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Schweizer Franken wertet weiter auf: Enorme Flucht in Schweizer Anleihen!

Was für eine Bewegung. Der Schweizer Franken wertet immer weiter auf. Erst am Freitag hatten wir darüber berichtet. Und nun übers Wochenende hat sich diese Bewegung fortgesetzt. Notierte Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) Freitag früh noch bei 1,0950, so notiert der Kurs aktuell bei 1,0884. Wahnsinn! Der Chart zeigt den Kursverlauf seit 10. Juli. EURCHF fällt immer weiter, der Franken wertet also immer weiter auf.

Euro vs Schweizer Franken seit 10. Juli

Nicht nur die EZB-Politik lässt den Schweizer Franken steigen

Da wäre natürlich die EZB-Politik. Die jüngsten Andeutungen zeigen, dass die EZB im September Zinsen senken wird und/oder neue Anleihekäufe durchführen wird, was den Euro schwächt, und damit automatisch den Schweizer Franken stärkt. Aber: Man schaue aktuell auch mal auf die Rendite zehnjähriger schweizerischer Staatsanleihen, die wir im folgenden Chart dargestellt haben (Verlauf der letzten 12 Monate). Noch letzten Mittwoch lag die Rendite bei -0,74%. Heute sind es schon -0,88%. Was für ein Wahnsinn!

Einerseits ist es ein Run in die Sicherheit der Schweiz! Andererseits ist natürlich auch viel Zockerei dabei. Denn Profi-Spekulanten mit sehr großen Geldsummen machen gutes Geld, wenn sie auf stetig weiter steigende Anleihekurse setzen (fallende Renditen). Wer von Dollar, Euro- oder Pfund-Anlagen in die Schweiz geht, muss natürlich auch den Schweizer Franken kaufen. Das erzeugt natürlich weiter Preisauftrieb für den Fränkli! Wie aktuell zu lesen ist, ist laut LBBW-Analyst Elmar Völker der aktuelle Grund für den Run auf Schweizer Papiere die Ankündigung weiterer US-Strafzölle auf chinesische Waren. Der Druck auf die EZB, ihren Ankündigungen bezüglich einer umfassenden geldpolitischen Lockerung sehr bald Taten folgen zu lassen, steige mithin weiter.

Schweizer Anleihen Rendite

Worauf wartet die SNB?

Tja. Da bleibt (worauf wir schon mehrmals hingewiesen haben) nur noch die Frage: Worauf wartet die Schweizerische Nationalbank (SNB)? Ihr erklärtes Ziel ist es den Schweizer Franken zu schwächen beziehungsweise nicht weiter aufwerten zu lassen. Und es passiert seit geraumer Zeit genau das Gegenteil. Will ein Tourist aus Euroland in der Schweiz Urlaub machen, wird das immer teurer. Wollen gewerbliche Kunden aus dem Ausland in der Schweiz Waren kaufen, wird das für sie immer teurer. Der Devisenmarkt geht schon seit einiger Zeit davon aus, dass die SNB intervenieren wird. Also Schweizer Franken digital drucken, und ihn gegen Euro und Dollar verkaufen. Offizielle Mitteilungen gibt sie dazu nicht raus. Merken könnte man solche Interventionen durch plötzliche ruckartige Abwertungen des Franken. Aber davon ist derzeit nun wirklich nichts zu sehen. Wartet die SNB noch auf die September-Verkündung der EZB? Aber herje, der Franken wertet ja jetzt schon extrem stark auf!



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1 Kommentar

  1. Das ist nicht ganz korrekt, man schliesst aus dem Anstieg der Sichtguthaben bei der SNB aufs Gelddrucken in den letzten zwei Wochen haben sich die Devisenreserven bzw die Sichguthaben um 3.2 Mrd ausgeweitet….gerade rund um die PK von Draghi hat man gut gesehen das die SNB präventiv schon interventiert hat was dann dazu führte das CHF gegen alles abverkaufte, Mehr als der Euro aufwertet….die SNB steht auch unter Druck die Meinung der Schweizer ist eher man sollte den Kurs dem Markt überlassen

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