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Selenski mit dramatischem Appell an das ukrainische Volk

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski richtete sich heute Vormittag, dem 24. Februar 2022, in einem verzweifelten Appell an sein Volk:

„Wir teilen Waffen an alle aus, die fähig und in der Lage sind, unsere Unabhängigkeit und Souveränität zu schützen. Von jedem hängt unsere Zukunft ab! Jeder, der Kampferfahrung hat, der die Ukraine verteidigen kann und möchte, soll sich melden! Die Veteranen sollen sich melden! Bitte folgen Sie den ausführlichen Informationen. Seit heute früh haben wir verletzte Soldaten, so dass in den Krankenhäusern Blut benötigt wird. Bitte spenden Sie Blut an unsere Kämpfer. Das bedeutet heute viel Arbeit. Man soll unter den schwierigen Bedingungen weiter arbeiten. Jedes Unternehmen, jeder Unternehmer gestaltet unsere Zukuft. Kümmert Euch um jeden Mitarbeiter. Wir brauchen alle Waren und Dienstleistungen, die wir benötigen. Die Nationalbank und das Banksystem der Ukraine haben alle notwendigen Ressourcen, um unsere Bedürfnisse – des Staates – zu decken. […] Unter uns gibt es keine Gegner. Wir sind alle Bürger dieses wunderbaren Landes! Und wir verteidigen unsere Freiheit! Seid bitte bereit, in unseren Städten unsere Freiheit zu verteidigen. […] Liebe Bürger: Der heutige Morgen ist in die Geschichte eingegangen. Es ist eine unterschiedliche Geschichte für Russland und unser Land. Wir haben die diplomatischen Beziehungen zu Russland beendet. Die Ukraine verteidigt sich und wird ihre Freiheit nicht aufgeben, egal, was Russland denkt. Für die Ukraine ist die Unabhängigkeit und das Recht, auf dem eigenen Boden zu leben und zu bleiben, der höchste Wert. Russland hat heute unser Land überfallen, nicht anders als das faschistische Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Ab heute stehen unsere Länder in der Weltgeschichte auf unterschiedlichen Seiten. Russland steht jetzt für das Böse. Trotzdem hängt sehr viel vom russischen Volk ab. Die Bürger Russlands müssen heute entscheiden, welchen Weg jeder von Ihnen persönlich gehen will. Diejenigen, die ihr Gewissen noch nicht verloren haben, steht es frei, gegen den Krieg gegen die Ukraine zu protestieren. Und ich möchte auch die [russisch-]ukrainischen Bürger einzeln auf russisch ansprechen, für die russischen Leute: Ich weiß, diese Information [der russische Überfall auf die Ukraine] wird Ihnen nicht gezeigt im Fernsehen. In sozialen Netzen wird viel [Falsches] gebloggt. Das ist einfach das Böse, das ist der Wunsch, unsere Nation zu vernichten. […] Liebe Bürger der Ukraine, liebe starke Bürger der Ukraine, diejenigen, die Verwandte in Russland haben, die Freunde in Russland haben, die Journalisten in Russland kennen, die Blogger kennen: spricht sie an! Sie sollen darüber berichten. Dann wird Russland die Wahrheit erfahren. Das ist extrem wichtig. Vielen Dank! Wir werden jede Stunde zu unserem Volk sprechen!“

Wolodimir Selenski Wolodimir Selenski. Foto: President.gov.ua CC BY 4.0



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4 Kommentare

  1. Putins Timinig ist nicht schlecht und sein Gespür für taktische Gelegenheiten anscheinend noch immer in Takt. Erst hat China den bereits auf Selbstzerstörungskurs befindlichen und schwer angeschlagenen „Westen“ mit dem Corona Hoax sturmreif geschossen und das nutzen die Russen nun aus. Denn tatsächlich kann der „Westen“ nur mit harten Wirtschaftssanktionen antworten.

    Aber Putin weiß ganz genau das die westlichen Gesellschaften einen Wirtschaftskollaps viel weniger verkraften können als Russland und China (obwohl da die Opferbereitschaft auch schon lange nicht mehr so hoch ist, wie noch vor Jahrzehnten).

    Aber insbesondere die völlig dekadenten westeuropäischen Staaten wird es zerreißen.

    Und China kommt die Nummer ja nun auch nicht ungelegen. Schließlich will Xi noch zu seinen Lebzeiten die globale Poolposition für das Reich der Mitte erreichen. Und da er auf die 70 zugeht, hat er, selbst wenn er heute noch fit ist, eben auch nicht mehr unbegrenzt Zeit.

    Die Rechnung enthält ein erhebliches Risiko, könnte aber aufgehen.

  2. Was mich verwundert ist, wie wenig die Großstädter in der Ukraine auf den zu erwartenden Krieg vorbereitet sind. Während der Bombardierung steht man nach Bargeld und Treibstoff an?

    Oder bilden die westlichen Berichte nur eine Teilwahrheit ab?

    Wie sind die Bürger im Westen auf das Erwartbare vorbereitet?

  3. Young Global Leader

    Guter Mann, der Zelensky. Ich hoffe er überlebt das physisch, wie auch politisch.

    Der Vergleich mit dem faschistischen Deutschland musste vielleicht sein, aber der russische Angriff passt in seiner Form besser zu einem anderen, nämlich dem Angriff der NATO auf Serbien, der ganz genau so ausgeführt wurde. Damals waren die Aggressoren allerdings die Guten und der Angegriffene der Böse ( Fischer verhinderte den Holocaust ). Russland konnte damals protestieren und seinem Verbündeten auf der Seitenlinie zuschauen. Sanktionsdrohungen wären als Witz empfunden worden. Das alles sieht aus wie eine Revanche für die Abspaltung des Kosovo, nur dass die Russen das jetzt viel emotionaler angehen und viel engagierter sind als Clinton / Albright. Die standen eine Stufe über den Dingen und wurden von Moralisten sekundiert, die Aufsätze über den Gerechten Krieg schrieben. Die USA agierte als modernes Imperium, distanziert und von einer höheren Warte aus, während Russland nur eine engstirnige, zwar riesenhafte, aber letztlich doch regionale Großmacht ist, von denen es viele in der Geschichte gibt.

    Ich glaube, wie @thinkself, dass die Chinesen die großen Gewinner sein werden. Die Ukraine ist ein tragischer Fall, aber sie wird vermutlich besser dastehen ohne ihre „Ostgebiete“. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Kosovo, dass da kein nationaler Mythos an ihnen hängt. Das „System Putin“ ist eine Autokratie ohne Zukunft. Moderne Staaten können keine Traditionen entwickeln, außer demokratische und die Demokratien verrotten innerlich.

  4. Man fragt sich ja unwillkürlich bei dem ganzen angehäuften Wissen der Menschheit,
    wer so alles nach oben an die Spitze von Staaten gespült wird. Und das Ganze
    in Verbindung mit völlig fachfremder Verwendung von Sachverstand, falls überhaupt
    vorhanden.

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