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Anleihen

Erstmals seit 3 Jahren Negativrendite: Sturm auf Emission zehnjähriger deutscher Anleihe!

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Die „Negativrendite“ macht Olaf Scholz die Kassen voll. Was für ein Wahnsinn. Nicht nur für Kurzläufer, sondern jetzt auch bei der wichtigsten Laufzeit von zehn Jahren verdient der deutsche Staat mit der Neuausgabe von Schulden sogar Geld. Aber kurz eine Rückschau auf gestern. Da verkaufte Deutschland zwei Jahre laufende Anleihen mit einer Negativrendite von -0,57%. Bei der vorigen Emission der selben Laufzeit vor vier Wochen waren es -0,54%.

Und jetzt zum heutigen Tag bot Deutschland den institutionellen Anlegern an zehn Jahre laufende Bundesanleihen zu kaufen im Volumen von 3 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag mit 6,3 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch! Die Grafik zeigt die letzten Verkäufe zehnjähriger Anleihen. Anfang des Jahres bekam der Investor noch +0,29% Rendite pro Jahr, jetzt liegen wir bei einer Negativrendite von -0,05%. Damit ist sie zum ersten Mal seit drei Jahren negativ!

Trotz 0,25% Zinskupon pro Jahr zahlt der Anleger also effektiv sogar noch Geld dafür, dass er Deutschland Geld leiht. Denn in zehn Jahren bekommt er 100,00% der Schuldensumme zurück (den Nennwert), musste aber heute bei der Emission 103,00% bezahlen. Dadurch entsteht trotz Zinszahlung die Negativrendite! Was für ein Wahnsinn. Negative Rendite bei zehn Jahren Laufzeit! Die Rezession rückt näher, höhere Zinsen sind nicht zu erwarten, also kann Deutschland als vermeintlich „bester Schuldner überhaupt“ sein Renditeangebot schön tief in den Keller schrauben, und die institutionellen Anleger prügeln sich auch noch drum!

Italien

Auch Italien hat heute Anleihen verkauft. 6 Milliarden Euro bat man für 6 Monate Laufzeit an. Und auch hier stürmt der Markt die Emission. Das Nachfragevolumen lag bei 9,6 Milliarden Euro. Nach der letzten Emission, wo die Rendite bei -0,007% lag, sinkt sie heute weiter auf -0,062%. Keine Angst vor einer Staatspleite oder den Populisten in Rom. Her mit den Anleihen, egal ob eine Negativrendite dabei herauskommt. Denn höhere Renditen sind ja offenbar erst mal nicht in Sicht (Konjunkturabschwung, Rezession?).

Negativrendite - da müsste Olaf Scholz gut drauf sein
Da müsste Olaf Scholz doch noch mehr zu lächeln haben als auf diesem Foto. Denn wenn er jetzt wieder selbst mit der zehnjährigen Bundesanleihe Geld verdienen kann, dann macht sich der Bundeshaushalt doch ganz von alleine, ohne große Sparanstrengung (natürlich vereinfacht ausgedrückt). Foto: Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 de

5 Kommentare

5 Comments

  1. Marcus

    27. März 2019 14:02 at 14:02

    Das kann ich nicht verstehen wie viele ahnungslose bei den Institutionellen herumsitzen! Da ist im Prinzip garantiert das die am Laufzeitende Geld verlieren bzw. vorher schon Verluste machen und trotzdem kaufen die sowas noch.

    • Simply

      27. März 2019 14:07 at 14:07

      Die Institutionellen sind nicht auf den Zinscoupon aus, sondern auf Kursgewinne.
      Die sind defenitiv nicht ahnungslos.

      • Heme

        27. März 2019 15:56 at 15:56

        Kursgewinne hieße doch aber, die Rendite wird in den nächsten 10 Jahren noch viel negativer ausfallen. Hier fressen die Zinsen die Kursgewinne auf oder die Rendite ist kaum der Rede wert. Was soll das am Ende bringen?

        Vielleicht will man die Kohle auch nur in „Sicherheit“ bringen.

  2. Bondkenner 007

    27. März 2019 15:44 at 15:44

    @ Symply, genau, u.wenn die Kursanpassung realisiert ist, gehen Sie wieder raus. Darum gibt es bei den Bonds immer wieder Gegenbewegungen in einer gewissen Range.

  3. Devisionaer

    28. März 2019 22:55 at 22:55

    Staatsanleihen sind inzwischen ansteigend ein alles andere als geringes Risiko für eine Geldanlage. Zumindest für nicht-spekulative Anleger. Entweder Zustände wie hier oder wie in der Türkei, also entweder so viel Sicherheit, dass die Rendite beinahe unmöglich ist oder quasi gar keine. Aktuell würd ich da, wenn man Erfahrungen mit Anleihen machen möchte, eher Beteiligungen an Unternehmen empfehlen. Unabhängig davon, um meine letzten Anlagen zu nennen, ob das nun ein traditionelles Angebot eines Baukonzerns, green economy wie die Deutsche Lichtmiete Invest oder ein IT-Startup aus Berlin ist, solange Transparenz, Zukunftssicherheit und Kennzahlen passen und ausreichend diversifiziert wird, ist das Potential klar höher – und weniger volatil als bei Aktien. Angepasste Softwarelösungen und moderne LED Beleuchtung sind, wenn sie die Effizienz von Systemen erhöhen,eindeutig bessere Wachstumsmärkte für das eingesetzte Kapital. Muss natürlich jeder selbst wissen aber die bundesdeutsche Realität schreckt da wohl eher viele vom Investieren ab.

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Anleihen

Zinsen – Kontrollverlust der Fed

Entweder, es kommt bald zu einer Rezession in den USA – oder die US-Notenbank Fed hat schlicht die Kontrolle über die Zinsen verloren

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Momentan ist ein seltenes Phänomen am US-Kapitalmarkt zu beobachten, das verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zulässt: Die Zinsen für langlaufende Staatsanleihen liegen unter der Übernachtrefinanzierungsrate der Fed (Federal Funds Rate). Entweder, es kommt bereits im nächsten Frühjahr zu einer Rezession in den USA oder die US-Notenbank Fed hat schlicht die Kontrolle über die Zinsen verloren. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem.

Zinsen – Kapitalmarkt gegen Fed

Der Leitzins der US Notenbank Fed liegt aktuell in einem Band von 2,00 bis 2,25 Prozent. Damit ist er der mit Abstand höchste der G7-Staaten.

Aber auch die Kapitalmarktrenditen liegen jenseits des Atlantiks deutlich über denen in Japan und Europa.

Die Konjunkturdaten in den USA zeigen zwar an Hand verschiedener Indikatoren eine Abschwächung der Wachstumsdynamik, aber eine Rezession á la Deutschland ist aus dem ökonomischen Datenkranz noch nicht herauszulesen.

Ganz anders das Bild an den Rentenmärkten: Hier zeigt die Inversion der Zinsstrukturkurve ganz klar den Beginn einer Rezession im nächsten Frühjahr an. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen notieren sogar unter dem US-Leitzins – und auf dem tiefsten Stand aller Zeiten.

US Leitzins (blau) gegen Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen (rot):

EZB versus Fed

Schaut man sich den Vergleich zwischen der Leitzinsentwicklung in der Eurozone ergänzend zu den Kapitalmarktrenditen in den USA an, wird klar, welche Kraft außer der Konjunkturerwartung der Anleihehändler noch eine Rolle spielt – die Zinsarbitrage: Investoren und Spekulanten leihen sich günstig Euro, tauschen diese in US-Dollar und fragen verstärkt höher rentierliche US-Anleihen nach, deren Kurse dadurch steigen und deren Zinsen (Renditen) allmählich absinkt.

Da sich bei dieser Spekulation auch der US-Dollar erhöhter Nachfrage durch das internationale Kapital erfreut, steigt auch noch der Wechselkurs der Zielwährung an. Problematisch wird es nur, wenn man die Buchgewinne realisieren möchte und viele andere Arbitrageure das dann zeitgleich auch tun möchten. Aber so weit ist es noch nicht, da der Zinsabstand aktuell noch zu attraktiv ist.

Leitzinsen USA (rot) vs. Leitzinsen Eurozone (blau):

Die Entwicklung der Zinsen in den USA und der EU

Konjunktur mit zyklischer Phasenverschiebung

Wie aus der obigen Leitzins-Grafik ersichtlich, lief in den letzten zwei Jahrzehnten der US-Zinszyklus (zusammen mit dem US-Konjunkturzyklus) dem Europas stets voraus. Durch das massive Steuersenkungsprogramm der Trump-Administration in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar, das 2018 in Kraft trat, kam es jedoch zu einer Phasenverschiebung. Der amerikanische Konjunkturzyklus wurde in seiner ohnehin späten Phase nochmals durch diesen massiven Fiskalstimulus künstlich verlängert. Gleichwohl hat dieses Strohfeuer weder selbsttragende konjunkturelle Elemente entwickelt, noch sich selbst auf steuerlicher Basis refinanziert, weshalb eine kurzfristige Neuauflage im Wahlkampf nicht wahrscheinlich ist.

Die Opposition in den USA kontrolliert seit den Zwischenwahlen im November 2018 das Repräsentantenhaus und wird dem politischen Gegner Trump solch ein Fiskalfeuerwerk bis zum Wahltermin am 3. November 2020 mit Sicherheit nicht noch einmal zugestehen. Das gleiche gilt für wachstumsrelevante Infrastrukturprogramme. Die Verständigung über solche Programme ist in diesem Sommer zwischen den Kammern des Kongresses und dem Weißen Haus in einer sehr frühen Phase bereits gescheitert. Die Demokraten verknüpften die Forderung Trumps nach erneuten gigantischen Ausgabenprogrammen politisch geschickt mit signifikanten Steuererhöhungen für Besserverdienende und Reiche – eine Hürde, über die die Trump-Administration nicht springen kann.

Damit läuft der einzige Grund für die noch vorhandene relative Stärke der US-Konjunktur gegenüber anderen Teilen der Welt aus. Es ist daher anzunehmen, dass es auch beim Zinszyklus der USA lediglich zu einem zeitlichen Nachlauf kommt. Dass es, wie der Fed-Chef Jerome Powell und einige seiner Kollegen momentan noch behaupten, lediglich zu singulären Zinssenkungen zur Absicherung des Aufschwungs kommt, ist äußerst unwahrscheinlich.

Fazit

Die Amerikaner mögen es nicht gewohnt sein, aber in Sachen Zyklus bei Zinsen und Konjunktur gehen diesmal andere voran. Diese Tatsache kann die Fed noch eine Weile negieren, verhindern kann sie dies gleichwohl nicht. Die Kontrolle über die globale Zinsentwicklung haben längst die Zentralbanken Japans, Chinas und der Eurozone übernommen. Nicht, weil sie per se mächtiger sind, sondern weil sie den gigantischen Zins-Arbitrage-Hebel des Kapitalmarkts auf ihrer Seite haben. Damit bleibt es dabei: die Leitzinsen in den USA werden sich dem Zinsniveau von EZB & Co. anschließen und nicht umgekehrt.

Die Fed hat die Kontrolle über die Zinsen

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Allgemein

Euro und EZB – Vorschau auf den MEGA-Event nächste Woche

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Nächste Woche Donnerstag ist es endlich soweit. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Sie wird den Euro beeinflussen, aber auch zahlreiche Nachbar-Währungen wie den Schweizer Franken, den polnischen Zloty, den ungarischen Forint usw. Vor allem die Schweizer Kollegen der EZB dürften vermutlich zügig nachziehen mit sinkenden Zinsen, weil sie eine Aufwertung des Franken unbedingt verhindern wollen. Aber was wird erwartet? Womit darf man rechnen für Donnerstag um 13:45 Uhr (Entscheidung) und 14:30 (PK)?

Euro und EZB - Mario Draghi nächsten Donnerstag mit seiner letzten Entscheidung
Mario Draghi. Foto: EZB

Euro gegen Dollar schon gut gefallen

Schauen wir auf den folgenden Chart, der Euro vs US-Dollar seit 2016 zeigt. Man sieht, dass der Euro seit gut einem Jahr langsam aber kontinuierlich am Fallen ist. Denn der Markt hat sich immer mehr darauf vorbereitet, dass die Europäische Zentralbank wohl doch eher Zinsen senken statt anheben wird. Denn im Laufe der letzten Quartale wurden die Konjunkturdaten in Europa immer schlechter und schlechter. Euro vs USD hat seit Sommer 2018 von 1,1750 auf unter 1,10 verloren. Ganz aktuell in der letzten Woche ging es ein klein wenig bergauf für den Euro, aber eher weil der US-Dollar dank steigendem Risikoappetit der globalen Anlegergemeinde Schwäche zeigte.

Euro vs USD seit 2016

Was wird die EZB tun?

Aber erst einmal zur EZB. Was wird sie entscheiden? Seit Monaten geht man davon aus, dass es eine Zinssenkung in Kombination mit einem neuen Anleihekaufprogramm sein wird. Die Aussicht hierauf hatte den Euro wie vorhin schon erwähnt bereits deutlich geschwächt. Aber zuletzt mehrten sich auch Zweifel daran, ob es neue Anleihekäufe geben würde. Ein gewisser Kampf zwischen Nord- und Südländern innerhalb der EZB soll im Gange sein. Denn erstens scheinen die Nordländer innerhalb der EZB grundsätzlich dagegen zu sein. Und zweitens gibt es das Problem, dass die EZB maximal 33% der verkauften Anleihen eines Landes kaufen kann. In einigen Fällen ist man schon an dieser Grenze angekommen. Deshalb müsste man seine selbst erstellten Regeln dann nach oben anpassen. Was aber die Kritiker auf die Palmen bringen dürfte, die sowieso schon seit Jahren der Meinung sind, die EZB betreibe letztlich die Finanzierung von überschuldeten Staatshaushalten in der Eurozone. Also könnte es sein, dass es nur eine Zinssenkung wird? Beim Banken-Einlagenzins, der bereits bei -0,40% liegt, könnte es auch weiter bergab gehen, aber mit einer Regelung, welche betroffene Banken schonen könnte.

Aber jetzt kommt ein Problem auf für alle Beobachter, die in den letzten Tagen ein eher kleine Lockerung durch die EZB erwarten. Denn die Konjunkturdaten gerade für Deutschland sind in den letzten Wochen immer grottiger ausgefallen. In Sachen Inflation zeigen zahlreiche jüngst veröffentlichte Indikatoren sogar in Richtung Deflation (hier ein Beispiel). Auch die Industrieaufträge und Umsätze aus Deutschland sind aktuell stark rückläufig. Und was hatte Mario Draghi noch am 25. Juli gesagt? Diese niedrige Inflationsrate könne man nicht akzeptieren. Und seit diesem Satz sind schon wieder fünf Wochen vergangen, und diverse Daten zeigen eine weiter verschärfte Abwärtstendenz für die Verbraucherpreise in der Eurozone. Also: Darf man vermuten, dass die EZB wohl doch einen großen Schritt vornehmen wird?

Eine Meinung

Die Danske Bank hat gestern eine aktuelle Meinung veröffentlicht, was man für Donnerstag erwartet. Man glaubt daran, dass die anstehende Entscheidung der EZB sogar die Leitlinien für die nächsten Jahre setzen könnte. Danske erwartet bei der Deposit Rate und der Marginal Lending Facility (zwei von drei Leitzinssätzen) eine Senkung von 20 Basispunkten, mit einer Aussicht auf möglicherweise weiter sinkende Zinsen. Auch glaubt man gleichzeitig an einen Neustart der Anleihekäufe für 12 Monate in Höhe von 45-60 Milliarden Euro pro Monat. Und man glaubt daran, dass die EZB ein Stufensystem beim Bankeneinlagenzinssatz von derzeit -0,40% einführen wird, um die Geschäftsbanken ein wenig zu entlasten.

Markterwartungen

Der führende US-Finanzsender CNBC hat es gestern kurz und knapp so ausgedrückt: Der Markt erwarte eine Zinssenkung, und einige Experten erwarten auch einen Neustart der Anleihekäufe. Also: Kommt es zu Zinssenkungen + neuen Anleihekäufen, sollte der Euro dann ab Donnerstag Nachmittag weiter fallen gegen den US-Dollar? Laut „FT“ glaubt die französische BNP Paribas Asset Management, dass der Markt eine unendliche Fortsetzung des QE (Anleihekäufe) sehen will. Die Anleihekäufer (Institutionelle Investoren) hätten diese Anleihen (FMW: Zu immer höheren Kursen und immer niedrigeren Renditen) gekauft, weil sie davon ausgehen, dass man sie später an die EZB verkaufen könne.

Und ja, so meinen wir von FMW: Diese Erwartung haben viele Anleihekäufer wohl. Denn wenn man etwas kauft, will man es ja schließlich später mit Gewinn weiterverkaufen. Die Hamburg Commercial Bank (ehemals HSH Nordbank) ist der Meinung, dass die Analystengemeinde mehrheitlich von 10 Basispunkten Zinssenkung beim Einlagenzins ausgehe. Einige Beobachter würden aber auch 20 oder 30 Basispunkte erwarten. Und es werde wohl eine Staffelung der Einlagenzinsen geben, vielleicht auch mit Freibeträgen für die Geschäftsbanken wie in der Schweiz. Wichtig: Laut der Hamburg Commercial Bank würde der Markt ein QE-Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat wohl als Enttäuschung auffassen, und 40 Milliarden Euro als überraschend hoch. 12 Monate als Laufzeit seien realistisch.

Abschließend möchten wir anmerken: Mario Draghi gibt seine Abschiedsvorstellung! Das sollte man nicht unterschätzen. Er könnte also als großes Finale eine kräftige geldpolitische Lockerung durchpauken, denn die Konjunkturdaten in der Eurozone sind wirklich schlecht! Der Markt erwartet schon einiges, aber diese Erwartungen könnten von Draghi letztlich noch übertroffen werden. Dann sollte/könnte es womöglich mit dem Euro wohl weiter gen Süden gehen in Relation zum US-Dollar. Aber jetzt Schluss mit den Vermutungen. Am Donnerstag sind wir alle schlauer.

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Anleihen

Risk On ist, wenn neben der Bund-Rendite sogar der Peso steigen kann! Aktuell hilft ISM dem Dollar

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Wir hatten es vorhin bereits besprochen. Vor allem dank der politischen Entspannung in Hongkong, aber auch wegen einer (zumindest in diesem Augenblick) leichten Entspannung im Handelskrieg glaubt der globale Kapitalmarkt, dass man wieder etwas mehr in Risiko-Assets gehen kann. Seit zwei Tagen wird der US-Dollar abverkauft, und man schichtet wieder mehr um in Risiko-Anlagen (Risk On Trade). Der Euro profitierte davon, und teilweise auch Gold.

Aber heute ab 16 Uhr gab es einen Game Changer, zumindest für den Augenblick. Der ISM-Index für Dienstleistungen in den USA lässt vermuten, dass die konjunkturelle Lage noch besser läuft als gedacht. Deswegen gewinnt aktuell der Dollar-Index von 98,08 auf 98,34 Indexpunkte. Euro gegen US-Dollar fällt daraufhin um 25 Pips. Aber: Gold rauscht seit 16 Uhr in Keller. Seit 15:30 Uhr ist es insgesamt ein Absturz von 1.537 auf jetzt 1.516 Dollar. Dollar rauf, Gold runter.

Risk On Trade und die deutsche Bundesanleihe

Aber zurück zum grundsätzlichen Risk On-Trade. Mal sehen, wie lange der Dollar diese kleine Euphorie beibehält. Deutsche Anleihen werden seit zwei Tagen verkauft. Also, raus aus der „ultimativen“ Sicherheit, und rein in mehr Risiko. So ist die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen seit Dienstag bis jetzt gestiegen von -0,73% auf jetzt -0,59%. Das ist ein deutlicher Schritt. Im Chart sieht man den Renditeverlauf der letzten vier Wochen.

Risk On - Rendite deutscher Anleihen steigt

Und woran erkennt man dieser Tage wirklich, dass Risk On vorherrscht, dass die Anleger wieder Risiko suchen? Sogar der argentinische Peso kann gegen den US-Dollar zulegen. Kostete 1 USD am Dienstag noch 60,50 Peso, so sind es jetzt „nur noch“ 56 Peso. Das ist trotzdem noch ein katastrophaler Umrechnungskurs für die Argentinier, aber ganz kurzfristig in dieser Woche ist es eine kleine Erholung. Auch die in letzter Zeit so geprügelten osteuropäischen Währungen konnten seit zwei Tagen gegen den US-Dollar aufwerten. USD gegen ungarischen Forint verlor von 303 auf 297, steigt jetzt dank ISM auf 298. USD gegen Zloty verlor von 3,99 auf 3,91, und steigt jetzt auf 3,92.

Grundsätzlich, wenn man ein paar Schritte zurück tritt, und das Gesamtbild betrachtet, dann läuft der Risk On Trade (hier gut erklärt) weiter. Raus aus deutschen Anleihen und Gold. Raus aus dem US-Dollar, mit aktueller Unterbrechung durch den ISM-Index. Frage: Dreht der Dollar nun, oder geht es schon in wenigen Stunden weiter mit der Dollar-Abwertung? Im folgenden Chart sieht man seit dem 30. August in rot-grün den US-Dollar (Dollar-Index) gegen Gold in blau. Der Dollar fiel seit Tagen, und Gold versuchte als Gegenbewegung zu steigen. So richtig gelang das aber nicht. Dann jetzt, wo der Dollar dank ISM ein klein wenig aufwertet, rauscht Gold nach unten. Im Gold schlagen diese aktuelle Dollar-Aufwertung + Risk On doppelt zu.

Risk On - Gold vs USD

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