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Fondsmanager Bill Gross warnt Schnäppchenjäger sollten sich vom Aktienmarkt fernhalten

Schnäppchenjäger sollten sich vom Aktienmarkt fernhalten
Bill Gross, Fondsmanager von Janus Capital Management LLC. Foto: David Paul Morris/Bloomberg

Der Ausverkauf am Aktienmarkt hat sich zuletzt deutlich verschärft. Der US-Leitindex S&P 500 hat seit seinem Höchststand im Februar inzwischen 12 Prozent verloren und ist damit offiziell in eine Korrektur eingetreten. Insgesamt stehen die globalen Aktienmärkte stark unter Druck, nachdem Trump am Mittwoch neue Zölle gegen alle Handelspartner verhängt hat. Doch die fallenden Kurse rufen auch immer wieder die Schnäppchenjäger auf den Schirm. Aber ist es wirklich eine gute Idee, jetzt in die Märkte einzusteigen, wo die Abwärtsrisiken durch Trumps Zollpolitik noch einmal deutlich gestiegen sind? Bill Gross, ein bekannter US-Fondsmanager, sagt „Nein“ und rät Anlegern vom Kauf von US-Aktien ab.

Aktienmarkt-Korrektur: Buy the Dip?

Angesichts der zunehmenden Zollsorgen, die auf US-Aktien lasten, rät der Investor Bill Gross potenziellen Schnäppchenjägern dringend, an der Seitenlinie zu bleiben, so ein Bericht von Bloomberg. Die lange Zeit bewährte Buy-the-Dip-Strategie könnte aktuell nach hinten losgehen.

Der Mitbegründer und ehemalige Chief Investment Officer von Pacific Investment Management hält den Ausverkauf am US-Aktienmarkt, der den S&P 500 am Donnerstag um fast 5% nach unten gezogen hat, für ein “tiefgreifendes Marktereignis”, für das keine Lösung in Sicht sei.

“Anleger sollten nicht versuchen, ein fallendes Messer zu fangen“ (don’t catch a falling knife“), schrieb er in einer E-Mail. “Dies ist ein episches Wirtschafts- und Marktereignis, ähnlich wie 1971 und das Ende des Goldstandards, nur mit sofortigen negativen Folgen.“ Der folgende S&P 500 Chart von TradingView zeigt die 12% Korrektur vom letzten Rekordhoch bei 6.144 am 19. Februar.

Bill Gross warnt vor US-Aktien - Aktienmarkt-Korrektur wegen Zöllen

Zölle killen die Aktien-Hausse

Präsident Donald Trump hat am Mittwoch weitreichende Zölle angekündigt, die Exporteure in die USA mit mindestens 10% belasten sollen, die meisten Zölle liegen aber deutlich darüber. Die Europäische Union wird mit 20%, Japan mit 24% und China mit einem noch höheren Satz von 34% belegt. Der S&P 500 verlor am Donnerstag im Zuge des Ausverkaufs etwa 2 Billionen Dollar (1,8 Billionen Euro), während die Rendite der US-Benchmark-Staatsanleihen kurzzeitig unter die vielbeachtete Marke von 4% fiel.

Ökonomen sagen, dass das kurzfristige Ergebnis seiner Maßnahmen wahrscheinlich höhere US-Preise und ein geringeres Wachstum oder sogar eine Rezession sein werden. Trump hat die Zölle als Mittel eingesetzt, um die Macht der USA zu behaupten, die heimische Industrie wiederzubeleben und geopolitische Zugeständnisse zu erzwingen.

“Trump kann in nächster Zeit keinen Rückzieher machen”, sagte Gross, “dafür ist er zu sehr Macho und hat ein großes Ego.“

Im Moment sieht Gross kaum Chancen am Aktienmarkt, wenn dann bei inländischen Aktien  die in einer Welt fallender Zinsen relativ sichere Dividenden bieten, wie AT&T und Verizon Communications.

“Selbst bei diesen sollte man vorsichtig sein — sie nähern sich dem ‘überkauften’ Bereich”, fügte Gross hinzu.

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. Wenn ich mir die Geschwindigkeit der Transaktionen und vorallem die Stacks zur Bedienung von Bid-Seiten ansehe ist die Aussage analog der Überschrift in meinen Augen korrekt. Das Volumen geht mit sinkenden Preisen „stark“ einher. Gelegentliche und vorallem schnelle Market-Buy Schübe nach oben brechen ebenso schnell wieder ein. Das deutet auf Shortcovering im Sinne von Gewinnmitnahmen bestehender Shortpositionen oder zügige Verkäufe von größeren Paketen hin sobald im Orderbuch die entsprechenden Buy-Stacks vorhanden sind. Übel.

  2. Gedanken die auch ich nicht Vertrage. So isses. Deswegen machen wir den Vorschlag Filialen von See’s Candies in Deutschland einzuführen.
    Jetzt braucht man Buffet Antidepressiva. Die Zeichen des Meisters wurden längst verkündet.
    Das Timing ist unwichtig. Wir werden die Fische einholen wenn der Weiher fast abgelaufen ist. Dann sieht man reichlich Beute.

    1. der Dorsch piekt dem Hai ein Auge aus.

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