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Schuldendaten in Euroland: Tolle Entwicklung, aber nur auf den ersten und zweiten Blick!

Bei den Schuldendaten ist es wie bei vielen anderen statistischen Daten. Es hängt vom Auge des Betrachters ab, ob die Entwicklung gut oder schlecht ist. Bei keiner anderen Grafik traf das wohl jemals besser zu als...

FMW-Redaktion

Bei den Schuldendaten ist es wie bei vielen anderen statistischen Daten. Es hängt vom Auge des Betrachters ab, ob die Entwicklung gut oder schlecht ist. Bei keiner anderen Grafik traf das wohl jemals besser zu als der folgenden Übersicht der Schuldendaten für Eurozone und Gesamt-EU. Bleiben wir aber hier und jetzt mal beim oberen Teil der Grafik, wo die Daten der Eurozone mit dem aktuellsten Jahr 2017 gezeigt werden.

Positive Schuldendaten

Das Defizit der Euro-Staaten wird immer kleiner, von -253 Milliarden Euro in 2014 auf nur noch -99 Milliarden Euro in 2017. Die Defizitquote sinkt somit von -2,5% auf -0,9% bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Damit nähert man sich immer weiter an die Schwelle zum Überschuss, und ist immer weiter entfernt von der Maastricht-Schwelle von -3%. Ebenso positiv ist die wichtige Kennzahl des Schuldenstands der Euro-Staaten in Relation zum BIP zu betrachten. Die Relation sinkt Jahr für Jahr, von 91,1% im Jahr 2014 auf 86,7% in 2017. Das klingt alles gut und schlüssig.

Negative Schuldendaten

Aber die Kehrseite ist nun mal, dass die Schulden nicht wirklich sinken – sie steigen immer weiter an! Die tatsächliche Verschuldung in Euro steigt kontinuierlich, Jahr für Jahr! Prozentual bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt schrumpft sie nur deswegen, weil das BIP als Bezugswert noch stärker steigt als die tatsächliche Verschuldung. Lag die Schuldenlast der Euro-Staaten in 2014 noch bei 9,33 Billionen Euro, so waren es 2017 schon 9,68 Billionen Euro.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in der Gesamt-EU. Auf den ersten (Defizit) und zweiten Blick (Schuldenquote) sind es tolle Daten, aber die Verschuldung in Euro steigt auch hier.

Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

Schuldendaten



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1 Kommentar

  1. “ schrumpft sie nur deswegen, weil das BIP als Bezugswert noch stärker steigt als die tatsächliche Verschuldung“

    Wieso „nur“? Darauf kommt es letztlich an. Die USA hatten 1982 absolut weit mehr Staatsschulden als 1945, aber die Quote war von über 120% auf 30% gefallen.

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