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Immobilienmarkt in Schweden gibt Großteil der Pandemie-Gewinne ab

Der Immobilienmarkt in Schweden gibt einen Großteil seiner Pandemie-Gewinne wieder ab. Hier dazu aktuelle Daten.

Schweden-Flagge

In Deutschland zeigt sich ein fortschreitender Absturz am Immobilienmarkt, der sich am Deutlichsten bei den fallenden Immobilienpreisen zeigt (hier dazu die gestrigen Daten für Dezember). Schweden steht in Europa am Schlechtesten da beim Thema Immobilien, denn der Verschuldungsgrad ist hoch, und die Zinsen sind zu großen Teilen flexibel. Da verursacht die Zinswende besonders schnell Probleme. In den letzten Monaten haben Daten bereits die massiven Probleme in Schweden gezeigt.

Die Wohnungspreise in Schweden sind fast auf den Stand wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gefallen. Neun Monate anhaltender Verluste haben einen großen Teil des Wertzuwachses schwedischer Wohnimmobilien zunichte gemacht, nachdem sich ein Anstieg der Kredit- und Lebenshaltungskosten auf die Preise niedergeschlagen hatte, so Bloomberg aktuell. Das hat das größte nordische Land zu einer der Regionen in der Welt gemacht, die den stärksten Rückgang auf dem Immobilienmarkt für Wohnobjekte zu verzeichnen haben. Zwar werden Einfamilienhäuser in Schweden immer noch zu etwas höheren Preisen als vor dem Ausbruch im März 2020 gehandelt, doch der Anstieg der Strompreise drückt im kalten nordischen Winter auf die Nachfrage nach Häusern mit höherem Energiebedarf.

Rückläufige Immobilienpreise in Schweden

Laut den heute veröffentlichten Daten der Maklerorganisation Svensk Maklarstatistik, die den Wohnungsmarkt fast in Echtzeit verfolgt, sind die Hauspreise in Schweden derzeit um 15% und die Wohnungspreise um 14% gegenüber ihrem Höchststand gesunken. Es werden keine Gesamtzahlen für den Markt genannt. Die Daten stimmen weitgehend mit dem HOX-Valueguard-Index überein, in dem Wohnungen und Häuser zusammengefasst sind, und der von der Zentralbank beobachtet wird. Die meisten Ökonomen erwarten für den Immobilienmarkt einen Rückgang von 20% vom Höchststand bis zum Tiefststand.

Die Entwicklung in Schweden steht sinnbildlich für einen weltweiten Trend: Die jahrelange ultralockere Geldpolitik wird zurückgenommen, was die Kapitalkosten erhöht und den Immobilienmarkt in vielen Ländern belastet. In Ländern wie Kanada, Australien und China sind die Preise für Wohnimmobilien im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. In Deutschland fielen sie im Dezember erstmals seit zehn Jahren.

In Schweden war der Rückgang besonders stark, was der ehemalige Riksbank-Chef Stefan Ingves als “Tag der Abrechnung” für den Immobilienmarkt bezeichnete, der, wie er seit langem warnte, zu viele Anreize für riskante Kreditaufnahmen bot. Die Preise für Einfamilienhäuser fielen im Dezember um 3% gegenüber dem Vormonat, während die Preise für Wohnungen um 1% zurückgingen, so Maklarstatistik. Die schwedischen Immobilienmakler, die durch ein schwächeres Verkaufstempo und sinkende Preise unter Druck geraten sind, setzen ihre Hoffnungen auf eine Stabilisierung des Immobilienmarktes in der Hauptstadtregion Stockholm, wo die Preise gegenüber den letzten drei Monaten unverändert geblieben sind.

FMW/Bloomberg



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