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Devisen

Schweizer Franken: Warum der Anstieg weitergehen könnte

Claudio Kummerfeld

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am

Schweizer Fränkli Symbolbild

Der Schweizer Franken erreichte letzte Woche die höchsten Notierungen gegen den Euro seit drei Jahren. Wir berichteten letzte Woche darüber. Maßgeblich angeschoben wurde der Franken durch die Aufnahme der Schweiz auf eine Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums, bei der es darum geht Staaten im Blick zu behalten, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Und nun ja, die Schweizerische Nationalbank (SNB) interveniert seit Jahren massiv beim Schweizer Franken. Also, nur Intervention, oder ist das schon eine Manipulation?

Schweizer Franken auf Dreijahreshoch

Wie auch immer. Also Folge dieser Listen-Aufnahme kann man als allgemeine Vermutung in den Raum stellen, dass „die Schweizer“ (mal so allgemein formuliert) Angst vor finanziellen Repressalien aus den USA haben, und dass sich die SNB nicht gegen einen weiter steigenden Schweizer Franken stellen wird – zumindest kurzfristig – um den USA für den Moment keinen weiteren Anlass für eine Manipulations-Unterstellung zu geben. Und so konnte der Schweizer Franken letzte Woche aufwerten. Euro vs Franken fiel von Montag bis Freitag von 1,0824 auf 1,0731 (aktuell 1,0738). Wie gesagt, der Franken lief damit auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren! Der folgende Chart zeigt Euro vs Schweizer Franken seit dem 7. Januar.

Euro vs Schweizer Franken im Verlauf seit dem 7. Januar

Warum der Anstieg im Schweizer Franken weitergehen könnte

Laut aktuellen Berichten spricht Goldman Sachs davon, dass der Schweizer Franken ein Stellvertreter für Gold sei. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der letzten drei Monate von Euro vs Franken (grün-rot) im Vergleich zum Goldpreis (blau). Wenn man sich den Euro-Franken-Verlauf spiegelverkehrt vorstellt, dann laufen Franken und Gold parallel nach oben. Wohin Gold in der Vergangenheit gelaufen sei, dahin sei ihm der Schweizer Franken gefolgt, so Goldman.

Euro vs Schweizer Franken in Relation zum Goldpreis

Aktuell gibt es vermehrt Gerüchte, dass sogenannte Carry-Trader, die short im Franken sind, nun zunehmend ihre Positionen glattstellen. Das würde den Anstieg im Schweizer Franken nur noch bestärken. Eine sehr anschauliche Grafik finden Sie bei Institutional Money. Der Anstieg im Franken könnte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das Shorties nun glattstellen und somit Franken kaufen müssen. Bei einem Carry-Trade haben sie vorher mit anderen Währungen wie zum Beispiel dem Euro deutsche Bundesanleihen gekauft. Die Grafik zeigt, dass Bund + Euro/USD seit Jahreswechsel steigen, während Euro vs Franken sich von der vorher parallelen Entwicklung abgekapselt hat. Nährt nun die Hausse somit die Hausse im Franken? Je mehr er steigt, desto mehr müssen die Shorties glatt stellen, und verstärken damit nur noch den Aufwärtstrend? Natürlich kann man als Außenstehender ohne Einblick in die Bücher von Hedgefonds und Banken nicht abschätzen, wann so eine Welle von Shorteindeckungen endet.

SNB hat wohl nicht interveniert

Vor allem im letzten Jahr schauten Beobachter desöfteren auf die wöchentlichen Veränderungen der Sichteinlagen bei der Schweizerischen Nationalbank als Anhaltspunkt dafür, ob sie am Devisenmarkt interveniert hat, um den Franken zu schwächen. Aktuelle Berichte zeigen, dass sie offenbar nicht interveniert hat. Die Sichteinlagen stiegen nur um 1,3 Milliarden auf 585,9 Milliarden Franken. Eine zu kleine Veränderung, um auf eine Intervention der SNB schließen zu können. Die schweizerische „Finanz und Wirtschaft“ ist aktuell gegenteiliger Meinung. Dieser Zuwachs von 1,3 Milliarden Franken sei ein Indiz für eine Intervention. Wir möchten da fragen: Nur 1,3 Milliarden bei dieser Franken-Aufwertung? Da wirkt die Summe doch etwas gering. Natürlich gibt es auch Gründe, die für die nächsten Wochen gegen eine weitere Franken-Aufwertung sprechen. Entspannt sich der Handelskrieg mit China weiter, und gibt es in Sachen Iran-Konflikt keine neuen Nachrichten… und gibt es dazu noch gute Quartalszahlen von den US-Konzernen… geht die Aktienhausse dann ungebremst weiter, und Franken + Goldpreis als Sichere Häfen verlieren dann erst einmal wieder an Attraktivität?

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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