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Sensation: Top-Funktionär kritisiert Chinas Führung, Peking investiert 10% des BIPs zur Rettung der Aktienmärkte

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

Was im Westen ziemlich normal wäre, ist für chinesische Verhältnisse eine Sensation: Gao Xiqing, ehemaliger Vize-Chef der chinesischen Regulierungsbehörde und als „Vater des Aktienmarkts“ in China bekannt, hat die Reaktion Pekings auf den Crash scharf kritisiert. Auf einer Veranstaltung des Council on Foreign Relations in New York sagte Gao, er sehe kein Problem darin, wenn die Aktienmärkte 30% verlören – das viel größere Problem sei der Umgang der Behörden mit dem Crash. Chinas Führung hatte 1400 Aktien vom Handel aussetzen lassen und ein staatseigenes Unternehmen beauftragt, 480 Milliarden Dollar in die Aktienmärkte zu pumpen, um die Panik zu beenden. Insgesamt, das zeigen neueste Analysen, hat China ca. 800 Milliarden Dollar zur Stützung der Märkte investiert – das entspricht knapp 10% des BIP des Landes. Damit hat Peking mehr zur Stützung der Märkte getan als mit dem großen Stimulus-Programm im Gefolge der Finanzkrise.

Gao sagte in New York, das Aussetzen von Aktien sei ein schwerer Fehler: das könne man zwar in einer einzigen Minute beschließen und umsetzen, aber der Vertrauensverlust werde jahrelang anhalten. Insbesondere westliche Investoren hatten Aktien, die vom Handel ausgesetzt waren (und teilweise noch sind: 500 Aktien oder 18% aller Werte sind immer noch nicht handelbar), in „Seitentaschen“ parken müssen, weil sie keine Wertstellung mehr für ihre Kunden ausweisen können. Ray Dalio, Chef des weltgrößte Hedgefonds, Bridgewater Associates, hat unterdessen in einem Brief an seine Kunden seine positive Sicht auf die Aktienmärkte Chinas komplett revidiert – der Crash habe schweren Schaden hinerlassen, es gebe keinen sicheren Platz für Investments mehr, so Dalio.

Das sieht offenkundig auch Gao Xiqing ähnlich: Auslöser des Crashs sei „massives Überinvestment“ gewesen. Insofern sei eine Marktbereinung normal und unausweichlich gewesen. Chinas Regierung habe die Menschen ermuntert, in den Aktienmarkt zu investieren – und der Aktienmarkt in China sei daher mehr oder weniger von der Regierung „gesponsert“.

Gao war bis letztes Jahr Chef des staatlichen Pensionsfonds China Investment Corp., Gründungsmitglied der Aufsichtsbehörde China Securities Regulatory Commission und jahrelang zuständig für die IPOs an den chinesischen Märkten. Derzeit ist Gao noch Professor an der Tsinghua University in Peking. Seine deutliche Kritik ist für chinesische Verhältnisse etxrem ungewöhnlich – und ein Zeichen dafür, wie viel Autorität Pekings Führung durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten Chinas verloren hat.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    24. Juli 2015 12:15 at 12:15

    Hoffen wir mal, das Herr Xiqing dadurch nicht den nord-koreanischen Weg gehen wird…

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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