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Europa

Schock! Deutsche Großhandelspreise rutschen in die Deflation!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Was ist das für ein Schock am Dienstagmorgen! Die deutschen Großhandelspreise, die neben den Erzeugerpreisen und Importpreisen zu den wichtigen Indikatoren für die Verbraucherpreise (Inflation) zählen, rutschen aktuell in die Deflation! Gerade eben hatten wir die offiziellen Inflationsdaten für Juli veröffentlicht mit offiziell 1,7% nach inländischer Betrachtungsweise (1,1% nach EZB-Betrachtungsweise). Und jetzt das. Wie die deutschen Statistiker soeben auch vermelden, sind die Großhandelspreise im Juli im Jahresvergleich um 0,1% rückläufig! Im Monatsvergleich zu Juni sind es -0,3%.

In der folgenden Tabelle sieht mann für jeden Monat die Veränderungswerte im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat. Man sieht, dass die aktuelle Schwäche nicht über Nacht kam. Im Juni waren es noch +0,3%, im Mai +1,6%, und im April noch +2,1%. Es ist also ein stufenweise schneller Abstieg gewesen binnen 3 Monaten! Dieser deflationäre Wert für die Großhandelspreise bedeutet nichts gutes für die am Ende der Preiskette stehenden Verbraucherpreise (Inflation). Werden sie daher noch schwächer ausfallen in den nächsten Monaten? Gut denkbar! Hier Detailinfos zu den aktuellen Großhandelspreisen im Wortlaut von den Statistikern:

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten im Juli 2019 die um 3,1 % niedrigeren Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen. Ebenfalls kräftige Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (-9,5 %) sowie mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-5,7 %). Dagegen waren insbesondere die Preise für lebende Tiere (+14,0 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+5,2 %) auf Großhandelsebene höher als im Juli 2018.

Großhandelspreise Juli Tabelle

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    13. August 2019 09:22 at 09:22

    Deflation ist kein Problem! Jahrzehntelanges dogmatisieren der Deflation hat aber bei vielen Deflation=Böse ins Gehirn eingebrannt. Die Zentralbank freut sich, dass sie bald wieder als Retter auftreten kann …vor der bösen, bösen Deflation. Dabei ist das ein kleines Kätzchen.

  2. Avatar

    sabine

    13. August 2019 12:26 at 12:26

    Ich finde Deflation auch gut. Ist unser Lohn wieder mehr wert, denn eine Lohnerhöhung parallel zur Inflation ist derzeit und sowieso immer nur sehr schlecht durchzudrücken.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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am

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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