Devisen

Schweizer Franken mit spürbarer Aufwertung – dies sind die Gründe – Achtung!

Schauen wir uns den Schweizer Franken jetzt mal an, drei Werktage nach der Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Am letzten Donnerstag hatte sie entschieden die Zinsen nicht zu senken. Einige Marktteilnehmer hatten das erwartet, andere zeigten sich etwas enttäuscht. Und damit kommen wir auch schon zum ersten Punkt unserer aktuellen Betrachtung.

Schweizer Bergpanorama - Schweizer Franken wertet auf
Foto: pixabay / narya

Schweizer Franken hat spürbar aufgewertet

Kurz vor der Zinsentscheidung am Donnerstag um 9:30 Uhr notierte Euro vs Schweizer Franken noch bei 1,1008. Bis jetzt ist der Kurs fast durchgehend gefallen auf aktuell 1,0868. Tendenz aktuell: Weiter fallend (dies ist keine Handelsempfehlung!). Der Schweizer Franken ist also spürbar aufgewertet. Das war grundsätzlich zu erwarten. Denn durch die Untätigkeit der SNB ist die Zinsdifferenz zwischen Euroland und Schweiz geschrumpft, weil die EZB kurz vor der SNB ihre Zinsen gesenkt hatte. Somit wirkt dies abwertend auf den Euro, und aufwertend für den Franken.

Gestern gab es die schwachen Einkaufsmanager-Daten aus Euroland, die den Euro weiter abwerten ließen – und das nicht nur gegen den US-Dollar, sondern auch gegen den Schweizer Franken! Dann gestern gab es Aussagen von Mario Draghi im EU-Parlament. Es war eine Aneinanderreihung äußerst negativer Aussagen über die Konjunktur in Euroland. Dies mehrt natürlich den Verdacht, dass die EZB in den nächsten Monaten die Lockerung womöglich doch ausbaut? Und heute? Der deutsche ifo-Index (Grafik) zeigte zwar ein Abbremsen beim Absturz, aber einen weiter fallenden Wert bei den Aussichten (blaue Linie). Auch das ist eher Euro-Bärisch zu interpretieren.

ifo Index

Was macht die SNB?

Tja, die SNB ist ruhig geblieben. Weil der Schweizer Franken vor ihrer Zinsentscheidung nicht weiter aufwertete, konnte sie sich dem Druck einer Zinssenkung entziehen. Aber nun wenige Tage danach wertet der Schweizer Franken wieder spürbar auf. Das Tief im EURCHF bei 1,0810 vom 4. September ist noch etwas entfernt, aber der folgende Chart (reicht zurück bis 28. August) zeigt, wie EURCHF seit dem Zinsentscheid wieder am Fallen ist (Franken-Aufwertung). Einige aktuelle Analystenmeinungen kann man an dieser Stelle nachlesen. Einerseits gibt es die Sichtweise, dass die Zurückhaltung der SNB gut war, weil sie somit jetzt noch trockenes Pulver hat. Wertet der Schweizer Franken weiter auf, hat die SNB noch Munition um dagegenzuhalten. Aber da gibt es auch die Meinungen, welche den Druck in der Schweiz sehen.

Der öffentliche Druck in der Schweiz auf die SNB steigt, weil bei weiter sinkenden Zinsen irgendwann auch die Geschäftsbanken den Negativzins an den normalen Schweizer Bankkunden durchreichen müssen. Also, ganz so einfach ist die Lage für die Notenbanker nicht. Dennoch sollte man nie vergessen: Obwohl der Franken derzeit aufwertet, kann die SNB jederzeit doch noch außerplanmäßig einschreiten. Einerseits durch Interventionen am freien Devisenmarkt. Andererseits kann sie die bisher nicht umgesetzte Zinssenkung jederzeit spontan nachholen. EURCHF scheint gefühlt weiter fallen zu wollen. Nur die Frage ist immer die selbe: Wo, ja wo ist die Grenze, ab der die SNB voll dagegen drückt?

Euro vs Schweizer Franken seit dem 28. August



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