Devisen

Schweizer Franken mit kleiner Abwertung – Vorsicht!

Der Schweizer Franken wertet „endlich mal“ ab. Ist das die Wende oder nur ein kurzes Aufflackern? Wer ist stärker, die Schweizerische Nationalbank, oder der freie Devisenmarkt? Die Anleger und Spekulanten kaufen den Schweizer Franken vor allem als Fluchtwährung, als Hort der Sicherheit. Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken in den letzten 12 Monaten. Ein deutlicher Absturz (Franken-Aufwertung) von 1,14 im Mai auf 1,0833, welches gerade erst heute Nacht erreicht wurde.

Euro vs Schweizer Franken seit September 2018

Und heute? Da wurden durch die Schweizer Notenbanker (SNB) die neuesten Daten zu den Sichteinlagen veröffentlicht. Demnach hatten Banken und Bund bei der SNB in der letzten Woche Sichteinlagen von 589 Milliarden Franken, ein Zuwachs von 4 Milliarden Franken. Das ist nach übereinstimmenden Meinungen aller Beobachter (ohne Aussage der SNB) ein klares Indiz dafür, dass die SNB am Devisenmarkt interveniert um den Schweizer Franken zu schwächen. Seit Wochen läuft das schon so, aber bisher mit de facto gar keinem Erfolg im Franken-Kurs.

Aber heute scheint das anders zu sein. Das Traurige oder wohl eher Lustige daran: Nicht die Intervention der SNB bringt die aktuelle Wende im Franken, sondern die Berichte über ihre offenkundige Intervention. Also hat der Markt Angst, dass die SNB zu stark gegenhält, und springt auf den selben Zug auf, in dem die SNB fährt. Nämlich EURCHF Long, also Franken verkaufen. So steigt EURCHF heute von 1,0833 auf aktuell 1,0895.

Der folgende Chart der Danske Bank zeigt die Sichteinlagen bei der SNB seit 2017 (sie steigen erst seit Kurzem wieder an), und parallel dazu den spiegelverkehrten Kurs von EURCHF. Also: Während die SNB interveniert, stieg der Franken immer weiter an. Bis heute! Jetzt fällt er ein wenig, wie die SNB es eigentlich auch haben möchte! Aber ob dieser kleine Move heute nachhaltig ist? Daran dürfen Zweifel angemeldet werden! Der nächste Trump-Tweet, die nächste Verschärfung im Handelskrieg oder in der Iran-Krise… und auf einmal stürmt der Markt wieder in den Franken? Mögliches Szenario: Die SNB interveniert weiter Woche für Woche am freien Markt, und senkt parallel mit der EZB im September die Zinsen. Von -0,75 auf -1,00%? Oder noch weiter ins Minus, als klares Signal an den Devisenmarkt?

Euro vs Schweizer Franken seit 9. August
EURCHF seit 8. August.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage