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Scholz warnt vor Inflation und Lohn-Preis-Spirale – die er mit verursacht hat

Der Bundeskanzler warnt vor den toxischen Folgen seiner eigenen Politik

Scholz Inflation Lohn-Preis-Spirale

Olaf Scholz warnte auf dem deutschen Unternehmertag dieser Tage vor einer weiter hohen Inflation durch eine dauerhafte Lohn-Preis-Spirale. Der Bundeskanzler wiederholte damit seine Warnung, die er während der vorletzten Generaldebatte im Bundestag ausgesprochen hatte. Überspitzt formuliert warnt damit der Bundeskanzler vor den toxischen Folgen seiner eigenen Politik.

Denn Olaf Scholz gehörte der Regierung Merkel von März 2018 bis Dezember 2021 als verantwortlicher Finanzminister an. Er war als Vizekanzler darüber hinaus die rechte Hand von Bundeskanzlerin Merkel. Als Finanzminister hat Scholz ehedem die Fiskaldominanz der EZB nicht nur mitgetragen, sondern politisch gewollt. Seine warnende Stimme gegen maßlose Rettungsprogramme, Geldschwemme und Nullzinspolitik vernahm man vergeblich. Im Gegenteil: Warnende Stimmen, die es gelegentlich gab, wurden barsch vom Tisch gewischt. Indem Scholz als amtierender Bundeskanzler nun vor dauerhaft hoher Inflation und gefährlicher Lohn-Preis-Spirale warnt, rückt er um 180 Grad von seiner eigenen Finanzpolitik der vergangenen Jahre ab. Die Halse des Hamburgers ist kühn. Sie trägt freilich der Tatsache Rechnung, dass der Wind sich gerade kräftig dreht.

Olaf Scholz und die Lohn-Preis-Spirale: Regierungshandeln, Inflation, Medienversagen

Die hohe Inflation und der an den Märkten einsetzende monetäre Klimawandel machen die politischen Akteure bereits jetzt zu Getriebenen. Solange die Inflation im sogenannten Zielkorridor von grosso modo 2 Prozent verharrte, ließen sich alle politischen Akteure als souveräne Finanzlenker feiern. Nun, da der Seegang ruppiger wird, stehen die verantwortlichen Akteure als Schönwetterkapitäne da. Die Berater im Kanzleramt beobachten mit Sorgenfalten die aktuelle Inflation und die aus ihr resultierenden finanzökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen. Deswegen haben sie dem Kanzler einen Politikwechsel angeraten. Sollte die Inflation sich infolge der Lohn-Preis-Spirale in naher Zukunft dauerhaft im EURO-Raum einnisten, kann Scholz darauf verweisen, dass er vor dieser Gefahr bereits frühzeitig gewarnt habe.

Der Autor dieser Zeilen ist sprachlos: Wo eigentlich ist die Presse?, fragt er sich konsterniert. FAZ und ZEIT, ARD und ZDF hätten in den 1980er Jahren einem Bundeskanzler das nicht durchgehen lassen. Sie hätten ihn gestellt! Man reibt sich verwundert die Augen..

Finanzminister Lindner, der Inflationsbekämpfer

Möglicherweise geht der Kurswechsel auf den Koalitionspartner FDP zurück. Finanzminister Christian Lindner hatte diesbezüglich am 20. Mai auf der abschließenden Pressekonferenz des G7-Gipfels erklärt, dass man entschlossen sei, „mit konsequenten Maßnahmen die Inflationsentwicklung zu stoppen und das Wachstum zu stärken“. Und dann sagte Lindner seinen folgenschweren, inzwischen berühmten Satz in Richtung EZB und Christine Lagarde: „Die Notenbanken sind sehr sehr sehr sehr unabhängig [viermal sehr]. Aber sie haben auch eine sehr sehr sehr große Verantwortung in dieser Zeit [dreimal sehr]. Für die staatliche Fiskalpolitik ist klar, wir müssen raus aus immer expansiveren Politikansätzen.“

Das denkwürdige Statement von Christian Lindner, an dem man sich zukünftig noch zahlreich erinnern wird, hat finanzmarktwelt.de in den entscheidenden Passagen im Wortlaut verschriftlicht und darüber hinaus eingehend beleuchtet.

EZB Projektionen geben für 2023/24 Entwarnung für Inflation

Derweil kultiviert die Chefin der EZB mit Putinflation längst ein neues Narrativ. Gegenüber EU-Parlamentariern erklärte sie dieser Tage: „Russlands ungerechtfertigter Krieg gegen die Ukraine trifft die EU-Wirtschaft schwer und die Aussicht wird dominiert von Unsicherheit“ (Timecode 9:00ff.). Lagarde unternimmt, was sie stets zu tun pflegt: Sie spielt die kritische Lage herunter, unter Hinweis auf die aktuellen Inflations-Projektionen der EZB. Diese würden für 2023 und 2024 schon wieder deutlich nach unten zeigen (das tun EZB-Vorhersagen zur Inflation übrigens immer). Lagarde wörtlich: „Diese Projektionen kommen zu dem Schluss, das die Inflation bleiben wird, und zwar hoch. Sie sagen für 2022 eine Inflation von 6,8 Prozent voraus, für 2024 einen Rückgang auf 3,5 Prozent und für 2024 2,1 Prozent“ (Timecode 4:30ff.).

Die Inflationsentwarnung wird für die Verbraucher vermutlich erst recht warnen. Zudem gehen durch den projektierten Rückgang der Inflation die Lebenshaltungskosten keinesfalls notwendig runter. Denn Inflation ist eine chronometrische Messgröße. Hier wird die Differenz zwischen dem aktuellen Preisniveau im Verhältnis zum Wert des Vorjahrs ermittelt. Sollte die Inflationsrate zurückgehen heißt das folglich noch lange nicht, dass deshalb auch die Preise zurückgehen. Im Gegenteil, die bleiben zunächst weiter oben. Die Inflation müsste schon negativ werden, damit die Preise fallen. Alleine die kommende Lohn-Preis-Spirale sorgt für weiteren Inflations-Druck.

Narrative bröckeln: Alles-Inflation längst Wirklichkeit

Nach einer beispiellosen Kette an falschen Projektionen seitens der EZB fragt man sich inzwischen: Wer glaubt der EZB eigentlich noch? Der Glaubwürdigkeitsverlust der EZB ist umfassend, Lagardes Irrtümer offenbaren geradezu ein Muster. Da hilft auch keine Charme-Offensive, die Lagarde gerade gestartet hat, um die Reste ihrer Reputation zusammenzukehren. Der Kehricht verhindert den Kehraus nicht.

Das aktuelle Narrativ der EZB, die hohen Energie- und Lebensmittelpreise seien für die überschießende Inflation verantwortlich, bekommt übrigens gerade Risse. Mohammed El-Erian, seit 2020 Präsident des Queens‘ College in Cambridge, spricht inzwischen von der Everything-Inflation. Für den maßgeblichen Finanzökonom Großbritanniens sind die hohen Energie- und Lebensmittelpreise längst nicht mehr die alleinigen Treiber der dramatisch nach oben schnellenden Inflation. El-Erian rechnet damit, dass die Inflation in den USA in den kommenden Monaten auf 9 Prozent klettert.

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24 Kommentare

  1. Für kalte Wohnungen und abgestellte Fabriken wird in dem kommenden Winter auch Putin verantwortlich gemacht werden.
    Wieso erwartet man in Deutschland eigentlich, dass Putin den Staaten, die seinen Kriegsgegner mit Waffen beliefern,
    Gas liefert, damit die Industrien der Staaten noch mehr Waffen bauen können. Wenn die Russen nicht selbst im März die Lieferung von Raketenmotoren an die USA eingestellt hätten, dann würden die Amis immer noch in Russland diese Triebwerke kaufen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Endlich mal ein wahres Wort. Genau das haben viele noch gar nicht begriffen.

    2. @Helmut
      Ja, wieso erwartet man in Deutschland eigentlich, dass Putin den Staaten, die seinen Kriegsgegner mit Waffen beliefern, Gas liefert?

      Vielleicht, weil Gaslieferungen in einem bestimmten Liefermengen-Korridor zu EURO- oder Dollarpreisen vertraglich ohne Wenn und Aber bis zu einem gewissen Datum verbindlich vereinbart sind. Und weil Waffenlieferungen eine souveräne Entscheidung von Staaten sind, in die sich niemand einzumischen hat, wie Russland seit vielen Jahrzehnten immer so gerne und fundamental verkündet und in die Tat umsetzt.

      Um Ihren Whataboutism aufzugreifen und zu kontern: Es ist ja nun nicht so, dass Russland keine Waffen an Gegner der westlichen Demokratien liefert. Und das seit jeher. Vielmehr ist Russland zweitgrößter Waffenexporteur der Welt und nutzt nach wie vor die alten Verbindungen aus den Zeiten des Warschauer Paktes, um seine kalten Kriegsgegner aus alten Zeiten zu kompromittieren und zu schwächen.

      Alle Sanktionen der EU stehen in vollem Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Völkerrecht und achten die Menschenrechte und die Grundfreiheiten. Völkerrecht und Menschenrechte sind die einzige überstaatliche Instanz, die wir besitzen, das Minimalziel an Menschlichkeit, auf das sich die ganze Welt einigen konnte. Diese gelten verbindlich auch über die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen hinaus und verbieten jedem Staat einen Angriffskrieg. Diesen begrifflich euphemistisch in „militärische Spezialoperation“ umzuformulieren, schützt vor Konsequenzen nicht.

      Da hilft auch kein verharmlosender Vergleich des Massakers von Srebrenica, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Völkermordes im Kosovo, im Kroatienkrieg sowie im Bosnienkrieg. In allen Punkten wurde der Vorzeige-Völkerrechtler Milosevic vom Internationalen Gerichtshof schuldig geprochen.

      Und ebenso schwächelt der Vergleich auf die Antwort auf den terroristischen Angriff von 9/11. Eine Antwort, die übrigens auch die damaligen ständigen Mitglieder China und Russland im UN-Sicherheitsrat unterstützt und gefordert hatten.
      Obwohl man hier mit einiger Berechtigung ins Feld führen könnte, dass der republikanische Nationalist und sog. Patriot G.W. Bush nach seiner Kriegserklärung gegen die Taliban und Al-Kaida in Afghanistan etwas über die Stränge geschlagen hat. Aber so sind sie halt, die Republikaner und nationalistischen Patrioten…

      Zurück zum Thema, bevor wir abschweifen. Entweder, wir halten uns international und global an das Völkerrecht, oder wir kehren zurück zu Kleinstaaterei, Nationalismus, Imperialismus, Blockbildung, kaltem Krieg der Ideologien, dem Recht des Stärkeren, den opportunistischen Bedürfnissen willkürlich aufgeteilter Gruppen.
      Und beginnen wieder nationalistisch-libertäre Fragen zu stellen, ob das „unser“ Krieg ist. Und das, obwohl die Antwort so klar und eindeutig ist: Es ist einzig und alleine Putins Krieg. Ein nicht provozierter Angriffskrieg gegen ein Land, das sich des Verbrechens schuldig machte, Mitglied in der europäischen Gemeinschaft werden zu wollen. Putins Krieg gegen gegen die europäische Ordnung, gegen europäische und völkerrechtliche Werte von Freiheit, Souveränität und Selbstbestimmung.

      Daran ändert auch die Nazikeule in der Russen-Propaganda nichts, die Kreml-Freunde so gerne ins Gegenteil pervertieren und leichtfertig ihren Kritikern unterjubeln möchten.

      1. Hallo Michael,
        Ja, man kann das alles erklären.
        Aber was macht die EU, wenn die Amis mal wieder ohne UNO-Mandat ein weiteres Land überfallen? Auch Sanktionen?
        Oder die USA Sanktionen verhängen, die im Irak über 500.000 Kindern unter 5 Jahren haben verhungern lassen.
        Die damalige Außenministerin der USA nannte das „angemessen“
        Putin ist natürlich genau so ein Verbrecher.
        Ich stell mir mal so vor, die USA überfallen mal wieder Mexico, Kannada liefert Waffen an Mexico, und die USA liefern weiter Rohstoffe an Kanada?
        Übrigens existieren tatsächlich noch weitere Jahrzehte laufende Verträge mit Russland über Gaslieferungen.
        Wollen die Deutschen von ihrer Seite her diese Verträge einhalten?
        Oder wird jetzt die Verdichterturbine nicht freigegeben, damit man wegen Nichtlieferung die Verträge kündigen kann?

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. @Helmut
          Dieser Vergelich hinkt nicht nur, der ist schon beinamputiert 😂🤣😅

          „Die USA überfallen mal wieder Mexiko“ impliziert und suggeriert, dass dies regelmäßig oder zumindest öfters passiert. Allerdings war es nur einmal, und das vor 175 Jahren. Eine andere Zeit…
          1916 war eine Reaktion auf einen kriegerischen Akt Mexikos und ist somit nicht als Überfall zu werten.

          Skurril und lustig wird es bei den Rohstofflieferungen der USA an Kanada. Kanada könnte eher die USA am ausgestreckten Arm verhungern lassen.

          „Kanada ist der weltweit größte Produzent von Zink, Uran, Kaliumcarbonat, Kadmium, Schwefel und Nickel. Jeweils an dritter Stelle rangiert das Land beim Abbau von Aluminium, Titan, Kobalt, Molybdän, Gold und Blei. Rund 80 % der ausgebeuteten Rohstoffe werden exportiert, hauptsächlich in die USA.

          Kanada ist der weltweit größte Produzent von Holzschliff, Zellstoff, Papier und Pappe.

          Kanada ist eines der wenigen entwickelten Länder, das Netto-Exporteur von Energie ist. Am bedeutendsten sind die umfangreichen Vorkommen an Erdöl und Erdgas in Alberta (teilweise auch in den benachbarten Provinzen British Columbia und Saskatchewan). Mit den Athabasca-Ölsanden im Norden Albertas verfügt Kanada über die weltweit drittgrößten Reserven an Erdöl nach Venezuela und Saudi-Arabien. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts entwickeln sich die Atlantischen Provinzen, insbesondere Neufundland und Labrador, zu einem zweiten Zentrum der Erdöl- und Erdgasförderung (Offshore-Bohrungen).“

          https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Kanadas#Rohstoffe
          https://www.handelsblatt.com/politik/international/zusammenarbeit-usa-und-kanada-streben-kooperation-bei-wichtigen-rohstoffen-an/24478932.html

      2. @ Michael

        Bei so einem „Traktat“ von Ihnen, gäbe es viel zu sagen. Ich schreibe hier nur eins: Der Krieg in der Ukraine ist von den USA provoziert. Kann man offensichtlich machen, denn die Realpolitik ist immer über allen anderen Überlegungen und die Medien unterstützen jede noch so dämliche Erzählung. Die Geschichte ist voll davon. Das ist nicht schön, aber so ist es nun einmal. Aber dann sollte man ihn auch gewinnen und wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen und die Storyline für die Zeitgeschichte bestimmen können.
        Stattdessen schaden die Sanktionen Europa am meisten und die USA rühren keinen Finger, sondern streichen nur wirtschaftliche Vorteile durch Waffenlieferungen und Energierohstoffe ein. geht es nur um die Wahlen in den USA im November. Mit einer unfassbar schlechten Politik wird alles ein paar Sitzen im Senat und Kongress geopfert.

        Ich bin für Frieden. Und das geht so: Sofort glaubhaft machen, dass man Minsk ohne wenn und aber umsetzt, wenn der Krieg aufhört.

        Dadurch überleben nicht nur in der Ukraine mehr Menschen und unser Wohlstand bleibt besser erhalten, es verhindert auch Millionen Hungertote in den nicht so reichen Gebieten der Welt.

        Krieg predigen ist niemals moralisch.

      3. Ihre ganze Argumentation ist genau die gleiche Heuchelei, wie wir sie von der Politik kennen. Niemand hat die EU und G7 Länder gezwungen, Sanktionen zu verhängen, das haben sie ganz allein gemacht – genau wie bei all den anderen völkerrechtswidrigen Kriegen in den letzten Jahrzehnten im Irak, Libyen, Jemen usw. gegen den jeweiligen Aggressor – ups, haben sie ja gar nicht, weil selbst dran beteiligt.
        Wer die Moralkeule schwingen möchte, sollte bei sich anfangen. Das Gelaber von regelbasierter Ordnung ist nur ein Instrument, und wie bereits eingangs gesagt, nichts als Heuchelei. Erst die Staatsgelder einfrieren, dann aber Vertragstreue bei Gaslieferungen einfordern – in der Geschäftswelt wären solche Partner zurecht ganz schnell raus.

        1. In der Geschäftswelt wären vor allem die Partner schnell raus, die in die Häuser der anderen einbrechen, Mütter und Töchter vergewaltigen, plündern und randalieren und am Schluss die Bude abfackeln. Es sei denn, diese „Partner“ stammen aus der Gilde der Energiekonzerne, dort ist jedes Handeln vom übergeordneten Recht des Wohlstands und der Freiheit gedeckt.

      4. Hallo @Michael – bei soviel „Shitstorm“ muss ich mal dagegen halten: Also mir hat dein Kommentar ganz wunderbar gefallen, man könnte sogar sagen „er hat mir aus der Seele gesprochen“… Gilt übrigens ganz generell bei deinen Kommentaren. Dass die Querdenker und „Grünen-Hasser“ (@Felix) dabei aufheulen, ist natürlich nicht verwunderlich. Deinen „Gegnern“ möchte ich wie folgt antworten: Ich bin wahrlich kein USA-Fan und mir der „Verbrechen“ der verschiedenen US-Regierungen durchaus bewusst (vor allem der Republikaner), aber Krieg ist doch nicht gleich Krieg. Bei jeder kriegerischen Auseinandersetzung muss man sich sehr genau anschauen: Warum bzw. mit welchem Kriegsziel wurde in einem Land militärisch interveniert, wie ist/war der Kriegsverlauf, und wie hat die militärische Auseinandersetzung geendet. Der brutale Angriffskrieg Putins ist da für mich eine andere Dimension/ein anderes Kaliber, das nicht von ungefähr an Adolf Hitler erinnert. Soweit sind die Amis nie gegangen. In den letzten hundert Jahren haben die Amis jedenfalls kein (Nachbar-)Land überfallen mit der Absicht dieses sich einzuverleiben. Man muss auch klar sehen, dass Russland unter Putin zu einem Mafia-Staat geworden ist, wo sich Putin und seine Kollaborateure an ihren Landsleuten unermesslich bereichern, und um nichts anderes geht es ihnen. Für mich sind das alles lupenreine Verbrecher… Ich jedenfalls möchte mit solchen verbrecherischen Diktaturen nichts zu tun haben, und es ist gut, wenn Menschenrechte und Moral mal über wirtschaftliche Interessen gestellt werden, auch wenn es auf eine Zweispaltung der Welt hinausläuft.

        1. Hallo Lausi,

          danke Dir! Naja, im Prinzip ist es ein laues Shitlüftchen voller übelriechender Behauptungen und provokanter Standardformulierungen, wie fast immer. Wenn ich schon lese, der Krieg sei von den USA provoziert, dazu noch etwas Heuchelei, Moralkeule, Gelaber, erübrigt sich jegliche weitere Anstrengung, sich auch nur irgendwie näher damit zu befassen. Extreme politische und gesellschaftliche Achromasie äußert sich nun einmal in einer tristen Welt von Schwarz oder Weiß. Realpolitische Verschwörung: böse, Medien: böse, Westen: böse, USA: ganz böse, Putin: gut.

        2. „Krieg ist nicht gleich Krieg“ – Das ist genau das Problem der doppelten Standards (und auch der Grund warum die meisten Staaten den Sanktionen nicht mehr folgen). Für die betroffenen Menschen ist es egal, ob ihr Land und ihre Lebensgrundlage zerbombt werden, um Territorien zu besetzen oder nur eine missliebige Regierung loszuwerden. Solange hier mit zweierlei Maß gemessen wird (gibt oder gab es gerade Sanktionen gegen Saudi-Arabien wegen dem Krieg im Jemen?) ist und bleibt es Heuchelei.

          Und der Putin-Hitler Vergleich und die Aussage, dass Russland unter Putin (und nicht unter Jelzin) zu einem Mafiastaat geworden ist, zeugt in meinen Augen – neben einer höchst fragwürdigen Verharmlosung der Taten Hitlers – nur von mangelndem Geschichtsverständnis und dem Versuch, Doppelstandards zu rechtfertigen.
          Wenn man es mit der Antipathie gegen Diktaturen ernst meinen würde, dürfte es nicht nur mit Russland, sondern auch mit Saudi-Arabien, Katar, China usw. keine Zusammenarbeit geben. Hier sind dann aber die Moral und die Menschenrechte wieder egal.

          Wie auch immer, wenn es Regeln gibt, sollten sie für alle gelten und nicht je nach Gusto und ideologischer Ausrichtung verwendet werden dürfen.

      5. @Michael

        Was dieses moralisierende Polit-Pamphlet mit dem Artikel, bzw. dem Kommentar zu tub hat,
        koennen Sie sicherlich, auf Ihre unverwechselbare „Art und Weise“ erklaeren?!

        1. @Maitdjai

          Könnte ich, wenn ich wollte. Ich will aber nicht, zumindest nicht so unfreundlichen Mitmenschen wie Ihnen. Wenn Sie sich etwas anstrengen, werden Sie von alleine drauf kommen, was meine Antwort mit dem ursprünglichen Kommentar zu tun hat. Zumindest der ursprüngliche Kommentator hat es verstanden. Auf den Artikel bezieht sie sich natürlich nicht, es war ja schließlich eine Antwort auf einen Kommentar, der nichts mit dem Artikel zu tun hat. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert?!

          1. @Michael

            Bezog sich meine Frage etwa nicht auf den Kommentar?
            Lol, jetzt wird es langsam peinlich…
            Das passiert, wenn man einen Nagel im Fuss hat, sich immer im Kreis bewegt,
            ohne es zu merken.

          2. @Maitdjai

            Oh Gott, wie lang kann eine Leitung denn sein und wie lange kann man darauf stehen? 🥴
            Aber ich hatte ja befürchtet, dass es spätestens ab der zweiten Ebene im Thread zu kompliziert wird.

  2. Dieses rumgeiere nervt. Dann lasst es endlich knallen. Sammelt die Brocken wieder auf und formt sie neu zusammen.
    Es ist nicht mehr zu retten.
    Man spielt nur auf Zeit und das macht es alles nur noch viel schlimmer.

    Der Point of no Return ist schon seit einem Jahr vorbei. Trotzdem pampert man den Markt fleißig weiter voll mit billigen Geld.

    1. @Gando

      „…Dieses Rumgeeiere nervt. Dann lasst es endlich knallen. Sammelt die Brocken wieder auf…“

      Genau so konnte man es im Sommer 1939 auch oft hören.
      Man hat es dann ja auch richtig knallen lassen.
      Sehr viele konnten keine Brocken mehr aufsammeln.
      Sehr viele andere mussten Brocken aufsammeln. In Mauthausen beispielsweise.

  3. Schon krass wieviele sich von der eigenen Propaganda blenden lassen. Es ist nun mal nicht alles schwarz weiß. Der Ukrainekrieg hat eine Vorgeschichte. Den „Fuck the EU“ Putsch 2014 und Jahre langen Bürgerkrieg mit tausenden Toten.

    Nur eine Hand voll Staaten beteiligen sich an den Sanktionen. Eine überwältigende Mehrheit von mehr als 170 Staaten tuen das nicht. Dennen ist klar, dass es sich um einen Stellvertreterkrieg handelt. Wer hat schon Bock bei einem potentiellen WW3 mitzumachen?

    1. @Übelkeit
      Echt übel, wie viele sich von der eigenen Propaganda blenden lassen.

      Eine Handvoll 36 Staaten beteiligt sich an den Sanktionen.
      Eine überwältigende Mehrheit wie Burkina Faso, Eswatini, Südsudan, Belize, Lesotho, die Salomonen, Komoren, Tonga, Nauru und Tuvalo usw. sind tatsächlich nicht dabei.

      Die Wirtschaftsleistung der Handvoll ist mehr als das 1,5-Fache des aufstrebenden BRICS-Bündnisses. In der Summe erwirtschafte die Handvoll etwa die Hälfte der gesamten Weltwirtschaftsleistung von gut 93 Billionen US-Dollar.
      Es sind wie immer die fragwürdigen Staaten ohne politischem Rückgrat und wirtschaftlichem Plan, die zwar Resolutionen und Abkommen unterzeichnen, aber dann opportunistisch-gegenteilig handeln.

  4. Kriegsreporter- Stellvertreter

    Sogar die bekanntesten Kriegsreporter reden von Stellvertreterkrieg.Nur die naiven Stellvertreter,die sich immer mehr schädigen sehen die Sache zu einseitig und treiben mit immer mehr selbstschädigenden Sanktionen Russland zur Weissglut mit unabsehbaren Folgen.Scholz sagt, sie möchten weitere Eskalationen verhindern,sie tun aber immer mehr genau das Gegenteil.
    Die Amis sind die Profiteure, sie haben das Kriegswesen ausgelagert und lassen andere für ihre Interessen die Köpfe einschlagen.

    1. @Kriegsreporter-Stellvertreter. Was ist das denn ständig für eine Verschwörungska…! Wer sind denn in diesem Zusammenhang die Amis, das könnte doch nur die amtierende Regierung sein. Will Biden, dass aufgrund eines Krieges in der Ukraine die Energie- und Lebensmittelpreise explodieren und damit die Inflation? Er wird dann mit Sicherheit im November eine große Wahlniederlage einstecken, zur Lame Duck werden und dann werden die Republikaner in zwei Jahren den Präsidenten stellen. Wer immer das auch sein wird.
      Als ob es da schon wieder eine geheime Organisation gäbe, die alles von langer Hand plant. In den USA, wo nicht einmal Mehrheiten für einfache und notwendige Gesetze zustande kommen. Aber man betreibt jetzt Stellvertreterkriege? Diese Verschwörungstheorien und sogenannten einfachen Wahrheiten schreien einfach zum Himmel.

      1. Seit 2014 Putins Mann Janukowytsch weggeputscht wurde, ist die Ukraine ein US-Außenposten. Es kann eigentlich keinen deutlicheren Stellvertreterkrieg als diesen geben.

  5. Wer nicht glaubt,dass die die Amis in der Ukraine schon lange die Fäden ziehen soll googeln:
    Sratfor, US HAUPTZIEL WAR ES IMMER BÜNDNIS DE UND RUSSLAND ZU VERHINDERN . (VON 2015 )
    Es scheint ,dass es ihnen sehr sehr gut gelungen ist und immerhin ist der Verfasser ein US Stratege,der es schon vor 7Jahren voraussah.
    Die ungeliebten Wahrheiten schreien einfach zum Himmel !

  6. Auch nicht schlecht: Sarah Wagenknecht über Stratfor Video im Deutschen Bundestag ( googeln-Stratfor-Videos)

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