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Schwellenländer: 30-Jahre Trend ist zu Ende

Redaktion

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FMW-Redaktion

Derzeit findet eine Gegenbewegung statt: die Währungen und Aktienmärkte der Schwellenländer erholen sich wieder etwas, nachdem de Märkte davon ausgehen, dass die Fed in 2015 die Zinsen nicht mehr anheben wird. Dennoch: das große Bilde zeigt klar das Ende eines Trends: erstmals seit 27 Jahren fließt Geld ab aus den Schwellenländern – und das hatte es nicht einmal während der Finanzkrise gegeben!

https://twitter.com/qz/status/654601394410754048/photo/1

Die Kapitalflüsse in die Schwellenländer hat dort hunderte Millionen Menschen aus der Armut geführt. Investoren investierten in Fabriken, Staatsanleihen, Aktien etc. dieser Länder und sorgten für einen jahrelangen Aufschwung. Doch damit – und das macht diese Entwicklung wohl folgenreicher als die Finanzkrise – ist es wohl erst einmal vorbei. Laut einer Schätzung des Institute of International Finance (ein Verband internationaler Banker) werden in diesem Jahr mehr als 500 Milliarden Dollar aus den Schwellenländern abfließen. Das ist der erste Abfluß seit 27 Jahren. Und die Abflüsse, so das Institute of International Finance, werden weitergehen in den nächsten Jahren. Das ist – und nicht die kurze Finanzkrise, die faktisch ja kaum etwas verändert hat in der Rückschau – die wichtigste ökonomische Entwicklung der letzten Jahrzehnte!

Denn diese Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern werden enorme Folgewirkungen haben: viele, die in die Mittelschicht aufgestiegen waren, steigen wieder ab ins Prekariat. Und das wird politische Unruhen auslösen, die wir auch im Westen zu spüren bekommen werden: denn dann droht eine neue Welle von Armutsflüchtlingen in den Westen, diesmal nicht aus dem Nahen Osten, sondern aus den Schwellenländern.

Derzeit am gefährdetsten ist wohl Brasilien, wo dieser Trend sich schon eindeutig manifestiert. Gestern wurde das Land von Fitch abgestuft, und es ist wohl kein Zufall, dass China für Brasilien der wichtigste Handelspartner ist – China war der Motor des Aufstiegs der Schwellenländer, und dieser Motor stottert massiv. Die Folge: in Brasilien fallen die Einkommen der Mittelschicht stark, gleichzeitig steigt die Inflation. Hier beginnt ein Teufelskreis, der in seiner Bedeutung so viel wichtiger ist als die Frage, ob die Fed die Zinsen im Dezember oder im März oder gar nicht anheben wird.

In Deutschland wird das Problem der Schwellenländer ohenhin weitgehend verkannt – aber gerade Deutschland ist stark abhängig von seinen Exporten nach China und in die Schwellenländern. Es ist Zeit, jetzt endlich aufzuwachen!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Sabine

    16. Oktober 2015 09:27 at 09:27

    a) Aufwachen? Warum denn? Ändert nix. Seehofer sagt: Die Politik wird nicht von den Politikern gemacht.
    b) Und da wir nicht zu diesen großen Elite-Familienclans gehören, können wir eigentlich nur den Gürtel engerschnallen, höhere Steuern und GEZ zahlen, auf Demos gehen, in Foren die Luft ablassen und auf den WK3 warten.
    c) Das einzig wirklich Interessante, was wir tun können, ist, keine großen Investitionen tätigen, Lebensversicherungen, Bausparer, Riester und ähnlichen Quatsch sofort auflösen und den Notstand üben. Dazu gehören höhere Zäune um und Absicherungen in unseren Wohnungen.
    Wenn wir wegziehen, d.h.fliehen, sind wir wie die Eindringlinge und würden unsere Verwandten, (besonders Großeltern, Frau und Kinder!!!) Alten, Hilflosen im Stich lassen.

    • Avatar

      joah

      16. Oktober 2015 14:23 at 14:23

      zu b): manche Dinge kann man ändern, wenn man wirklich will, aber man muss es dann auch Leben (!).

      zu c): das mit dem hohen Zaun und der hohen Mauer würde ich aus psychologischer Sicht besser sein lassen, denn die am besten gesichertsten Häuser fallen zuerst („die haben was zu schützen“)

  2. Avatar

    nicco

    16. Oktober 2015 10:12 at 10:12

    „Aufwachen“ in diesem Sinne:

    Global Fund Manager Survey
    Bank of America, 13.10.2015

    Oct FMS extremes
    „Short EM equities“ now most „crowded trade“; GEM FX most undervalued since Mar’13;

    Oct FMS contrarian trades
    Long EM, short Europe;-
    short banks; long energy

    Seit Ende August entwickelt sich der EM ETF besser als der DAX.
    http://stockcharts.com/h-sc/ui?s=EEM%3A%24DAX&p=D&yr=1&mn=0&dy=0&id=p88638768671

    Gruß
    nicco

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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