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Schweizer Banken zahlen: US-Justiz macht vor, wie das geht

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wieder einmal zeigt die US-Jusitz den europäischen Finanzbehörden, wie das geht auf der Jagd nach entgangenen Steuereinnahmen. Erneut zahlt eine Schweizer Bank direkt an die US-Behörden eine Strafgebühr, weil man zugeben musste US-Bürgern bei ihrer Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Wie wir vor Kurzem beschrieben haben, blocken die USA Anfragen ausländischer Behörden strikt ab, wenn es darum geht, ob deren Bürger Gelder in den USA verstecken. Andersrum zeigt das US-Justizministerium den europäischen Behörden aber, wie man z.B. mit Schweizer Banken umspringen kann. Zusätzlich zu den Steuernachforderungen bei den Bürgern lässt man sich fürstlich mit Strafzahlungen der Schweizer Banken bezahlen, wo US-Bürger Gelder versteckten. Nach zahlreichen großen und auch sehr kleinen Fällen ist diese Woche die Bank „Banque Bonhôte & Cie SA“ an der Reihe und zahlt 624.000 Dollar Strafe, weil man für 63 US-Bürger 88 Mio Dollar Guthaben verwahrte, und dabei half, naja sagen wir mal Gelder zu verstecken. Diese Strafsumme hört sich nicht groß an, aber bei einem deponierten Betrag von 88 Mio Dollar wird die Bank kaum Zinserträge über 624.000 Dollar erwirtschaftet haben mit diesem Depotvolumen.

Über das vom US-Justizministerium seit 2013 laufende sogenannte „Swiss Bank Program“ können sich Schweizer Banken „ehrlich“ machen und deklarieren, dass sie US-Bürgern beim Verstecken von Geldern geholfen haben. Man zahlt Ablass, besser als wenn man wie FIFA-Manager an die USA ausgeliefert wird und dort im Gefängnis sitzt – so werden es die Schweizer Bankmanager sehen. Wie bei den vorigen Fällen auch wurden bei dieser Bank anonyme Konten eröffnet und Kontoauszüge absichtlich nicht in die USA versendet, um den US-Behörden bei evtl. Durchsuchungen kein Beweismaterial unter die Nase zu halten – so kann man den Text der US-Justiz interpretieren. Auch sollen zu dieser Bank US-Kunden gekommen sein, die aufgrund von Untersuchungen der US-Justiz bei der UBS und Credit Suisse mit ihren Geld fliehen wollten.

Die USA zeigen mit ihrem doppelten Abkassieren (Steuern von US-Bürgern nachfordern + bei Schweizer Banken Strafen kassieren), wie es gehen kann. Deutschland kassiert bisher nur bei den deutschen Steuerpflichtigen, wenn man ihnen denn auf die Schliche kommt. Die Schweizer Banken kommen da ungeschoren davon. Auch bei den Schweizer Banken Strafzahlungen kassieren funktioniert nämlich nur, wenn man wie die USA eine Drohkulisse gegenüber den Bankmanagern aufbaut, dass ihnen eine persönliche Strafverfolgung mit Auslieferung und Gefängnis droht. Dafür scheint man in Deutschland zu weich zu sein.

Hier der Originaltext des US-Justizministeriums, wie es im Fall der „Banque Bonhôte & Cie SA“ ablief:

„Banque Bonhôte is a private bank established in 1815 in the City of Neuchâtel, Switzerland. It is a privately held stock company, and the majority of its share capital is owned by its management board and employees. Until 2002, Banque Bonhôte had a single office in Neuchâtel; since then, it has opened branches in Bienne, Geneva and Berne, Switzerland.

Banque Bonhôte’s cross-border banking business aided and assisted some U.S. clients in opening and maintaining undeclared accounts in Switzerland and concealing the assets and income the clients held in their accounts from the Internal Revenue Service (IRS). Banque Bonhôte knew, or should have known, that it was likely that certain U.S. taxpayers who maintained accounts at Banque Bonhôte were not complying with their U.S. tax reporting obligations.

Banque Bonhôte used a variety of means to assist U.S. clients in concealing the assets and income the clients held in their Bonhôte undeclared accounts, including opening and maintaining numbered accounts, as well as holding bank statements and other mail at Banque Bonhôte’s offices in Switzerland. Banque Bonhôte also opened accounts for U.S. taxpayers who had left UBS or Credit Suisse when these banks were being investigated by the department.

Private bankers, referred to as client relationship managers, served as Banque Bonhôte’s primary contact for accountholders at the bank. Client relationship managers aided or assisted U.S. clients to open and manage accounts that were undeclared and that were established and maintained in a manner designed to conceal the U.S. taxpayers’ ownership or beneficial interest in the accounts. Banque Bonhôte compensated client relationship managers, in part, based on the amount of business they generated for Banque Bonhôte.

Banque Bonhôte referred bank clients to Bonhôte Trust SA, a Swiss fiduciary and trust advisory firm located in Neuchâtel and acquired by Banque Bonhote in 2001. Bonhôte Trust provided assistance in setting up entities such as offshore companies and foundations, including sham entities, for clients including U.S. taxpayers and provided administrative services to those entities.

Through Bonhôte Trust, Banque Bonhôte created offshore foundations, corporations, trusts and similar entities organized in jurisdictions such as the British Virgin Islands and Nevis. In some instances, Banque Bonhôte structured a U.S.-related account that appeared as if it was held by a non-U.S. legal entity, such as an offshore corporation or trust, which aided and abetted the clients’ ability to conceal their undeclared accounts from the IRS. Banque Bonhôte also had accounts opened through external asset managers and maintained in the name of offshore structures, despite knowing that in at least some instances the beneficial owners of such accounts were U.S. persons. Banque Bonhôte knew or should have known that, at least in some instances, external asset managers opened and managed accounts at Banque Bonhôte in the name of a sham offshore structure that in reality held assets owned by a U.S. client.

Approximately 35 percent of Banque Bonhôte’s U.S.-related accounts were held in the name of offshore structures, and Banque Bonhôte accepted the use of IRS or substitute forms that falsely stated under penalties of perjury that sham entities beneficially owned the assets in the undeclared accounts.

Throughout its participation in the Swiss Bank Program, Banque Bonhôte committed to providing full cooperation to the U.S. government. Among other things, Banque Bonhôte described in detail the structure and operation of its U.S. business, including its cross-border business policies. Banque Bonhôte was able to disclose the identities of more than half of the beneficial owners of its U.S.-related accounts to the department and provided narrative summaries of other U.S.-related accounts for use in other ongoing and potential department investigations.

Since Aug. 1, 2008, Banque Bonhôte held and managed 63 U.S.-related accounts, including both declared and undeclared accounts, which had a peak of aggregated assets under management of $88.7 million. Banque Bonhôte will pay a penalty of $624,000.“


Ein Kommentar

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  1. Avatar

    joah

    5. November 2015 16:57 at 16:57

    Sobald China seine SWIFT-Alternative „CIPS“ (Cross-border Interbank Payment System) aktiv geschaltet hat, entfällt seitens Amerika die Drohkulisse, welche aktuell (noch?) besteht (Ausschluss von jeglichem Handel via Sperrung in SWIFT). Es könnte dann zu einer deutlichen Umkehr des Verhaltens führen.

    Wenn man diversen Berichten Glauben schenken darf, ist das System bereits gestartet worden. Es kann in der nächsten Zeit auf diversen Ebenen recht spannend, vielleicht auch „turbulent“ werden.

    @ FMW-Redaktion: habt ihr dazu vielleicht schon Neuigkeiten oder mehr Informationen?

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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am

Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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