Indizes

Schwache Daten aus Deutschland, BMW enttäuscht – die Lage an den Märkten

Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

Die europäischen Märkte sind aufgrund der Schwäche der heute veröffentlichten deutschen Auftragseingänge sehr verhalten gestartet. Die Daten waren viel schlechter als die Prognose, was die Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Gesundheit des Landes verstärkt. Der tatsächliche Wert lag bei +0,6 Prozent, gegenüber der Prognose von 1,6 Prozent, zum Vorjahresmonat fielen die Aufträge um -10%.

 

Aktienmärkte – kaufen oder nicht?

Man kann immer darüber diskutieren, was die Stimmung an den Aktienmärkten wirklich zerstören kann: ist es die Schwäche der Wirtschaftszahlen, geopolitische Spannungen oder die Trump-Tweets? Offensichtlich triumphieren die Tweets von Präsident Donald Trump über alles, das war gestern zu sehen. Die Frage ist, ob Investoren solche dramatischen Bewegungen als Chance betrachten sollten. Vor allem, wenn die wichtigsten Benchmark-Indizes ein Allzeithoch erreicht haben.

Nun, es gibt zwei Seiten: der Aktienmarkt ist nicht billig. Zu diesen Preisen zu kaufen bedeutet also nicht unbedingt, ein Schnäppchen zu machen. Das berühmte Sprichwort lautet jedoch: Der Trend ist dein Freund –  und betrachtet man die wichtigsten Indizes: S&P 500, Nasdaq, der Dow Jones, dann man sieht deutlich, dass der Trend nach oben gerichtet ist.

Insbesondere das FOMO-Element (die Angst, die Rally zu verpassen) gewinnt an Kraft, wenn die Performance des Jahres bis heute im Mittelpunkt steht. Der Nasdaq-Index steigt um 22,43 Prozent, der S&P 500 um 16,98 und der Dow Jones um 13,34 Prozent. Das macht das Bild deutlich, warum man nicht an der Seitenlinie bleiben will.

Da der britische Markt gestern wegen des Feiertags geschlossen war, müssen Händler die Taktik Trumps sehr sorgfältig analysieren. Betrachtet man die letzte 24-Stunden-Marktreaktion, wird deutlich, dass Händler nicht wirklich glauben, dass Donald Trump das tun wird, was er in seinem Tweet gesagt hat. Sie glauben, dass dies nichts anderes als eine Taktik war. Es hat in gewissem Maße funktioniert, weil die chinesischen Verhandlungsführer das zugrunde liegende Risiko jetzt besser verstehen. Niemand will einen „Handels-Krieg“, das ist nicht vorteilhaft für die USA, egal wie stark Trump das Gegenteil behauptet – und auch nicht für die zweitgrößte Wirtschaft der Welt, China.

 

BMW  berichtet über Gewinnrückgang

Die Ertragssaison ist noch in vollem Gange, und die Investoren fürchten, dass die Wirtschaftsdaten „hässlich“ werden, denn dies würde die Aufwärtsdynamik an den Aktienmärkten stoppen – insbesondere da die Europawahlen vor der Tür stehen.

BMW berichtete heute über sein Quartalsergebnis, der Gewinn des Unternehmens sank um fast 80%. Das Ergebnis vor Steuern sank um 589 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Ausgaben für neue Technologien und den Wettbewerb in einigen Märkten zurückzuführen. Diese beiden Faktoren führten zu einem Rückgang der Gewinnmarge.

Generell ist es normal, dass dieser Rückgang eintritt, insbesondere wenn ein Unternehmen in neue Technologien investiert und die neuen Modelle bald auf den Markt kommen. Daher sehe ich keinen besonderen Grund, warum sich die Aktie in naher Zukunft nicht gut entwickeln sollte.

 

Brexit und Theresa May

Auf dem Devisenmarkt geht es um Sterling und das Drama um Theresa May – die britische Premierministerin wird sich mit der Labour Party zusammensetzen. Wenn keine Lösung gefunden wird, kann dies die Chancen für ein weiteres Referendum oder sogar Neuwahlen auslösen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass ein Tory-Kollege Mayersetzt, während Michael Barnier, der EU-Unterhändler, verzweifelt ein positives Verhandlungs-Ergebnis zu erreichen versucht!

 

Naeem Aslam



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