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Devisen

Schweizer Franken-Aufwertung! Druck aus der Schweiz + Hypothese

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Symbolbild für Schweizer Franken

Der Schweizer Franken konnte in den letzten vier Tagen deutlich aufwerten. Am Dienstag berichteten wir über den größten Aufwärtsschub. Als Hauptgrund für die Aufwertung darf man annehmen, dass die USA die Schweiz auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Währungsmanipulation gesetzt hatten. Manipuliert die Schweiz also den Franken? Dies wurde zurückgewiesen.

Hypothese zur Aufwertung im Schweizer Franken

Die Story läuft so. Die Amerikaner üben mit der Aufnahme auf diese Liste unterschwellig Druck aus auf die Länder, die dort gelistet sind. Hat die Schweiz Angst vor irgendwelchen Repressalien durch die USA, könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich genötigt fühlen ihre Interventionen im Fränkli auszusetzen. Denn seit Jahren druckt die SNB in extrem großem Umfang Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro, um damit den Franken zu schwächen. Man will nämlich nicht, dass Schweizer Produkte und die Schweiz als Urlaubsland für Ausländer zu teuer werden. Hat die SNB nun aus Angst vor den Amerikanern ihre Interventionen am Devisenmarkt gestoppt? Oder hat der Devisenmarkt diese Woche die Veröffentlichung des US-Finanzministeriums lediglich als Anlass genommen den Franken hochzupushen, in der Annahme, dass die SNB ihre Interventionen erstmal einstellen könnte? Auch könnte man theoretisch noch einen Schritt weiter gehen und hypothetisch annehmen, dass die SNB sogar aktiv Franken kauft? Man weiß es nicht, denn die SNB veröffentlicht nie offizielle Daten zu ihren Transaktionen.

Druck aus der Schweiz

Auch mit dem Negativzins von -0,75% versucht die SNB seit geraumer Zeit den Schweizer Franken am Aufwerten zu hindern. In den letzten zwei Jahren ohne großen Erfolg, wo der Franken nur am Aufwerten war. Aber mehr und mehr rumort es in der Schweizer Bankenbranche, wo man vor dem selben Problem steht wie bei den Banken in der Eurozone. Abgeschaffte Zinsen und dazu sogar noch Negativzinsen, die zusätzlich belasten. Die Zinsmargen sind futsch, damit somit auch gute Teile der Einnahmen der Banken. Und die Kunden sind sauer, dass die Banken ihnen als Ersatz für die Zinsmarge immer höhere Gebühren belasten. Aktuelle Berichte aus der Schweiz zeigen, dass die Schweizer Bankiers auch öffentlich immer aktiver gegen die Negativzinspolitik der SNB argumentieren. Pensionskassen und Versicherungen könnten ihre Anlagerenditen kaum noch erwirtschaften. Der Immobilienmarkt drohe zu kollabieren usw.

Dieser Druck ist natürlich kein zwingendes Argument für die SNB ihre Negativzinsen nun anzuheben. Aber unterschwellig könnte der Devisenmarkt annehmen, dass die Tendenz mittelfristig eher zu steigenden Zinsen in der Schweiz geht, also rauf auf vielleicht nur noch -0,50% oder -0,25%? Nichts genaues weiß man nicht. Es geht viel um eine Gefühlslage, dass die SNB genötigt zu sein scheint ihre Zinspolitik zu überdenken, wie auch ihre Interventionspolitik am Devisenmarkt. Dies gepaart mit globalen Unsicherheiten und dem globalen Nullzinsumfeld sorgt dafür, dass eine weitere Aufwertung im Schweizer Franken denkbar ist. Wissen tun auch wir es natürlich nicht. Aber argumentativ scheint einer weiteren Aufwertung wenig im Weg zu stehen. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle auch gerne einen interessanten Artikel in der NZZ, welche Argumente für einen stärkeren Franken sprechen.

Aktuell weiter aufwertend

Aktuell befindet sich der Schweizer Franken gegen den Euro auf dem höchsten Niveau seit April 2017. EURCHF stand Dienstag noch bei 1,0820, und notiert aktuell bei 1,0741. Auch ganz aktuell wirkt die Tendenz eher weiter aufwertend für den Franken (wir haben aber keine Glaskugel). Dass die SNB kurzfristig ihre Zinspolitik ändert, ist kaum zu erwarten. Auch wird sie wohl kaum öffentlich konkret zu ihren Interventionen Stellung nehmen. Es geht bei der derzeitigen Franken-Aufwertung wohl eher darum, alles drum herum (Druck durch Schweizer Banken und die USA etc) zu interpretieren, und zu schauen was das für den Franken bedeuten könnte. Harte Fakten gibt es also nicht. Kommt eine Verschärfung im Handelskrieg hinzu oder sonst eine neue geopolitische Unsicherheit, könnte das den Run des Kapitalmarkts hin zum Franken noch verschärfen.

Euro vs Schweizer Franken seit 2015
Euro vs Schweizer Franken seit 2015.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Manipulatorgenosse

    17. Januar 2020 13:51 at 13:51

    Könnte sein ,dass DT die CH unter Druck setzten will. Die sind nämlich gerade an der Evaluation von 2-3 neuen ARmeeflugzeugen. Am Schluss heisst es dann, die Schweizer kaufen den Amischrott u.werden dafür von der Liste gestrichen. Das ist doch schon die Taktik die er mit China anwendet.
    Das heisst nicht Zuckerbrot u.Peitsche , sondern zuerst Peitsche u.wenn du spurst = vielleicht Peitsche weg!
    Das Problem ist, in den Bergen müssen die Flieger steigen können u.nicht fallen.
    Zur Manipulation: Ich erinnere mich noch an Dollarkurses von 2,80 zu Fr.Ch , heute ca.0,97
    Also die Amis haben ca.280 % abgewertet in 30Jahren.DT hat Glück ,dass ich nicht entscheidend bin, ich würde russische Flugzeuge kaufen u.in der Schweiz zugleich einen Stützpunkt aufbauen.

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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