Gold/Silber

Schweiz: Importe von Gold aus Russland so hoch wie seit April 2020

Schweizer Importe von Gold aus Russland steigen auf den höchsten Stand seit April 2020. Denn es handelt sich nicht um "neues" Gold.

Am 24. Februar hat Russland die Ukraine angegriffen. Umgehend setzten daraufhin massive westliche Sanktionen ein, die Russland den Zugang zu Einnahmequellen verschließen sollte. Aber seit Monaten fließen große Geldsummen aus Öl- und Gasverkäufen weiter in die russischen Kassen. Auch wenn in den nächsten Monaten die Öllieferungen Richtung Europa weitgehend versiegen sollten (Sanktionen werden verstärkt), wird Russland wohl immer mehr Öl Richtung Asien verkaufen. Und auch beim Thema Gold war Europa trotz Sanktionen bisher für Russland immer noch zugänglich. Dies sieht man auch an einer aktuellen Meldung.

Schweizer Importe von russischem Gold sind laut Bloomberg auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass mehr altes Gold aus dem Land umgeschmolzen wird, um es leichter verkaufen zu können. Laut Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung wurden im August rund 5,7 Tonnen russisches Metall im Wert von 324 Millionen Dollar in die Schweiz eingeführt. Das ist die höchste Menge seit April 2020.

Bei der Lieferung handelte es sich um russisches Gold, das aus Großbritannien kam, so die Zollverwaltung in einer Erklärung am Dienstag. Die Schweizer Zolldaten zeigen den letzten Ort, an dem das Edelmetall raffiniert wurde, und nicht den Ort, von dem es zuletzt verschifft wurde.

Russisches Gold ist seit dem Einmarsch in die Ukraine tabu. Neues russisches Gold wurde von den USA, der EU und der Schweiz sanktioniert. Aber Barren, die vor dem 4. August aus dem Land exportiert wurden, fallen nicht unter das Einfuhrverbot, erklärte die Schweizer Zollbehörde am Dienstag.

Einige Investoren, die alte russische Goldbarren besitzen, möchten diese möglicherweise in Schweizer Raffinerien umschmelzen, um sie leichter verkaufen zu können. Obwohl die vor dem Krieg geprägten Goldbarren des Landes in den meisten großen Zentren, einschließlich London und Zürich, immer noch gehandelt werden können, sind sie mit einem Stigma behaftet. Russland – der zweitgrößte Goldförderer der Welt – war früher ein wichtiger Lieferant von neuem Gold für den britischen Markt.

China importiert immer noch russisches Gold, wenn auch in relativ geringen Mengen. Im August kaufte das Land 0,3 Tonnen des Edelmetalls aus Russland, was nur einen Bruchteil seiner monatlichen Gesamteinfuhren von 182 Tonnen ausmacht.

FMW/Bloomberg

Gold-Bearbeitung in Russland
Gold-Bearbeitung in Russland. Photographer: Andrey Rudakov/Bloomberg


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