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Abhängigkeit soll beendet werden Seltene Erden: Trump startet den Machtkampf mit China

Beim Thema Seltene Erden sind die USA wie viele andere Länder von China abhängig. Trump treibt nun die Abnabelung massiv voran.

Donald Trump startet eine globale Rohstoffoffensive: Mit neuen Allianzen in Asien und Australien will er die USA aus der Abhängigkeit von China befreien – und die Machtbalance bei seltenen Erden verschieben. Am 9. Oktober zog China die Daumenschrauben an. Neue Exportkontrollen für seltene Erden machten der Welt klar, wie verwundbar sie geworden ist. In Washington fiel der Startschuss für eine Gegenstrategie. Donald Trump schmiedete in den folgenden Wochen eine Kette von Abkommen, die Amerikas Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen brechen und zugleich ein neues Rohstoffnetz in Asien aufbauen soll. Während Peking seine Macht demonstriert, formieren sich Australien, Japan und mehrere ASEAN-Staaten zu einem Gegengewicht.

Für Europa ist es ein weiterer Beweis, dass es Gefahr läuft, zwischen den beiden Machtpolen zerrieben zu werden. Russland hingegen wird als Rohstofflieferant weiter marginalisiert. Nun, während seiner Asien-Tour, fährt Trump die Ernte seiner Verhandlungen ein und setzt China bei den Gesprächen über ein Handelsabkommen unter Druck. China kontrolliert rund achtzig Prozent der weltweiten Förderung und über neunzig Prozent der Raffination seltener Erden. Diese Metalle sind unverzichtbar für Elektromotoren, Windturbinen, Raketensteuerungen und Smartphones. Als Peking Anfang Oktober neue Exportlizenzen für Magnetmaterialien einführte, schnellten die Preise nach oben. Für Trump war das der Moment, den Gegenangriff zu starten.

Seltene Erden: Trump-Allianz von Australien bis Japan

Der Anfang erfolgte am 20. Oktober im Weißen Haus, wo Trump mit Australiens Premierminister Anthony Albanese das „Critical Minerals Framework“ unterzeichnete. Es sieht Investitionen von über drei Milliarden Dollar in Abbau, Recycling und Verarbeitung vor. Australien liefert die Vorkommen, die USA das Kapital und die Technologie. Beide Länder wollen sich so aus der Abhängigkeit chinesischer Zwischenverarbeiter lösen. Trump nannte es einen „Deal für amerikanische Unabhängigkeit“. Aufseiten der Industrie geht es um Unternehmen wie Lynas, die bereits Werke in Texas betreiben und ihre Kapazitäten mit amerikanischen Geldern ausbauen.

In Südostasien setzt Trump auf eine Mischung aus Rohstoffzugang und geopolitischer Bindung. Mit Vietnam, Malaysia, Thailand und Kambodscha vereinbarte Trump mehrere Memoranden of Unterstanding. Diese umfassen Exportzusagen, Investitionspakete und Zollvorteile. Vietnam verpflichtet sich, bis 2028 jährlich fünftausend Tonnen seltener Erden an die USA zu liefern. Washington investiert im Gegenzug zwei Milliarden Dollar in lokale Verarbeitungsanlagen, um den Umweg über China zu vermeiden. Vietnam ist für Trump doppelt nützlich: Es besitzt große Lagerstätten und liegt an Chinas Grenze. Jede Tonne, die dort abgebaut und außerhalb Chinas verarbeitet wird, schwächt Pekings Einfluss.

Thailand und Kambodscha liefern Rohmaterialien, öffnen ihre Lagerstätten in der Isan-Region und erhalten dafür US-Hilfen. In Phnom Penh sieht man darin nicht nur ein Wirtschaftsabkommen, sondern auch eine Versicherung gegen politische Isolation. Malaysia ergänzt das Netzwerk durch bestehende Raffineriekapazitäten und soll mit amerikanischem Kapital seine Position als neutraler Verarbeiter ausbauen.

Japan bildet die technologische Schaltzentrale dieses Systems. Tokio und Washington haben dieser Tage den „Rare Earth Supply Chain Pact“ vereinbart. Japan liefert Know-how für die Verarbeitung und Magnetproduktion, die USA bauen Anlagen in Wyoming und Texas. Die Zusammenarbeit ist auch politisch: Sie signalisiert, dass die asiatische Industrienation ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen verringert und gleichzeitig Amerikas strategische Ziele stützt. Für Trump ist Japan der verlässliche Partner, der Technik liefert, wo andere nur Rohstoffe bieten.

Kasachstan bis Ukraine: Trumps stille Front gegen Russland

Kasachstan und die Ukraine wirken auf den ersten Blick wie Randfiguren, doch ihre Rolle reicht tiefer. Mit Kasachstan bestehen seit 2023 Kooperationsabkommen über Uran und seltene Metalle. Sie bleiben in Kraft und wurden nun um Infrastrukturprojekte im Wert von vier Milliarden Dollar ergänzt. Neue Transportkorridore sollen den Handel zwischen Asien und Europa beschleunigen und russisches Territorium umgehen. Für Washington ist das mehr als Wirtschaftspolitik. Es ist ein geopolitischer Eingriff in Moskaus traditionelle Einflusssphäre.

Die Ukraine ist der heikelste Teil dieses Plans. Das Abkommen vom Frühjahr sichert den USA Zugriff auf die ukrainischen Vorkommen. Viele davon liegen im Osten, in Gebieten, die unter russischer Kontrolle stehen. Für Kiew bedeutet die Vereinbarung Rückendeckung, Investitionen und eine Einnahmenbeteiligung von zwanzig Prozent an künftigen Rohstoffexporten. Für Moskau ist es ein strategischer Verlust, denn ein westlich orientiertes Kiew würde Russland dauerhaft aus dem europäischen Rohstoffmarkt drängen.

Russland selbst gerät in eine Zange. Trumps Deals schwächen den Rohstoffhebel, auf den der Kreml seit Jahren baut, und treiben Moskau tiefer in Chinas Abhängigkeit. Kurzfristig profitiert Russland noch von steigenden Preisen, doch langfristig verliert es Marktanteile. Neue Lieferketten in Asien und Australien machen russische Metalle entbehrlich. Kasachstans Transitprojekte umgehen russische Eisenbahnrouten, Sibirien bleibt trotz seiner zehn Millionen Tonnen Reserven unterentwickelt. Langfristig sinkt Russlands Anteil am Weltmarkt von fünf auf unter drei Prozent. Chinas Abhängigkeit von russischen Importen nimmt ab, während Washington das entstehende Vakuum nutzt, um den Einfluss der Achse Moskau–Peking zu schwächen.

Ein gefährliches Spiel: Trumps Kampf um Rohstofffreiheit

Trumps Strategie zielt auf den Umbau globaler Lieferketten. Noch fehlt den USA die industrielle Basis, um seltene Erden vollständig im eigenen Land zu verarbeiten. China besitzt Erfahrung, Logistik und die chemischen Verfahren, die aus Gestein marktfähige Produkte machen. In Vietnam oder Malaysia entstehen erst die technischen Grundlagen. Selbst in Australien dauert der Aufbau neuer Anlagen Jahre. Die BBC weist darauf hin, dass die Abkommen „in Größe und Substanz stark variieren“ und ihr tatsächlicher Effekt noch offen ist. Manche Beobachter sprechen von einem symbolischen Schritt, andere sehen den Beginn einer strukturellen Verschiebung.

In Peking fällt die Reaktion gereizt aus. Offizielle Sprecher bezeichnen die US-Initiative als „wirtschaftliche Aggression“, staatliche Medien sprechen von einem Schritt zur „Verteidigung nationaler Sicherheit“. Hinter den Formulierungen steckt die Sorge, traditionelle Partner könnten sich abwenden. China sucht bereits neue Absatzmärkte in Afrika und Lateinamerika, um Einbußen in Asien auszugleichen.

Während Asien sich neu sortiert, starrt Europa dem Abgrund ins Gesicht. Die EU hat ihren „Critical Raw Materials Act“, doch viele Passagen bleiben unkonkret. Während Washington Milliarden investiert und Asien bindet, diskutiert Brüssel über Richtlinien. Europas Industrie hängt weiter an chinesischen Magneten und Halbfertigprodukten. Sollte Peking die Exporte erneut drosseln, geraten Autohersteller und Energiekonzerne unter Druck.

Das neue Rohstoffzeitalter: Amerikas Weg aus Chinas Griff

Trumps Abkommen sind kein schneller Befreiungsschlag, eher ein langfristiger Kettenzug. Er nutzt die Rohstoffe Australiens, die Förderländer Südostasiens und das technische Wissen Japans, um die Kontrolle über seltene Erden Stück für Stück aus Chinas Händen zu nehmen. Für die Partnerländer ist es ein Weg in wirtschaftliche Eigenständigkeit. Für China ein Verlust an Macht. Für Europa eine Mahnung. Am Ende steht kein Triumph, sondern eine neue Realität: Die USA bereiten den Ausstieg aus Chinas Rohstoffgriff vor, Schritt für Schritt, Vertrag für Vertrag. Der Prozess wird Jahre dauern, doch die Richtung ist klar.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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4 Kommentare

  1. Auffallend ist das man die EU ignoriert. Ist vielleicht auch ganz gut, denn die kann nur Bürokratie.

    1. Die EU und allen voran Deutschland könnten auch anders. Nur sorgen die sich seit dem Regierungswechsel vermehrt um ablenkende Kulturkampfthemen der AfD, wie Stadtbilder, vegane Schnitzel und Würste, Cannabis oder Heizungsverbote, die es nie gab.

      Was inzwischen leider wieder fehlt, ist die Entschlossenheit und Einigkeit von 2022, als es in kürzester Zeit mit überwältigender Zustimmung der Bevölkerung gelungen war, eines der größten Industrieländer aus der erpresserischen Abhängigkeit des übelsten Tyrannen des aktuellen Jahrtausends zu befreien.

      1. Da kann man zustimmen.

        Das Niveau lässt immer mehr zu wünschen übrig. Ausgerechnet jene, bei denen man noch Verstand vermutet hat.

        Uch dachte schon ein unbeliebtes Gesetz soll heimlich durchgereicht werden aber nix gefunden. Schon wieder Wahlkampf offenbar.

      2. robert h. schwachkopff

        @
        ja, ich finde es auch gut, dass man sich von diesen üblen tyrannen losgesagt hat.
        endlich kann es mit teutschland wieder weitergehen gehen,
        diesen jahrzehntelangen stillstand aufzuholen, wird ewig dauern

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