höheren Zinskosten versuchte Spekulanten aus dem Ausland die Liquidität zu beschneiden.

Was kann man tun?

Müsste die türkische Zentralbank nun also den Leitzins erneut kräftig anheben, um ihrem Willen zur Inflationseindämmung Nachdruck zu verleihen? Könnte dies die türkische Lira zum Aufwerten bringen? Wichtig wäre wohl ein längeres Festhalten an hohen Zinsniveaus. Und eine klare Sprachregelung von Zentralbank und Präsident Erdogan wären wichtig, in der nicht mehr von Zinsen die Rede ist, die möglichst stark sinken sollen. Hat man am Devisenmarkt den Verdacht, dass die Zinsen nur für einen relativ kurzen Zeitraum oben bleiben? Dann könnte dies die Annahme bestärken, dass die Inflation in der Türkei nicht gebremst wird, was wiederum die türkische Lira schwächt. Es geht um Verlässlichkeit. Der Devisenmarkt will eine konstante und klare Linie sehen – so darf man es annehmen.

Die jetzige Vereinheitlichung des Zinsniveaus durch die Anhebung des Leitzinses sorgt für mehr Transparenz – aber es fehlt womöglich noch eine zweite kräftige Zinsanhebung. Auch hat die türkische Bankenaufsicht angekündigt Mindestausleihungen an türkische Banken nicht mehr vorzugeben. Diese galten unter anderem als ein Grund für die umfangreiche Kreditvergabe in der Türkei. Es wirkt derzeit so, als tue sich einiges in Sachen Transparenz und Normalisierung. Es ist ein Anfang. Es braucht viel Verlässlichkeit, Konstanz, Vertrauen, und wohl auch ein Unterlassen von Äußerungen von Präsident Erdogan über niedrigere Zinsen. Dazu vielleicht noch ein erneuter kräftiger Zinsschritt nach oben, und dann ein Durchhalten auf diesem Niveau. Dann könnte die türkische Lira auch anfangen nachhaltig wieder aufzuwerten? Im Chart sehen wir den Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 13. November.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten Tagen

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Allgemein

Janet Yellen – wird sie den Dollar weiter abstürzen lassen?

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Sind die USA auf den Spuren Japans?

Wolfgang Müller

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Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kehrt wieder etwas Berechenbarkeit in die amerikanische Politik zurück. Auch erkennbar an den ersten Postenbesetzungen im neuen Kabinett. Der Vorschlag für die Nachfolge Steven Mnuchins schlug in den letzten Tagen wie eine kleine Bombe in der Finanzszene ein, schließlich möchte der neue Präsident eine „altbewährte“ Ökonomin mit dieser Schlüsselposition besetzen: die ehemalige Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Was heißt das für die künftige Geld- und Fiskalpolitik  – und amit für den Dollar?

Die Karriere der Janet Yellen

Mit der ehemaligen Wirtschaftsprofessorin wird eine Person vom Fach den Posten des obersten Geldverwalters oder korrekter der Geldverwalterin in den USA antreten, was in anderen Ländern nicht generell der Fall ist. Janet Yellen kam neben ihrer Lehrtätigkeit schon früh in Kontakt mit der US-Notenbank, wo sie bereits ab 1975 Mitarbeiterin beim Board of Governors im System der Federal Reserve gewesen ist. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied im Vorstand der Federal Reserve, anschließend wurde sie Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Also eine Funktion, wie sie jüngst Larry Kudlow in besonderer Art und Weise ausgefüllt hat.

Von 2004 bis 2010 war sie Präsidentin der Fed von San Francisco, ab dem Jahr 2009 stimmberechtigtes Mitglied im Federal Open Market Committee. Im Jahr 2010 wurde sie zur Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke ernannt und ab 2013 gelangte sie als erste Frau an die Spitze der bedeutendsten Zentralbank der Welt. Diese Position verlor sie als Demokratin nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, der mit diesem Schritt einmal mehr von der bisherigen Tradition abwich. Ihr Nachfolger Jerome Powell ist bereits seit 2012 im Direktorium der Federal Reserve, somit dürften sich die neue Finanzministerin und der Fedchef sehr gut kennen. Janet Yellen ist mit dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof verheiratet – sie ist also privat und beruflich immer im Umfeld der Ökonomie.

Die „dovishe“ Janet Yellen

Für die Benennung der Wirtschaftsprofessorin als neue Finanzministerin hat der neue US-Präsident sicherlich mehrere Gründe: Zum einen gilt die Demokratin als sehr ausgleichend zwischen den Parteien, was nach Donald Trump sicherlich äußerst bedeutsam wird, und zum anderen wird sie eine Konnexion zwischen Politik und Notenbank gewährleisten, was in der jetzigen Verschuldungssituation sehr vonnöten ist. Die Regierung braucht den kurzen Draht zur Geldpolitik, eine Sonderstellung der Notenbank wäre in der kommenden Zeit sehr hinderlich. Die Märkte gehen von einer guten Weichenstellung aus, deshalb auch die erste positive Börsenreaktion. Die Tauben sind demnächst in den USA am Drücker – daher tendiert auch der Dollar wieder schwächer.

Des einen Freud, des anderen Leid

Was wird diese neue Konstellation Janet Yellen – Powell für geldpolitische Konsequenzen haben? Zunächst freut man sich an den Märkten, dass „der Kelch“ in Gestalt der linken Demokratin Elisabeth Warren an ihnen vorübergegangen ist. Deren während ihrer Kandidatur vorgetragenes Programm hätte die Wirtschaft und die Finanzmärkte eine Zeit in Wallung gebracht, denn ob Warren ihre Vorstellungen in die Tat hätte umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Nach einer Corona-Schonfrist würden bald schon die Midterm Elections anstehen, die rasche Veränderungen im Kongress bringen können.

Wer sind die Profititeure, wer die Leittragenden?

Zunächst dürften die Finanzmärkte sich über eine weiterhin lockere Geldpolitik freuen, denn es sind zwei Tauben an den Schaltstellen, die über alles sinnieren werden, jedoch nicht über künftige Zinserhöhungen.

Bevor eine Massenimpfung eine echte Erleichterung am Arbeitsmarkt bringt – Stichwort: Maximum Employment – wird man vonseiten der Federal Reserve das Anleihekaufprogramm fortsetzen und retten, wo es zu retten gilt. Hinzu kommen wird der unbedingte Wille der Durchsetzung von Konjunkturprogrammen, speziell im Umweltbereich, einem zentralen Thema von Joe Biden, in dem er ganz besonders den neuen Wind nach Trump symbolisieren könnte. Was nichts anderes bedeutet, als weiter die Verschuldung nach oben zu treiben, auch unter Inkaufnahme einer ansteigenden Inflation. Sowohl Fed-Chef Powell als auch die mögliche neue Finanzministerin haben eine gewisse Flexibilität mit einer höheren Inflationsrate bekundet. Niedrige Zinsen, bei steigender Teuerungsrate – damit wird deutlich, wer dabei besonders leiden könnte: der Dollar!

Aber in der jetzigen Situation kommen einige frühere Bemerkungen von Janet Yellen ins Gedächtnis, wenn es um die Bewältigung einer Rezession geht. Bereits auf einer Konferenz im September 2016 brachte die damalige Notenbankchefin den Gedanke von neuen Instrumenten ins Spiel, die die Fed zur Bewältigung einer Wirtschaftsschrumpfung benötigen könnte: Ankauf von Firmenbonds und Aktien. Letzteres wiederholte sie in diesem Jahr bei einem Interview im April. Die USA auf den Spuren Japans, was für ein Gedanke! Diesen Gedanken hatte unser Autor bei FMW, Hannes Zipfel, in seinem bemerkenswerten Artikel vom 30.6.2020 schon ins Spiel gebracht („Aktienmarkt: Verlassen Sie sich auf die Fed“!)

Fazit

Noch ist es zu früh irgendwelche Schlussfolgerungen über ungelegte Eier anzustellen. Aber eines dürfte klar sein: Bei zwei Verfechtern einer lockeren Geldpolitik wird es von innen heraus keine große Änderung in der Fiskal- und Geldpolitik geben. Das Zusammenspiel zweier Vertreter einer taubenhaften Geldpolitik wird in der jetzigen Lage den monetären Impuls nicht ohne Not verringern.

Und von woher könnte eine solche Notsituation kommen? Eher nicht von einer opulent anspringenden Wirtschaft, die ohne Stütze auskommt, sondern eher von der Inflation, die nun schon ein Jahrzehnt wie tot erscheint. Aber in diesem Zeitraum haben die Notenbanken weltweit auch nicht sieben Billionen Dollar binnen eines Dreivierteljahres ins System geschleust.

Wird die dovishe Janet Yellen den Dollar weiter schwächen?

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