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Devisen

Schweizer Franken und britisches Pfund: Aktuelle Lage und Ausblick

Claudio Kummerfeld

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Schweizer Franken Münze

Schweizer Franken und britisches Pfund bieten aktuell ein interessantes Bild für Devisenhändler, und auch einen Ausblick, der Raum für Devisen-Spekulationen gibt. Ich betrachtet die Lage aus charttechnischer, aber vor allem aus fundamentaler Sicht.

Schweizer Franken mit Pause dank Euro-Stärke

Euro gegen den Schweizer Franken ist seit 2018 gefallen, gefallen, und immer weiter gefallen. Im folgenden Chart sieht man diesen Verlauf seit Anfang 2018. EURCHF fiel von 1,20 in 2018 bis auf das Tief von 1,05 im Mai 2020. Der Schweizer Franken wertete also immer weiter auf. Seit Mai gibt es eine Trendwende. EURCHF ist wieder auf 1,0774 gestiegen, der Franken ist also gefallen. Nicht exakt vergleichbar, aber vom Trend her kann man schon erkennen, dass der Euro auch gegen den US-Dollar ab Frühjahr begann seinen großen Aufwärtstrend hinzulegen. Der Devisenmarkt glaubt eben an die stärkeren Heilungskräfte der Eurozone nach der Coronakrise, um es mal so vereinfacht auszudrücken.

Weiter fallende Zinsen sind erstmal nicht zu erwarten, und daher kann Euro gegen Schweizer Franken weiter zulegen, zumal die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins wohl weiter fest im Keller halten wird bei -0,75 Prozent. Auch EZB-Chefin Lagarde gab jüngst keine Signale, dass die EZB ein Problem mit dem steigenden Euro habe. Die Entwicklung des Währungspaar scheint in erster Linie davon abzuhängen, ob der Markt dem Euro weitere Stärke zutraut. Gegen den US-Dollar verlief die Entwicklung für den Euro schon deutlich besser, vor allem ab Juli. Es ist gut möglich, dass auch der Schweizer Franken weiter gegen den Euro abwertet.

Chart zeigt Verlauf von Euro gegen Schweizer Franken seit 2018

Britisches Pfund mit großen Abwärtspotenzial?

Das britische Pfund ist seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 ein Sonderfall. Derzeit hat Großbritannien nicht nur mit dem Brexit, sondern eben auch mit der Coronakrise zu kämpfen. Und nun hat Premier Boris Johnson vor Kurzem den Brexit-Deal mit der EU wieder in Frage gestellt, in dem ein Bruch des Deals droht, ganz offen von britischer Seite. Und die Zeit wird verdammt knapp. Geht es schief, könnte das britische Pfund deutlich abwerten. Hier scheint auf der Abwärtsseite noch viel Luft zu sein – seit Anfang September stieg EURGBP „nur“ von 0,89 auf 0,92. Im Chart sieht man Euro gegen Pfund seit Ende 2018. Der jüngste grüne Aufwärts-Candle steht quasi für die jüngste Unruhe, die Boris Johnson verursacht hat. Bei EURGBP sieht man im Chart bei Niveaus um 0,92-0,93 drei Hochpunkte gegen das Pfund.

Lässt Johnson den Brexit für UK im Debakel enden, dürfte nach oben gut Luft sein, also für mehr Abwertung im Pfund. Die jüngsten Ereignisse (hier mehr Infos) zeigen, dass Boris Johnson voranschreitet auf dem Weg hin zum Desaster, einem Scheitern des EU-Deals, und eines Ausstiegs ohne vernünftigen Handelsvertrag. Noch ist alles möglich, auch dass es noch genug Politiker aus seiner Partei gibt, die ihn zur Vernunft bringen. Man könnte als Devisenhändler mutmaßen, dass dieses mögliche Desaster noch nicht annähernd eingepreist ist durch ein fallendes Pfund, und daher weiter auf fallende Pfund-Kurse setzen. Natürlich ist das Teil der Spekulation, und von daher unsicher. Aber wer versucht hier negative Ereignisse zu antizipieren, könnte gute Stücke eines Abwärts-Moves mitnehmen, wenn er denn richtig liegt.

Chart zeigt Euro gegen britisches Pfund seit Ende 2018

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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