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Schweizer Franken im Aufwertungsdruck: Notenbank kämpft gegen Handelskrieg

Warum „kämpft“ die Schweizerische Nationalbank gegen den Handelskrieg? Was hat das zu bedeuten für den Schweizer Franken? Nun, der Wirtschaftskrieg zwischen China und den USA eskaliert seit Freitag immer weiter. Zwar gibt es heute leicht entspannende Anzeichen von Donald Trump, aber wie immer ist die Lage ziemlich wackelig. Denn China weiß wohl nichts von einem entspannenden Telefonat zwischen beiden Seiten. Wie auch immer.

Flucht in den Schweizer Franken

Durch die Angst vor immer unsicheren Märkten, die ja auch begründet ist (Dow – 1300 Punkte in vier Wochen), fliehen institutionelle Anleger oft reflexartig in den japanischen Yen, in den Schweizer Franken, und ins Gold. Das sind die „Sicheren Häfen“ in Zeiten von Unsicherheit. Also beeinflusst das Chaos um den Trumpschen Handelskrieg seit Wochen und Monaten den Schweizer Franken. Der Druck ist also konstant vorhanden, dass der Franken aufwertet, weil (gefühlt) alle Welt ihn kaufen will. Seit Jahren versucht die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Interventionen dagegenzuhalten, also Schweizer Franken zu verkaufen und dafür vor allem Euro zu kaufen. In den letzten Tagen hatte das wohl einen weiteren Anstieg im Fränkli verhindert.

Aber der Aufwertungsdruck für den Schweizer Franken bleibt bestehen, vor allem nach diesen letzten vier Horror-Tagen in Sachen Handelskrieg. Laut aktuellen Berichten aus der Schweiz hat die SNB wie auch in den Wochen zuvor auch letzte Woche erneut interveniert. Dies soll man seit Wochen an den steigenden Sichteinlagen von Bund und Geschäftsbanken bei der SNB ablesen können. Sie stiegen bis letzten Freitag um 2,4 Milliarden Franken an gegenüber der Vorwoche, wo es noch einen Zuwachs von 3,8 Milliarden Euro gegeben hatte.

Szenarien

Unsere Planspiele beziehungsweise Szenarien für den Schweizer Franken hatten wir in den letzten Tagen schon mehrmals erläutert. Es könnte sein, dass die SNB bis zum 12. September mit deutlich kräftigeren Aktionen wartet, weil sie wissen will, wie stark die EZB ihre Geldpolitik lockert. Denn am 12 September verkündet die EZB ihre Entscheidung. Dann könnte die SNB in gleichem oder größerem Umfang mitziehen auf dem Weg nach unten. Oder, wenn der Franken vorher weiter kräftig aufwerten sollte, könnte sie schon früher aktiv werden. Zusätzlich zu den aktuellen Interventionen? Das ist eine gute Frage. Dies wissen wohl nur die Notenbanker selbst.

Die nächsten zwei Wochen ist jetzt die Frage im Raum: Wer ist stärker? Der Markt, der den sicheren Hafen ansteuert, oder die Notenbank, die dagegen hält? Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Ende Juli. Das Tief am 18. August lag bei 1,0832. Davon ist das Währungspaar aktuell 60 Pips entfernt. Kommt ein neuer schockierender Trump-Tweet, kann der Schweizer Franken schnell wieder aufwerten, und EURCHF unterläuft dieses Tief. Kann, nicht muss.

Euro vs Schweizer Franken seit Ende Juli



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