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Devisen

Schweizer Franken vor neuer Aufwertung? Die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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Der Schweizer Franken bietet vor allem seit letztem Freitag ein doch eher langweiliges Bild für Devisenspekulanten. Nur minimale Schwankungen, und niemand weiß so wirklich wohin. Zuletzt gab es ein klein wenig Bewegung, weil vor einer Woche klare Aussagen seitens der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kamen, wonach Negativzinsen grundsätzlich absolut notwendig seien für die Schweiz. Die Geldpolitik bleibe expansiv, und als SNB sei man weiterhin bereit am Devisenmarkt zu intervenieren. Diese Worte halfen dem Schweizer Franken am 2. Oktober dabei abzuwerten. EURCHF stieg um 75 Pips.

Schweizer Alpenpanorama
Foto: pixabay / TeeFarm

Aus heutiger Sicht kann man fragen: Waren diese Worte eine Art Ersatz für echte Interventionen? Denn seit Monaten versuchen die Märkte anhand steigender Sichteinlagen bei der SNB abzulesen, wie stark sie am Devisenmarkt in den vorigen Tagen interveniert hat um den Schweizer Franken zu schwächen. Die gestern veröffentlichten Sichteinlagen für die Vorwoche blieben it 592,2 Milliarden Franken unverändert. Somit gibt diese Zahl kein frisches Signal an die Märkte, dass die SNB weiter interveniert haben könnte. Aber die Worte der SNB sorgten dafür, dass der freie Devisenmarkt die Abwertung des Franken ganz von alleine vorgenommen hat.

Schweizer Franken mau, weil Euro und Dollar sich auch kaum bewegen

Aktuell bietet der Schweizer Franken aber keine großen Ausschläge nach oben oder nach unten, wenn man auf die letzten drei Tage schaut (aktuell EURCHF 1,0915). Das liegt vor allem auch daran, dass Euro und US-Dollar als große Gegenwährungen seit gut drei Handelstagen nur sehr geringe Schwankungen aufweisen. Also könnte es nur eine trügerische Ruhe für den Franken sein? Schauen wir mal auf diesen Chart von Euro vs Franken, der vier Wochen zurückreicht. Dies Tiefs bei 1,0830 scheinen nicht all zu weit entfernt zu sein. Es geht also weiterhin um eine mögliche erneute Aufwertung des Schweizer Franken. Die SNB hatte die Zinssenkungen von Fed und EZB nicht mit gemacht. Von daher bleibt der Franken auch weiterhin der Gefahr ausgesetzt weiter aufzuwerten.

Keine sinkenden Zinsen?

Donnerstag wird nicht nur für Gold, sondern auch für den Schweizer Franken ein wichtiger Tag. Enttäuschen die Handelsgespräche zwischen China und den USA, könnten institutionelle Investoren und Zocker reflexartig wieder die Flucht Richtung Gold und Fränkli antreten, und EURCHF könnte schnell fallen. Könnte, nicht muss! Erstaunlich ist, dass sich die Schweizer Bankengemeinde fast einig zu sein scheint. Eine aktuelle Umfrage der Schweizer FuW zeigt, dass beim Übernachtzins Saron, den die SNB zusammen mit dem Leitzins im Blick hat, nur ein Volkswirt der befragten Banken mit einem Rückgang in den nächsten zwölf Monaten rechnet. Die Fachleute in den Banken ließen sich weiterhin nicht von der Stimmung an den Märkten anstecken, so die FuW.

Euro vs Schweizer Franken seit vier Wochen

Das würde also bedeuten, dass die SNB auch weiterhin kaum Druck zu sehen scheint mit tieferen Zinsen gegen eine Franken-Aufwertung zu kämpfen, die noch anstehen könnte. Gibt es für Zocker also doch ein „nettes“ Fenster für eine weitere Franken-Aufwertung? Denn ab einem bestimmten Punkt, den wir Außenstehende nicht kennen, dürfte die SNB wohl mit drastischen Interventionen reagieren. Darf EURCHF also vielleicht bis 1,0830 fallen, oder sogar bis 1,0812? (Tief im folgenden Chart, der bis Dezember 2018 zurückreicht)

Fällt EURCHF darunter, also steigt der Schweizer Franken weiter an, würde sich die SNB dann endgültig genötigt sehen richtig kräftig dagegenzuhalten? Das ist durchaus denkbar. Wie gesagt. Wichtig wird dieser Donnerstag. Enttäuschen die Gespräche, könnte wie so oft in den letzten Monaten und Jahren plötzlich wieder die Flucht Richtung Schweizer Franken einsetzen. Ein Fenster von vielleicht 100 Pips Aufwertung im Franken scheint dazu zu sein. Bis die SNB eingreift? Bitte betrachten Sie unsere Worte nicht als Empfehlung jetzt auf eine Franken-Aufwertung zu setzen. Das entscheiden Sie bitte ganz alleine!

Euro vs Schweizer Franken seit Dezember 2018

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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