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Devisen

Schweizer Franken Szenario für heute – Leitzins zügig runter auf -1 Prozent?

Claudio Kummerfeld

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am

Wird der Schweizer Franken ab heute Mittag 13:45 Uhr stark aufwerten? Alle Welt wartet auf die Zinsentscheidung der EZB. Irgendetwas wird sie machen. Nur was genau, darüber wird seit Wochen spekuliert. Die Zinsen werden wohl gesenkt – nur wie stark? Anleihekäufe werden vermutlich neu aufgelegt – nur in welchem Volumen? Egal was genau verkündet wird. Damit wird der Euro gegenüber allen anderen Währungen geschwächt. Nur wie stark ist diese Schwächung schon in den Kursen berücksichtigt? Und wer ist allein schon geographisch am Stärksten betroffen? Der Schweizer Franken, weil die Schweiz quasi vom Euro eingeschlossen ist.

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Schweizer Franken hängt heute am Tropf der EZB

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tut schon seit Jahren verdammt viel um den Schweizer Franken nicht nicht weiter aufwerten zu lassen. Durch Handelskrieg und Rezessionsängste gibt es seit Monaten einen verstärkten Drang internationaler Investoren in Richtung Sicherheit. Und neben dem Yen, Gold und deutschen Bundesanleihen ist auch der Schweizer Franken ein vermeintlich bombensichere Fluchthafen. Relativ gut konnte man in den letzten Wochen anhand der Sichteinlagen bei der SNB erkennen, dass die Notenbanker Franken verkauften und Euro kauften, um ihren Fränkli am Steigen zu hindern.

Denn je weiter er steigt, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für Ausländer als Urlaubsziel. Um Investoren davon abzuhalten ihr Geld in die Schweiz zu bringen, hängt der Zinssatz für Giroguthaben bei der SNB seit 2015 (Grafik) bei -0,75%. Und genau darum geht es. Wie wird es mit diesem Zins weiter gehen, wenn die EZB ihren Einlagenzins heute von -0,40% auf vielleicht -0,50% oder -0,60% absenkt, und dazu noch weitere Maßnahmen ergreift? Die Schweiz hängt heute am Tropf der EZB, sozusagen.


source: tradingeconomics.com

Zieht die Schweiz schon heute nach?

Senkt die EZB heute, dann sinkt die Zinsdifferenz zwischen Euroland und Schweiz, womit die Schweiz ein wenig an Attraktivität gewinnt. Im Kurs des Schweizer Franken könnte sich dieser winzige Zugewinn an Attraktivität massiv auswirken. Der Kurs gegenüber dem Euro könnte sprunghaft aufwerten – je nachdem was die EZB heute genau entscheidet. Und nun konkret zum Szenario, das natürlich nicht so eintreten muss. Die nächste reguläre Zinsentscheidung der SNB steht in genau einer Woche am 19. September an. Es ist wahrscheinlich, dass die SNB möglichen Zinssenkungen der EZB relativ parallel folgen wird, um eine Franken-Aufwertung zu blocken.

Aber: Was, wenn die EZB „liefert“, und Euro vs Schweizer Franken fällt relativ schnell und deutlich (Franken-Aufwertung)? Dann könnte sich die SNB genötigt fühlen nicht erst in einer Woche, sondern schon heute zu reagieren, und außerplanmäßig jetzt ihren Zinssatz zu senken. Dass die für ihre Ruhe bekannten Schweizer auch spontan sein könnten, bewies die SNB im Januar 2015 beim großen Schweizer Franken-Schock, als die SNB völlig überraschend die Franken-Sperre bei 1,20 aufhob. EURCHF kollabierte, der Franken wertete dramatisch stark auf.

Sowohl Credit Suisse als auch die UBS erwarten für nächste Woche Donnerstag, dass die SNB ihren Zins von -0,75% auf -1,00% senken wird. Laut CS preisen die Märkte mit 70% Wahrscheinlichkeit eine Senkung auf -1,00% ein. Aber nochmal: Wenn der Devisenmarkt den Schweizer Franken schon heute Nachmittag nach oben jagt, fühlt sich die SNB dann vielleicht genötigt sofort zu intervenieren? Der folgende Chart zeigt Euro vs Schweizer Franken seit März. Der fallende Kurs (steigender Franken) symbolisierte einerseits die Erwartungen an die EZB-Zinssenkung, die heute wohl kommen wird. Andererseits zeigte der Kurs den Drang der Märkte in Richtung Sicherheit.

Euro vs Schweizer Franken seit März

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Koch

    12. September 2019 11:19 at 11:19

    Die EZB „lockert“(kuscheliger Begriff mit fatalen Folgen!)weiter.Die anderen Währungen müssen und werden nachlockern.Alle werden dann einen Stock tiefer wohnen und das „Lockerspiel“beginnt erneut!Grazie,Mario für dein geniales „Whatever it takes“Um dein Monopolygeld zu retten und zu retten,nimmst du sogar die Zerstörung der arbeitenden Restwelt in Kauf.Also auf zum Endsieg,Geldduce!

  2. Avatar

    BrettonWood

    12. September 2019 13:37 at 13:37

    Eine Eunuchenpolitik ist das die Exportindustrie macht gerade mal 4% am BIP aus und der Torismus 2.9% lächerlich für fie Risiken die die ganze Nation tragen muss um das zu verhindern was sich nicht verhindern lässt, nähmlivh das da profuziert word wo es am günstigsten ist, das wollen wir ja alle, wir wollen nie zuviel bezahlen Geiz ist Geil, also manchmal Frage ich mich wie Shizophren wir alle eigentlich sind, wir wollen den Kuchen Essen und ihn behalten oder wie wir in der Schweiz sagen den 5er unds Weggliman könnte die negativen folgen für diese beiden vom Ausland abhängigen Brqnchen einfach mit gedrucktem Gemd ausgleichen, es wäre ein Bruchteil dessen was wir heute Risikieren müssen…

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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Allgemein

Brexit: Boris Johnson – steuern auf No Deal zu, harter Abgang wahrscheinlich

Markus Fugmann

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Kommt doch der harte Brexit? Boris Johnson hat genau das soeben angedeutet: solange sich die EU nicht bewege, so der britische Premier, werde es einen No Deal beim Brexit geben. Man würde dann eine Vereinbarung haben wie zwischen der EU und Australien, so Johnson.

Johnson weiter in Schlagzeilen:

– der von der EU vorgeschlagene Deal wie zwischen der EU und Kanada wird nicht funktionieren

– die EU hat nicht wirklich ernsthaft verhandelt, daher sollten wir uns auf einen Brexit ohne Deal vorbereiten

Das britische Pfund zunächst stärker unter Druck, nun aber doch mit einer (volatilen) Erholungsbewegung. Vermutlich gehen die Märkte davon aus, dass doch zu viel auf dem Spiel steht und halten daher die Aussagen von Johnson für eine Drohgebärde ohne wirklich ernsten Hintergrund. Aber aus unserer Sicht meint es Johnson durchaus ernst..

Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher, sagt Premier Johnson

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