Devisen

Schweizer Franken: Aufwertung geht weiter! Reagiert die SNB?

Gestern berichteten wir schon darüber. Seit letztem Freitag hat Euro vs Schweizer Franken deutlich verloren. In letzter Zeit fielen die wichtigen charttechnischen Marken von 1,12, von 1,1050 und 1,1000. Und heute wertet der Schweizer Franken noch weiter auf.

Schweizer Franken wertet immer weiter auf

Fälschlicherweise wird in einigen Medien aktuell berichtet, dass die ganz aktuelle Aufwertung im Schweizer Franken nach der Wahl von Boris Johnson heute Mittag geschah. Wer aber genau nachschaut, der sieht: Bis exakt zum Zeitpunkt der Verkündung der Wahl von Boris Johnson um 13 Uhr war EURCHF bereits von heute früh 1,1015 bereits auf 1,0992 gefallen. Die weitere Abwärtsstrecke danach ging bis jetzt auf 1,0974. Der Markt fällt also längst vorher. Es ist eine tagelange Bewegung, die durch die Johnson-Wahl nur ein klein wenig weiter gepusht wurde.

Euro vs Schweizer Franken seit 11. Juli
Euro vs CHF seit 11. Juli.

Unterm Strich, im großen Bild, da notiert der Schweizer Franken derzeit so hoch wie seit Sommer 2017 nicht mehr. Die Aufwertung des Fränkli (Abwertung von EURCHF im Chart) scheint aus charttechnischer Sicht zügellos weitergehen zu können. Und es kommt womöglich noch schlimmer. Man kann es nicht oft genug betonen. Der Markt hat es die letzten Tage zwar schon gut eingepreist, aber übermorgen wird die EZB aller Wahrscheinlichkeit nach (wie auch immer) eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik verkünden, und damit den Euro schwächen. Das bringt noch mehr Aufwertungsdruck für den Schweizer Franken.

Schweizerische Nationalbank

Man kann sich gut vorstellen, wie verzweifelt oder auch genervt die Damen und Herren in der obersten Etage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sein müssen. Sie tun seit Jahren so ziemlich alles um den Schweizer Franken zu schwächen, damit ausländische Touristen und ausländische Industriekunden sich die Schweiz beziehungsweise schweizerische Produkte noch leisten können. Aber die Welt sucht den sicheren Hafen Schweiz, und damit auch dessen Währung. Dazu noch überall Zinssenkungen, nur eben nicht in der Schweiz. Die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass die SNB ohne Vorwarnung und vielleicht auch ohne öffentliche Verkündung massiv am Devisenmarkt interveniert, also selbst gedruckte Franken gegen Euro verkauft.

Euro vs Schweizer Franken seit 2016

Schweizer Franken wertet weiter auf - reagiert die SNB?
Direktorium der SNB. Thomas Jordan in der Mitte. Foto: SNB/P. von Ah



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2 Kommentare

  1. Als „Frankensparer“ fühlen wir uns sehr wohl damit !

  2. Ich denke dass die SNB noch abwarten wird mit Interventionen weil,
    1. Die Wirtschaft noch gut läuft.
    2.Die zwei anderen wichtigen Wärungen ( Yen u.Dollar ) auch stark sind.
    3. Die EU u.der Euro sind zwar wichtig für die Schweiz, aber es gibt zum Glück noch eine Restwelt.Nach meiner Meinung wird der SNB Präsident das letzte Pulver noch aufbewahren für den Fall dass die Notenbänker komplett durchdrehen , was immer wahrscheinlicher wird.

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