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Schwierigstes Treffen seit Jahren? OPEC in zwei Lager gespalten

Redaktion

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Nach dem dramatischen Ölpreis-Einsturz in den Jahren 2014, 2015 und 2016 musste die OPEC etwas machen. Durch die koordinierte Fördermengenkürzung, die nun seit 1 1/2 Jahren andauert, konnten die globalen Lagerbestände für Rohöl wieder enorm gesenkt werden, die sich massiv angestaut hatten. Von daher ist grundsätzlich gesehen eine weitere Aufrechterhaltung der Fördermengenkürzung wie bisher nicht mehr nötig? Zu den bisherigen Entwicklungen möchten wir ein heutiges Zitat abdrucken vom Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, welches verdeutlicht, dass das „große Werk“ des Abbaus der Lagerhalde eigentlich schon vollbracht ist. Zitat:

The OPEC Reference Basket price fell by an extraordinary 80% between June 2014 and January 2016. Investments were hit hard, with exploration and production spending falling by a massive 27% in both 2015 and 2016. Overall, nearly one trillion dollars in investments were frozen or discontinued. And stock levels continued to build and build. Total OECD stock levels reached their highest level of over 3.1 billion barrels in July 2016.

The seriousness of these developments led OPEC to embark on extensive consultations among OPEC Member Countries and between OPEC and non-OPEC producing nations in 2016. It was clear that there was a need for broad cooperation to turn the industry around, by bringing forward the rebalancing of the global oil market and helping build longer term sustainable market stability. No-one could act alone.

The consultations gathered pace in the second half of 2016 and led to the historic production adjustment decisions reached by OPEC and participating non-OPEC producers at the end of 2016, or what is now known as the ‘Declaration of Cooperation’. The past 18 months or so has shown it to be a great success, driven by the excellent conformity levels to the voluntary production adjustments.

It has reintroduced a long-absent element of stability to the market – there is now far more confidence, trust and certainty in our industry, compared to two years ago. It is also a platform open to all producers. It has evolved into a broader continuity partnership that can work for everyone, across all timeframes.

OPEC ist in zwei Lager zerfallen

Und wie geht es nun weiter? Übermorgen am Freitag und am Samstag tagt die OPEC turnusmäßig (alle 6 Monate) in Wien. Dabei werden die entstandenen Gräben wohl offen sichtbar werden. Wie aus Äußerungen der letzten Tage eindeutig abzulesen ist, wollen Russland (Nicht-OPEC-Mitglied) und Saudi-Arabien gemeinsam bis eine Fördermengen-Ausweitung von bis zu 1,5 Millionen Barrels pro Tag durchsetzen. Gemeint ist damit wohl, dass alle an der Kürzung beteiligten Länder diese Menge insgesamt hochfahren sollen.

Auf der anderen Seite stehen Irak, Iran, Venezuela, und möglicherweise einige kleinere OPEC-Mitglieder. Sie wollen keine Fördermengen-Ausweitung, weil das den Ölpreis belastet. Der iranische Ölminister Zanganeh will offenbar nur am Freitag in Wien verweilen, aber nicht mehr am gemeinsamen Treffen mit den Nicht-OPEC-Staaten teilnehmen, welches am Samstag stattfindet.

Iran als Problemfaktor

Das Problem ist nachvollziehbar. Saudis und Iraner sind sowieso Erzfeinde. Und dann verbünden sich gerade die Saudis mit Iran´s wichtigstem Verbündeten im Syrien-Konflikt, nämlich Russland. Wie soll sich der Iran da verhalten, wenn er sein Gesicht im Kreise der OPEC-Mitglieder nicht verlieren will? Man wird wohl deutlich weniger Öl auf den Weltmarkt schmeißen können, wenn die Sanktionen der USA im Herbst erst so richtig wirksam werden.

Der Iran ist der Problemfaktor des Kartells, obwohl er gar nichts dafür kann. Bewegung in den „ganzen Zirkus“ kam erst durch den Außenstehenden USA, als von dort aus Sanktionen gegen den Iran neu verhängt wurden. Es könnte so laufen: Russland und Saudi-Arabien verkünden eigenmächtig eine eigene Ausweitung der Fördermenge, und befreundete Nachbarn wie VAE und Kuwait schließen sich vielleicht an. Eine Gruppe um Irak, Iran und Venezuela könnte aus Trotz dagegen halten.

Ändern würde das aber nichts daran, dass die Fördermenge steigen würde, und dass die OPEC quasi gespalten da steht. Wie viel wäre die OPEC als Gesamtgruppe dann noch wert? Würden sich die kleineren Mitglieder fügen, nur damit man weiterhin zum Kaffee- und Tee-Trinken nach Wien eingeladen wird?

Was wird passieren?

Aus zwei heute veröffentlichten Reden von OPEC-Generalsekretär- und Präsident kann man eine vorsichtige unterschwellige Botschaft herauslesen, die da lautet: Auch wenn die Fördermenge ansteigen sollte – die globale Nachfrage ist robust und nimmt zu. Die Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage wird schon hinhauen… Saudis und Russen werden die Fördermengenausweitung wohl durchsetzen – wie das im Namen der gesamten OPEC offiziell formuliert wird, darauf darf man mehr als nur gespannt sein.

Ölquelle Beispielbild - OPEC-Treffen voraus

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