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Schweizer Franken wertet weiter auf: Enorme Flucht in Schweizer Anleihen!

Claudio Kummerfeld

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Was für eine Bewegung. Der Schweizer Franken wertet immer weiter auf. Erst am Freitag hatten wir darüber berichtet. Und nun übers Wochenende hat sich diese Bewegung fortgesetzt. Notierte Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) Freitag früh noch bei 1,0950, so notiert der Kurs aktuell bei 1,0884. Wahnsinn! Der Chart zeigt den Kursverlauf seit 10. Juli. EURCHF fällt immer weiter, der Franken wertet also immer weiter auf.

Euro vs Schweizer Franken seit 10. Juli

Nicht nur die EZB-Politik lässt den Schweizer Franken steigen

Da wäre natürlich die EZB-Politik. Die jüngsten Andeutungen zeigen, dass die EZB im September Zinsen senken wird und/oder neue Anleihekäufe durchführen wird, was den Euro schwächt, und damit automatisch den Schweizer Franken stärkt. Aber: Man schaue aktuell auch mal auf die Rendite zehnjähriger schweizerischer Staatsanleihen, die wir im folgenden Chart dargestellt haben (Verlauf der letzten 12 Monate). Noch letzten Mittwoch lag die Rendite bei -0,74%. Heute sind es schon -0,88%. Was für ein Wahnsinn!

Einerseits ist es ein Run in die Sicherheit der Schweiz! Andererseits ist natürlich auch viel Zockerei dabei. Denn Profi-Spekulanten mit sehr großen Geldsummen machen gutes Geld, wenn sie auf stetig weiter steigende Anleihekurse setzen (fallende Renditen). Wer von Dollar, Euro- oder Pfund-Anlagen in die Schweiz geht, muss natürlich auch den Schweizer Franken kaufen. Das erzeugt natürlich weiter Preisauftrieb für den Fränkli! Wie aktuell zu lesen ist, ist laut LBBW-Analyst Elmar Völker der aktuelle Grund für den Run auf Schweizer Papiere die Ankündigung weiterer US-Strafzölle auf chinesische Waren. Der Druck auf die EZB, ihren Ankündigungen bezüglich einer umfassenden geldpolitischen Lockerung sehr bald Taten folgen zu lassen, steige mithin weiter.

Schweizer Anleihen Rendite

Worauf wartet die SNB?

Tja. Da bleibt (worauf wir schon mehrmals hingewiesen haben) nur noch die Frage: Worauf wartet die Schweizerische Nationalbank (SNB)? Ihr erklärtes Ziel ist es den Schweizer Franken zu schwächen beziehungsweise nicht weiter aufwerten zu lassen. Und es passiert seit geraumer Zeit genau das Gegenteil. Will ein Tourist aus Euroland in der Schweiz Urlaub machen, wird das immer teurer. Wollen gewerbliche Kunden aus dem Ausland in der Schweiz Waren kaufen, wird das für sie immer teurer. Der Devisenmarkt geht schon seit einiger Zeit davon aus, dass die SNB intervenieren wird. Also Schweizer Franken digital drucken, und ihn gegen Euro und Dollar verkaufen. Offizielle Mitteilungen gibt sie dazu nicht raus. Merken könnte man solche Interventionen durch plötzliche ruckartige Abwertungen des Franken. Aber davon ist derzeit nun wirklich nichts zu sehen. Wartet die SNB noch auf die September-Verkündung der EZB? Aber herje, der Franken wertet ja jetzt schon extrem stark auf!

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    BrettonWood

    5. August 2019 12:41 at 12:41

    Das ist nicht ganz korrekt, man schliesst aus dem Anstieg der Sichtguthaben bei der SNB aufs Gelddrucken in den letzten zwei Wochen haben sich die Devisenreserven bzw die Sichguthaben um 3.2 Mrd ausgeweitet….gerade rund um die PK von Draghi hat man gut gesehen das die SNB präventiv schon interventiert hat was dann dazu führte das CHF gegen alles abverkaufte, Mehr als der Euro aufwertet….die SNB steht auch unter Druck die Meinung der Schweizer ist eher man sollte den Kurs dem Markt überlassen

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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