Europa

Schwacher Güterumschlag in deutschen Seehäfen – Brexit deutlich spürbar

Der Güterumschlag in deutschen Seehäfen lag letztes Jahr deutlich niedriger als unmittelbar vor der Finanzkrise. Zwar hat sich die Wirtschaftsleistung erholt, aber immer noch nicht der Verkehr über deutsche Häfen. Was ja nichts über die deutsche Wirtschaftsleistung verrät, denn womöglich wurden verstärkt Waren über Rotterdam und Antwerpen auf die Weltmeere  verschifft, weil diese Häfen für viele Produzenten vor allem in Süddeutschland und in NRW ja oft von der Strecke her näher liegen als die norddeutschen Häfen.

Güterumschlag schwach, vor allem mit Großbritannien

Laut heutiger Mitteilung der staatlichen Statistiker gab es in 2018 einen Güterumschlag über deutsche Seehäfen in Höhe von 296,5 Millionen Tonnen. Im Vergleich zu 2017 war das ein Minus von 0,7%. Aber im Jahr 2008 unmittelbar vor dem Durchschlagen der Finanzkrise auf den globalen Handel waren es noch 318 Millionen Tonnen. Damit liegt man immer noch 6,7% hinter diesem Volumen, und das elf Jahre später!

40% der Umschlagsmenge wurde innerhalb der EU verschifft. Hier gab es im Vergleich zu 2017 einen Zuwachs von 1%. Somit liegt aktuell die Schwäche im Außenhandel bei Staaten außerhalb der EU. Aber da gibt es ja noch diesen Sonderposten, nämlich Großbritannien. Hier geht der deutsche Güterumschlag in 2018 um 3,9% zurück gegenüber 2017. Beim Umschlag außerhalb der EU gibt es auch Staaten, mit denen der Seeumschlag wächst. Hier die Statistiker im Wortlaut:

Der Güterumschlag mit Asien sank 2018 gegenüber 2017 um 2,0 % auf 55,1 Millionen Tonnen, ebenso der Umschlag mit Nord-, Mittel- und Südamerika (-2,0 % auf 43,4 Millionen Tonnen). Dagegen stieg der Gütertransport aus und nach Afrika um 2,3 % auf 14,7 Millionen Tonnen. Nach Ländern und Ländergruppen betrachtet ergibt sich ein differenzierteres Bild: Während beispielsweise der Güterumschlag mit den Vereinigten Staaten (+5,5 %), Singapur (+4,4 %) und Südkorea (+2,8 %) gewachsen ist, war der Umschlag mit den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens (-9,4 %) rückläufig, so etwa mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (-3,7 %). Unter allen Ländern weltweit am häufigsten waren in den deutschen Seehäfen verladene Güter für Russland bestimmt oder kamen von dort (26,4 Millionen Tonnen). In dieser Rangliste folgen Schweden (25,3 Millionen Tonnen), China (22,0 Millionen Tonnen), die USA (17,4 Millionen Tonnen) und das Vereinigte Königreich (16,6 Millionen Tonnen).

Güterumschlag per See - Hamburger Hafen
Containerschiffe im Hamburger Hafen. Foto: pixabay / monikawl999



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