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Schweden: Notenbank beendet negativen Leitzins

Claudio Kummerfeld

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am

Schweden Flagge

Die schwedische Notenbank „Riksbank“ hat vor wenigen Minuten ihre aktuellste Entscheidung zum Leitzins verkündet. Er wird von -0,25% auf 0,00% angehoben. Seit nunmehr vier Jahren lag der Leitzins in Schweden im Negativbereich, zwei Jahre lang sogar bei -0,50%. Dann ging es rauf auf -0,25%, und jetzt auf 0,00%. Wie die Notenbanker aktuell auch offiziell verkünden, soll dieser Leitzins (Repo Rate) wohl auch in den nächsten Jahren an der Null-Linie verbleiben. Bis Ende 2022 könne er auf 0,13% ansteigen, so die Schätzung. Der folgende Chart zeigt den Verlauf des Leitzins in Schweden in den letzten zehn Jahren.


source: tradingeconomics.com

Die Inflation in Schweden soll laut heutiger Schätzung der Riksbank in den nächsten drei Jahren bei 1,8%, 1,8% und 2,1% liegen. Seit 2017 sei die Inflation nun nahe am 2% Inflationsziel, so die Notenbanker. Und das Umfeld sehe gut aus, dass sie auch erstmal dort bleiben könne. Ähnlich wie bei Volkswirtschaften im Ausland befinde sich die schwedische Wirtschaft in einer Phase mit geringerem Wachstum, so die Riksbank aktuell. Eine Verlangsamung trete jedoch nach mehreren Jahren mit hohem Wachstum und starken Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt ein. Insgesamt bedeute dies, dass die schwedische Wirtschaft von einem stärker als normalen Zyklus zu einer normaleren Situation übergehe. Die Inflation liegt seit Anfang 2017 bei fast 2 Prozent. Nach einem erwarteten Rückgang im Sommer ist sie wieder auf knapp 2 Prozent gestiegen.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Prognosti

    19. Dezember 2019 11:55 at 11:55

    Noch zu erwähnen, ich habe kürzlich gelesen, dass die Erhöhung der Zinsen speziell wegen den Verwerfungen am Immo-Markt gemacht wurde. Irgendwann werden sich die Nachteile der Negativzinsen auch in andern Hohlköpfen einnisten.

  2. Avatar

    Torsten

    19. Dezember 2019 12:44 at 12:44

    ich liebe Schweden

    • Avatar

      Michael

      19. Dezember 2019 13:39 at 13:39

      @Torsten, ich auch! Aber es ist ja nicht so, dass ein Leitzins von 0% Anlass zu Euphorie geben müsste. Den haben wir bei der EZB ebenfalls seit längerem. Aber immerhin einmal ein Signal…

      • Avatar

        Torsten

        19. Dezember 2019 17:30 at 17:30

        die Schweden haben erkannt das geringe Zinsen den Immobilienmarkt befeuern aber den Bürgern nicht nutzen.
        Ich denke das man den Minimalen Zins bei 0,5-1% nach unten begrenzen sollte, weltweit.

        • Avatar

          Michael

          19. Dezember 2019 20:34 at 20:34

          @Torsten, ich wollte damit nur sagen, dass die Schweden beim Leitzins schon bei -0,5% waren. Und dass eine Erhöhung auf 0% zwar gut klingt, aber im Prinzip nur eine Abkehr von Minuszinsen bedeutet, die es beim Leitzins im EURO-Raum nach nicht einmal gegeben hat.

          Ansonsten teile ich Ihre Freude über das Signal und bin auch der Meinung, dass Negativzinsen nicht erlaubt sein dürften. Das ist eine Perversion mit unabsehbaren Folgen, ein verantwortungsloses Überschreiten des Ereignishorizontes, nach dem Motto, schau ma mal, was da so alles passieren mag…

  3. Avatar

    Marko

    20. Dezember 2019 07:58 at 07:58

    Ihr wisst schon, dass die DKK eigentlich der EUR ist, machen die Dänen so. Keine Ahnung warum die dem EUR nicht beitreten wollen, aber immerhin… :D

    Na ja, die Skandinavier und ihre Kronen, wie war das nochmal mit Island… ?

    Und ja, die Kiste muss bezüglich Leitzinsen nach oben drehen, Lehman ist vorbei, das kann aber leider nur eine Bank/Institution.
    Der „Bundesbank-Laden“, die FED/Amis mussten ja schon einen Rückzieher vollziehen, dann dürfte der Immobilien-Markt in die Bredouille kommen, und dies weltweit !!

    Wenn die EZB loslegt, wird der Bufu in den Keller rauschen, die EZB wird „dosiert“ handeln, d.h. 0,25 % pro Quartal rauf.

    Die Frage wäre nur : wann.. Und das wäre der Unterschied zur FED, wenn die EZB „loslegt“, wird sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihre Zinserhöhungspolitik weiterführen.

    Warum ? Weil der „Bundesbankladen-Laden“ das kann ! Ist halt die „Bundesbank“ ;)

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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