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Schweizer Franken und Goldpreis profitieren von Risk Off Trade nach Trump-Rede

Schweiz Bergpanorama

Der Schweizer Franken zeigt aktuell klare Anzeichen des Risk Off Trades. Aber auch der Goldpreis zeigt eine Reaktion auf Donald Trump. Entspannung in Sachen Handelskrieg hatte sich der Markt von der gestern Abend gehaltenen Rede von Donald Trump erhofft. Aber es gab jede Menge Selbstlob, heiße Luft… und rund um den Handelskrieg blieb er vielleicht absichtlich ohne klare Aussage. Nur den Ist-Zustand und die Vergangenheit beschrieb er – wie schlimm die USA doch ausgenutzt wurden durch ausländische Handelspartner, was die vorigen US-Regierungen zugelassen hätten. Und so weiter, und so weiter (lesen Sie hier die wichtigsten Punkte seiner gestrigen Rede).

Schweizer Franken und Goldpreis profitieren von Trump-Rede

Aber was hat das alles mit dem Schweizer Franken zu tun? Nun, eine Entspannung im Handelskrieg hätte Aktienkursen und dem Ölpreis beim Ansteigen geholfen. Jetzt aber bleibt die Ungewissheit im Markt, dass es vielleicht doch eine Verschärfung des Konflikts mit China kommt. Und auch eine Verschärfung der Lage in Sachen Autozölle gegen die EU ist denkbar. Unsicherheit bedeutet, dass oft (aber nicht immer) der Risk Off Trade (hier genauer erklärt) anspringt, dass also große Investoren sich aus riskanten Anlagen wie Aktien oder Staatsanleihen aus Schwellenländern zurückziehen. Dafür „flieht“ man dann in den „Sicheren Hafen“, was in der Linie der Schweizer Franken ist, aber auch Gold.

Und so ist der Schweizer Franken gegen den Euro schon seit mehreren Tagen gestiegen. Seit Ende letzter Woche begann langsam die Aufwärtstendenz, die dann gestern Mittag an Fahrt aufnahm. Euro vs Schweizer Franken ist seitdem gefallen von 1,0975 auf aktuell 1,0898. Eine spürbare Franken-Aufwertung also! Der Goldpreis ist seit Wochen am Schwächeln, und konnte dank der gestern Abend nicht verschwundenen Unsicherheit ab 20 Uhr steigen von 1.453 auf jetzt 1.465 Dollar. Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Mai. Der Kurs scheint aktuell zügig Richtung Tiefstpunkt aus September zu laufen, der bei 1,0811 lag. Wird die Schweizerische Nationalbank demnächst wieder am freien Devisenmarkt intervenieren um die Franken-Aufwertung zu bremsen? Laut aktueller Meinung von CityIndex kam es bei EURCHF zu einem Bruch unter eine Schlüsselunterstützung, nachdem das Währungspaar eine 3-Wellen-Korrektur abgeschlossen hat. Der Schweizer Franken gewinne gegen seine Konkurrenten leise an Bodenhaftung.

Euro vs Schweizer Franken seit Mai

Schweizerische Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat gestern Abend bei der US-Börsenaufsicht SEC per Pflichtmitteilung bekanntgegeben, wie viel Volumen an US-Aktien man hält. Weil die Schweizer Notenbanker ja immer mehr Schweizer Franken drucken und sie zur Franken-Schwächung gegen Euro und Dollar verkaufen, besitzen sie auch immer mehr dieser Devisen. Und dieses Geld muss irgendwo arbeiten. Und so wird die SNB ein immer bedeutenderer Aktionär an den US-Märkten. So ist ihr US-Aktienbestand auf derzeit 94,1 Milliarden Dollar angestiegen, ein neues Rekordhoch. Schon der letzte Wert im Vorquartal mit 92,7 Milliarden Dollar war ein Rekordwert.

Laut aktuellen Berichten aus der Schweiz gab es Gespräche zwischen dem Schweizer Bundesrat und SNB-Offiziellen. Diesbezüglich sind Aussagen getätigt worden, dass sich das Wirtschaftswachstum in der Schweiz zwar fortsetze, aber dass sich die Aussichten eintrüben. Die Gefahr einer Verschlechterung der Weltkonjunktur sei groß. Das internationale Umfeld an Niedrigzinsen habe sich verfestigt. Der Schweizer Franken sei laut SNB-Chef Thomas Jordan nach wie vor hoch bewertet. Daher sei die aktuelle Geldpolitik der SNB (deftiger Negativzins + Intervenieren am freien Devisenmarkt) weiterhin notwendig.



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3 Kommentare

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