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Schweizer Franken im Aufwertungsdruck: Notenbank kämpft gegen Handelskrieg

Claudio Kummerfeld

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am

Warum „kämpft“ die Schweizerische Nationalbank gegen den Handelskrieg? Was hat das zu bedeuten für den Schweizer Franken? Nun, der Wirtschaftskrieg zwischen China und den USA eskaliert seit Freitag immer weiter. Zwar gibt es heute leicht entspannende Anzeichen von Donald Trump, aber wie immer ist die Lage ziemlich wackelig. Denn China weiß wohl nichts von einem entspannenden Telefonat zwischen beiden Seiten. Wie auch immer.

Flucht in den Schweizer Franken

Durch die Angst vor immer unsicheren Märkten, die ja auch begründet ist (Dow – 1300 Punkte in vier Wochen), fliehen institutionelle Anleger oft reflexartig in den japanischen Yen, in den Schweizer Franken, und ins Gold. Das sind die „Sicheren Häfen“ in Zeiten von Unsicherheit. Also beeinflusst das Chaos um den Trumpschen Handelskrieg seit Wochen und Monaten den Schweizer Franken. Der Druck ist also konstant vorhanden, dass der Franken aufwertet, weil (gefühlt) alle Welt ihn kaufen will. Seit Jahren versucht die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Interventionen dagegenzuhalten, also Schweizer Franken zu verkaufen und dafür vor allem Euro zu kaufen. In den letzten Tagen hatte das wohl einen weiteren Anstieg im Fränkli verhindert.

Aber der Aufwertungsdruck für den Schweizer Franken bleibt bestehen, vor allem nach diesen letzten vier Horror-Tagen in Sachen Handelskrieg. Laut aktuellen Berichten aus der Schweiz hat die SNB wie auch in den Wochen zuvor auch letzte Woche erneut interveniert. Dies soll man seit Wochen an den steigenden Sichteinlagen von Bund und Geschäftsbanken bei der SNB ablesen können. Sie stiegen bis letzten Freitag um 2,4 Milliarden Franken an gegenüber der Vorwoche, wo es noch einen Zuwachs von 3,8 Milliarden Euro gegeben hatte.

Szenarien

Unsere Planspiele beziehungsweise Szenarien für den Schweizer Franken hatten wir in den letzten Tagen schon mehrmals erläutert. Es könnte sein, dass die SNB bis zum 12. September mit deutlich kräftigeren Aktionen wartet, weil sie wissen will, wie stark die EZB ihre Geldpolitik lockert. Denn am 12 September verkündet die EZB ihre Entscheidung. Dann könnte die SNB in gleichem oder größerem Umfang mitziehen auf dem Weg nach unten. Oder, wenn der Franken vorher weiter kräftig aufwerten sollte, könnte sie schon früher aktiv werden. Zusätzlich zu den aktuellen Interventionen? Das ist eine gute Frage. Dies wissen wohl nur die Notenbanker selbst.

Die nächsten zwei Wochen ist jetzt die Frage im Raum: Wer ist stärker? Der Markt, der den sicheren Hafen ansteuert, oder die Notenbank, die dagegen hält? Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Ende Juli. Das Tief am 18. August lag bei 1,0832. Davon ist das Währungspaar aktuell 60 Pips entfernt. Kommt ein neuer schockierender Trump-Tweet, kann der Schweizer Franken schnell wieder aufwerten, und EURCHF unterläuft dieses Tief. Kann, nicht muss.

Euro vs Schweizer Franken seit Ende Juli

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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