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„Schwache“ Bundesländer verlieren Einwohner, sogar bei diesem starken Zuzug von außerhalb

Als „schwache“ Bundesländer kann man wohl diejenigen bezeichnen, die vom Image her nicht viel zu bieten haben, wo die Wirtschaftskraft nicht besonders groß ist, und wo die Anziehungskraft für junge Menschen schlicht zu fehlen scheint. Diese Bundesländer sind laut Statistischem Bundesamt das Saarland, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Ostdeutschland generell liegt an der Null-Linie.

Das Statistische Bundesamt hat heute die Einwohnerzahlen für Deutschland für Ende 2017 veröffentlicht und mit den Zahlen für Ende 2016 verglichen. Demnach schrumpft die Bevölkerung im Saarland um 0,2%, in Thüringen um 0,3% und in Sachsen-Anhalt um 0,6%. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen liegt man genau bei +-0. Natürlich gibt es den Demografiewandel, der einige Landstriche leerfegt. Berlin und Hamburg legen dagegen am Stärksten zu mit jeweils +1,1% (Sog in die Städte). Aus rein statistischer Sicht müsste der Zuzug vor allem von Flüchtlingen die Bevölkerungszahl ja bundesweit nach oben bringen, da sie flächendeckend gleichmäßig verteilt werden.

Aber der „normale“ Wegzug aus den vorher genannten Bundesländern hin in andere Regionen verstärkt wohl den Demografie-Effekt – beide Effekte sind unterm Strich offenbar stärker als der gegenteilig wirkende Zuzug durch Flüchtlinge. Bundesweit ist die Bevölkerung unterm Strich um 0,3% gestiegen. In Westdeutschland waren es +0,4%, im Osten -0,1%. Die Statistiker weisen darauf hin, dass der Bevölkerungszuwachs nur zustande kam, weil es in 2017 einen Netto-Zuzug aus dem Ausland von 405.000 Personen gab. Gleichzeitig starben 147 000 Personen mehr als geboren wurden. Diese Zahl zeigt den massiven Demografiewandel in Deutschland. Die vorher genannten Bundesländer dürften den Bevölkerungsschwund in den nächsten Jahren noch stärker zu spüren bekommen, wenn der Zuzug aus dem Ausland als mildernder Faktor zurückgeht.

Weitere Details hier im Wortlaut:

Im Jahr 2017 nahm nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 270 700 Personen (+0,3 %) zu und lag zum 31.12.2017 bei 82,8 Millionen. Damit wurde eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes vom 16. Januar 2018 bestätigt.

n den meisten Bundesländern nahm die Einwohnerzahl zu, absolut gesehen am stärksten in Baden-Württemberg (+71 500), gefolgt von Bayern (+66 500) und Berlin (+38 700). Prozentual gesehen hatten Berlin und Hamburg den höchsten Zuwachs (jeweils +1,1 %). In Sachsen-Anhalt (-13 200 oder -0,6 %), Thüringen (-6 900 oder -0,3 %) und im Saarland (-2 500 oder -0,2 %) gab es hingegen einen Bevölkerungsrückgang. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern blieb die Einwohnerzahl nahezu unverändert. Insgesamt nahm die Bevölkerung im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) um 242 800 Personen zu (+0,4 %), während sie in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) um circa 10 700 Personen (-0,1 %) leicht zurückging.

Ende 2017 lebten rund 9,7 Millionen ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland (+5,0 % gegenüber dem Vorjahr) sowie 73,1 Millionen Deutsche (-0,3 % gegenüber dem Vorjahr). Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich von 11,2 % im Jahr 2016 auf 11,7 % im Jahr 2017.



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1 Kommentar

  1. ja mein schönes saarland ist durch eine falsche politik in den abgrund gefallen. ende 90 er anfang 2000 hat man alle bergwerke geschlossen und die eisenhütten großteils auch. es ist aber nichts für die zukunft der menschen und das land investiert worden. keine neuen arbeitsplätze geschaffen worden oder investitionen in in das land unternommen worden. in der gleichen zeit wurden dank der politik noch die personalleasing firmen zu hundertrn gegründet. das hat die armut beschleunigt. zwangsläufig ist aus einem gesunden land ein armutsland geworden. die menschen die arbeit suchten sind ausgewandert in andere bundesländer. armut und unzufriedenheit macht sich breit. sozial schwaches land hat dann auch viele sozialempfänger und hohe kriminalität.

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