Asien

Schwache China-Daten – aber der Markt reagiert nicht mehr negativ..

Von Markus Fugmann

Ist jetzt alles eingepreist? Wieder ziemlich katastrophale Daten aus China: der Export -5,5% (Prognose -5,2%), aber vor allem der Import bricht regelrecht ein mit -13,8% gegenüber der Prognose von -7,9%. Hinzu kommen – im Westen wenig beachtet – wieder schwache Zahlen zum chinesischen Immobilienmarkt: so sind die Verkäufe von Immobilien in den sogenannten Tier-1-Städten (Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen) in der ersten September-Woche durchschnittlich um 31,7% (!) gefallen, in Peking sogar um 45,5%, in Shanghai knapp über 30%. Nach Angaben der Behörden sei dies Urlaubs-bedingt – im September und Oktober würden die Verkäufe traditionellerweise wieder anziehen, heißt es. Nunja..

Auffällig an Chinas Märkten ist vor allem der Rückgang des Volumens, vor allem beim „S&P“ Chinas, dem CSI300, der sich aus den bedeutendsten Werten der Börsen in Shanghai und Shenzhen zusammensetzt. Der Future auf den CSI300 heute mit lächerlichem Volumen, nachdem die Regulierungsbehörde die Margins für den Handel der CSI300 heraufgesetzt hat. Das ist eine Massnahme, um die Märkte zu beruhigen – Beruhigung durch Stillstand gewissermaßen.

Heute wurde darüber hinaus beschlossen, sogenannte „circuit breaker“ beim CSI300 einzuführen. Das ist vergleichbar mit den Dingen, die wir bei den US-Futures am Black Monday gesehen haben: ab einer gewissen Verlustgrenze wird der Handel zunächst einmal ausgesetzt, hier zunächst bei 5%. Nach einer halben Stunde würde der Handel dann fortgesetzt, ab einem Minus von 7% dann wieder eingestellt für den Rest des Handelstages. Wenn der Verlust von 5% vor 2.30Uhr Orstzeit eintritt, wird der Handel für den Tag komplett ausgesetzt, nach dieser Uhrzeit (also nach 2.30Uhr) reichen dann 7% für eine Aussetzung des Handels bis Marktschluß. So weit so kompliziert – und letzendlich nicht nachvollziehbar. Man kann Märkte nicht einfach lahmlegen – und tut man es doch, kann man sich den Handel eigentlich gleich ganz sparen.

Aber die Hauptbotschaft lautet heute: die westlichen Märkte scheinen das Geschehen an Chinas Festlands-Märkten nicht mehr ernst zu nehmen – und so ganz unrecht haben sie damit nicht angesichts der Massnahmen Pekings. Der Dax jedenfalls steigt kurz vor Beginn des Xetra-Handels in Richtung 10200 Punkten. Keine Panik mehr – weit und breit. Man hat beschlossen, das Thema China ad acta zu legen. Na dann ist ja wieder alles gut..



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