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Devisen

Schweizer Franken: Warum ihn Viele nicht mehr haben wollen

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Schweizer Franken Geldscheine

Die letzte Entwicklung von Euro vs Schweizer Franken überrascht viele Anleger und Investoren. Der Schweizer Franken verliert immer mehr an Beliebtheit und wird gegen den Euro konstant abgewertet (hier mein letzter Artikel zum Fränkli von vorgestern). Nachdem die wichtige psychologische Grenze bei 1,0500 gehalten hat, wurde vielen Investoren bewusst, dass die Alpenwährung vielleicht doch nicht mehr so attraktiv ist. Die Corona- Krise hat große Schäden weltweit verursacht und eine wirtschaftliche Rezession ist kaum zu vermeiden. Man beobachtet aber, dass Europa im Verhältnis zur Rest der Welt die Pandemie bis jetzt ganz gut gemeistert hat. Die Aktienmärkte erholen sich im rasanten Tempo und die Euphorie scheint ungebremst zu sein. Das weckt Hoffnung und positive Stimmung bei den Anlegern. Ängste und Unsicherheiten verschwinden. Man will sich nicht mehr absichern, man will investieren und auf der rosa Welle mitschwimmen. Der DAX kennt in den letzten Wochen nur noch die Long-Seite.

Diese Situation wirkt sich auch auf den Euro positiv aus. Unsere Leitwährung profitiert momentan enorm von der Entwicklung an den Wertpapiermärkten. Es entstehen starke Korrelationen zwischen dem Euro und dem DAX. Wer beide Instrumente gerne handelt, kann jetzt hohe Gewinne erzielen. Der Schweizer Franken bleibt dagegen auf der Strecke. Die Händler trennen sich von dieser Währung, was im Chart von EUR/CHF deutlich zu erkennen ist. In der gestrigen Handelssitzung hat sich der Euro erneut gegen den Schweizer Franken durchgesetzt. Am frühen Morgen haben die Bullen den wichtigen Widerstand bei 1,0765 ohne Schwierigkeiten erobert. Es hat sich frische Dynamik im Markt entwickelt, weil auch viele Stopps gezogen wurden. Der Kurs kletterte weiter und erreichte noch in der europäischen Session die wichtige Marke von 1,0800.

Die „big figure“ wurde überschritten. Dass es so schnell passiert, damit haben nur die wenigsten gerechnet. Später, am Nachmittag, stieg EUR/CHF sogar noch weiter und erreicht im Tageshoch den Bereich von 1,0818. Hier haben sich aber die kurzfristigen Daytrader von ihren Long-Positionen getrennt, was den Schweizer Franken leicht unterstützt hat. Es war jedoch nur eine Gegenreaktion. Der neue Aufwärtstrend beim Euro zum Schweizer Franken ist noch voll in Takt. Jede Gegenbewegung auf der Unterseite wird zum Einstieg auf der Long-Seite genutzt. So wie die aktuelle Lage momentan aussieht, wird der Schweizer Franken noch weiter gegen den Euro Federn lassen müssen.

Der Tagesausblick für den Euro vs Schweizer Franken

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert EUR/CHF bei ca. 1,0776. Im kurzfristigen Zeitfenster sind die Indikatoren überreizt und werden demnächst Short-Signale generieren. Das kann zu einer Korrektur führen. Man spürt jetzt schon, dass der Kurs leicht nachgibt. Wer aber heute die Short-Seite favorisieren möchte, soll nicht vergessen, dass er sich gegen den übergeordneten Trend stellt. Man wird sicherlich auch von der Korrektur profitieren können, aber nur vorübergehend. Sobald der Kurs tiefer fällt, werden die Bullen neue Positionen eröffnen. Das Ziel ist jetzt klar, die 1,0800 nachhaltig zu brechen. Sollte es bald gelingen, wird der Kurs weiter Aufwärtspotential entwickeln. Der erste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,0820. Diese Marke wird am heutigen Handelstag von großer Bedeutung sein. Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützung bei 1,0755 (120er MA). Der Daily Pivot Point beim Euro zum Schweizer Franken sitzt heute bei 1,0792. Am Nachmittag werden zahlreiche Wirtschaftsdaten veröffentlicht, die zu erhöhten Volatilität am Devisenmarkt führen können. Insbesondere die PK der EZB wird im Fokus der Händler heute sein.

Euro vs Schweizer Franken Chart

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Forexli

    4. Juni 2020 11:41 at 11:41

    Als Profi u.Daytrader solltet ihr mindestens bemerkt haben dass es keine Frankenschwäche ist SONDRN EINE EUROSTÄRKE . Gegen den Dollar ( hat ja auch noch seine Wichtigkeit) ist der Franken überhaupt nicht schwach. Die Euphorie des Euros u.der Eurozone könnte ja auch wieder enden. Die Situation ist im Moment einfach so, dass das Amiland noch mehr in der Scheisse ist. Keine Angst um das Fränkli, die Coronakrise meistern die Bergler aus der Portokasse, u.die SNB ist sehr froh ,dass sie den Franken mit gedrucktem Geld weniger schwächen muss.

  2. Avatar

    Schmidiger

    6. Juni 2020 00:20 at 00:20

    Es ist immer entscheidend aus welcher Ecke das Gejammer kommt. Wenn der Euro unter 1.15 fällt, soll die Exportwirtschaft am sterben sein und benötigt Hilfe. Steigt der Euro auf über 1.07 sieht man grosse Probleme auf uns zukommen. Die Eidgen. Zentralbank ist in dieser Sache eindeutig am Schalthebel. Je höher je besser. Sie kann nach Bedarf die unzähligen Miliarden von Euros auf den Markt werfen und gegensteuern und gleichzeitig horrende Gewinne einfahren. Wir sollten jubeln.

  3. Avatar

    Maurice

    6. Juni 2020 08:30 at 08:30

    Die Europäische Zentralbank verteilt auch ganz Geld in Länder wie auch Italien. Das „Hoch“ wundert mich nicht. Bleibt aber sicher fragil. Wir werden es in einigen Monaten sehen. Das viele den CHF nicht mehr haben wollen scheint doch etwas reisserisch…

  4. Avatar

    Forexli

    7. Juni 2020 07:10 at 07:10

    Als die SNB den Euro nach vielen Interventionen bei 1,20 nicht mehr halten konnte gab es ein Riesendesaster .Dann hat man lange versucht die 1,10 gegen Euro zu halten. Klappte nicht . Dann war die 1,05 eine Grenze die man krampfhaft versuchte zu halten. Jetzt nachdem die EZB mit weiteren immensen Schulden die EU u.den Eurozerfall in die Zukunft verschiebt, hilft das kurzfristig.Wenn man diese Erholung des Euros von 1,05 auf ca.1,08 negativ für den Franken sieht ist das ein Traderdenken u.dient der Information der Normalanleger überhaupt nicht.Die SNB hat bei 1,05 riesige Summen von Euros gekauft für Intetventionen, die wartet sehnlichst darauf möglichst hoch zu verkaufen.
    Normalanleger möchten informiert werden ,was mittel-langfristig passieren könnte u.nicht in den nächsten 2Tagen. Diese kurzfristige Traderdenken ist auch bei M.Koch sehr auffällig, probiert er doch jeden haltlosen heissen Furz als heilende Alpenluft zu verkaufen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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