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Devisen

Schweizer Franken reagiert auf Notenbank-Aussage – Chance für Trader?

Claudio Kummerfeld

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Schweiz Bergpanorama - Schweizer Franken vor Abwertung?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tut seit Jahren das, was sie tut, nur aus einem Grund. Der Schweizer Franken muss daran gehindert werden noch stärker aufzuwerten. Dank Finanzkrisen, Handelskrieg, Konjunkturängsten etc hält der Drang internationaler Investoren an, ihr Geld in der vermeintlich sicheren Schweiz anzulegen. Gold und Schweizer Franken gelten als die „Sicheren Häfen“ für Anleger in unsicheren Zeiten. Erst jüngst gab es einen sogenannten Risk Off Trade. Der Drang der Investoren sorgt fast konstant dafür, dass der Schweizer Franken den Drang „verspürt“ gegen Dollar und Euro ansteigen zu wollen.

SNB macht seit Jahren die Milch sauer

Würde der Franken aber aufwerten, würden Schweizer Produkte für ausländische Käufer immer teurer werden, und die Schweiz als Urlaubsziel für ausländische Touristen auch. Daher versucht die SNB mit diversen Mitteln den Schweizer Franken am Aufwerten zu hindern. Seit Jahren hängt der Leitzins in der Schweiz dick im Negativbereich mit -0,75%. Damit will man Zinsanlagen in Schweizer Franken quasi vergiften, und Anleger abschrecken. In der folgenden Grafik sieht man den Schweizer Leitzins seit dem Jahr 2009. Seit nun vier Jahren klebt er bei -0,75%. Seit dem großen Franken-Debakel aus Januar 2015 (nach jahrelanger Franken-Einfrierung Kursfreigabe, Franken-Kurs explodierte) versucht die SNB den „eleganteren“ Weg, und interveniert am freien Devisenmarkt, ohne dazu offizielle Wasserstandsmeldungen abzugeben, wann und wie viel man Franken gegen den Euro verkauft hat.


source: tradingeconomics.com

Aktuelles Statement der SNB als Chance im Schweizer Franken-Trade?

Und nun aktuell hat sich der Chef der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan gegenüber der Sonntagsausgabe der NZZ zu seiner Zinspolitik geäußert. So sagt er zum Beispiel, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik unter Umständen notwendig sei. Die Phase der tiefen Zinsen könne vielleicht noch länger anhalten. Die Aussagen bedeuten ganz klar: Die SNB versucht nicht nur mit eigenständigen Interventionen, sondern auch mit solch einer Aussage den Devisenmarkt selbst dazu zu bewegen, dass die Trader den Schweizer Franken schwächen – sozusagen als vorweg genommene Einpreisung von möglicherweise noch weiter sinkenden Zinsen in der Schweiz. Wann das passiert, und wie stark – wer kann das heute schon sagen? Es geht ja nur um eine grundsätzliche Möglichkeit, dass der Leitzins weiter sinken könnte. Aber damit hat Thomas Jordan dem Markt quasi die Tür geöffnet mit einer Argumentation, warum man den Franken gegen Euro verkaufen sollte/könnte.

Natürlich wollen wir an dieser Stelle keinerlei Handelsempfehlung für so einen Trade geben. Aber die Argumentation dafür wäre vorhanden. Der Devisenmarkt hat ja bereits gestern Abend wieder geöffnet. In einer ersten Reaktion stieg der Schweizer Franken gegen den Euro merkwürdigerweise um 60 Pips (fallender EURCHF-Kurs). Aber dieser unlogische Trade hielt nur ganz, ganz kurz an, wie man im folgenden Chart sehen kann, der bis letzten Dienstag zurückreicht. Solchen Kursausschlägen, die von ALGOS (Computerprogrammen) verursacht werden können, sollte man im Nachhinein nicht all zu große Beachtung schenken. Man sieht es ja – der EURCHF-Kurs stieg sofort wieder auf das vorige Niveau von 1,1005.

Euro vs Schweizer Franken seit letztem Dienstag

Franken-Abwertung?

Nun könnte man als Trader annehmen, dass durch die Aussagen von Thomas Jordan der Weg für eine Franken-Schwächung grundsätzlich besser geebnet ist als vorher. Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. EURCHF war monatelang gefallen von über 1,14 auf 1,08.  Es gab also eine deutliche Franken-Aufwertung. Seit zwei Monaten ist diese aber abgebremst worden, und der Franken konnte leicht abwerten. Folgt nun nach dieser Aussage von Thomas Jordan eine weitere Abwertung des Fränkli, also ein weiterer EURCHF-Anstieg auf vielleicht Kurse von 1,11 oder 1,12? Durchaus möglich, wenn auch wir bei FMW keine Glaskugel haben!

Euro vs Franken seit Ende 2018

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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