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Hoher Druck durch Inflation und Fed-Vorsprung EZB-Schnabel: „Whatever is needed“ – Zinsen werden weiter angehoben

EZB-Direktorin Isabel Schnabel macht mit einer "Whatever is needed"-Aussage klar: Die Zinsen werden weiter angehoben!

Der EZB-Tower in Frankfurt

Noch fünf Wochen sind es bis zur nächsten Entscheidung der EZB. Aber der Druck auf die Notenbanker in Frankfurt nimmt zu. Die Fed hat gestern mit ihrer Zinsanhebung um 75 Basispunkte erneut vorgelegt, und der Euro wird immer schwächer. Wird die EZB erneut kraftvoll nachziehen? Auch wenn das Interview bereits am 15. September geführt wurde – das Gespräch von EZB-Direktorin Isabel Schnabel mit t-online wurde heute veröffentlicht. Ihre Headline-Aussage verdeutlicht den aktuellen Kurs der EZB:

Wir tun alles, was nötig ist, um die Inflation wieder auf unser 2%-Ziel zu bringen. Wir müssen die Zinssätze weiter anheben, da die Inflation trotz eines drohenden Abschwungs wahrscheinlich noch einige Zeit hoch bleiben wird – so wird Isabel Schnabel im entsprechenden Tweet der EZB zitiert.

Im TradingView Chart, der bis 2017 zurückreicht, sehen wir: Die EZB hat noch einiges aufzuholen mit aktuell 1,25 Prozent (orange Linie) gegenüber 3,25 Prozent Zinsen in den USA (blaue Linie)! In unseren Prognosemodellen dauert es bis zum Jahr 2024, bis sich die Inflation wieder beim gewünschten Wert von zwei Prozent einpendelt, so sagt es Isabel Schnabel im aktuell veröffentlichten Interview. Die Druck die Zinsen weiter anzuheben bleibt also hoch, und das nicht nur um die Zinsdifferenz zu den USA zu schließen. Hier einige erwähnenswerte Aussagen von Isabel Schnabel, Zitat:

Seit Juli haben wir die Zinsen zweimal kräftig erhöht und haben damit die Negativ- und Nullzinsen hinter uns gelassen. Anfang September haben wir die Zinsen sogar um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Dadurch haben wir ein starkes Signal gesendet: Wir tun alles, was nötig ist, um die Inflation wieder zu unserem Ziel von zwei Prozent zu bringen.

Ein drohender Abschwung würde die Inflation dämpfen. Das berücksichtigen wir natürlich bei unseren Zinsentscheidungen. Das Ausgansniveau der Zinsen ist aber sehr niedrig. Daher ist klar: Wir müssen die Zinsen weiter erhöhen.

Ich gehe davon aus, dass der EZB-Rat in seiner nächsten Sitzung die Zinsen weiter anheben wird. Wie groß dieser Zinsschritt sein wird und bis zu welchem Niveau wir die Zinsen anheben werden, kann ich derzeit nicht sagen. Wir fahren auf Sicht und bewerten die Konjunktur- und Inflationsdaten vor jeder Sitzung aufs Neue.

Leitzins in den USA und der Eurozone

Bloomberg kommentiert aktuell zu den Aussagen von Isabel Schnabel:

Die EZB bewegt sich auf einem “schmalen Grat”, wie Vizepräsident Luis de Guindos es diese Woche nannte, denn die Währungshüter sind sich zwar einig, dass die Inflation bekämpft werden muss. Sie riskieren aber, die ohnehin schon trüben Wachstumsaussichten in Europa noch weiter zu verschlechtern, wenn sie die Zinsen zu stark oder zu schnell anheben.

Schnabels Äußerungen folgen auf die gestrige Zinserhöhung der Federal Reserve, die zum dritten Mal in Folge die Finanzierungskosten um 75 Basispunkte anhob. Zuvor hatte auch die Deutsche Bank ihre Wirtschaftsprognosen für den Euroraum gesenkt. Sie erwartet nun eine schlimmere Rezession, nachdem Russland als Vergeltung für die westlichen Sanktionen die Energielieferungen gedrosselt hat.Fünf Wochen vor der nächsten Ratssitzung wollte Schnabel keinen Ausblick auf den Umfang des zu erwartenden Straffungsschritts geben.

FMW/Bloomberg/EZB



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3 Kommentare

  1. Nun wird es ja wohl auch Entlastungspaketen für Betriebe geben, die sonst ihre Kreditkosten nicht mehr stemmen können.
    Nein, natürlich nicht für den Bäcker um die Ecke, denn die Brötchen gibt es doch auch bei LIDL. Und Amazon liefert doch auch schnell und mit weniger Energieverbrauch fasst alles.
    Wenn ich das so sehe, kommen mir die Erinnerungen wieder hoch, über Deutschland unter Rot/Grün, um das Jahr 2000.
    Nur, jetzt trifft es als erstes den Mittelstand, und dann mal sehen was im Frühjahr ist.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Irgendwann hatte ich mal folgendes gelesen und dem stimme ich immernoch vollständig zu, obwohl hier anscheinend das Gegenteil bewiesen wird.
    Der Plan der Globalisten ist DIE eine Weltregierung. Auf dem Weg dahin ist es erforderlich die Bevölkerungen der Nationalstaaten gefügig zu machen und vom überragenden Vorteil dieses Konstruktes zu überzeugen.
    Die allgemeine Vorgehensweise dafür soll sein, schwache Regierungen zu installieren. Genau solche wie wir sie gerade sehen. England, Frankreich, Italien und natürlich Blödland Germany. Alle sind unter anderem geprägt von Infantilität, Lächerlichkeit und einer ordentlichen Portion Kriminalität, abhanden gekommen sind Weitsicht, Werte und Wissen. Das Chaos wird gesteuert und ist gewollt. Das Nationalbewusstsein kommt abhanden, die Leute werden irre gemacht und untereinander aufgewiegelt.
    Als Erlösung aus diesem Albtraum soll von den Globalisten die perfekte Weltinstitution geschaffen werden, welche alles wieder bereinigt und die Menschen beruhigen und das Leben regeln soll.(Bei der WHO ist man mittendrin und zum Teil erfolgreich).
    Jetzt frage ich mich, wie die EZB da reinpasst?
    Aha, die EZB ist auch nur so ein dämlich zusammengewürfelter, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme istallierter Haufen, voll mit überbezahlten Spacken*innen.
    Quasi eine Episode zur „Welt BIZ“?
    Na, Gute Nacht Freiheit! Wir sitzen tief in der Schei…!

    1. Wie paranoid und krank ist das denn?

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