Der Aktienmarkt in den USA erlebt im Oktober eine bemerkenswerte Dynamik, getrieben von einem altbekannten Mechanismus: dem Short-Squeeze. Besonders auffällig ist dabei der Goldman Sachs Basket der meistgeshorteten Aktien, der mit zweistelligen Zugewinnen den S&P 500 weit hinter sich lässt. Während Anleger in Zeiten anhaltender Unsicherheit auf eine Stabilisierung hoffen, geraten viele Leerverkäufer zunehmend unter Druck – und werden zu ungewollten Käufern.
Short-Squeeze am Aktienmarkt
Im Zentrum des Short-Squeeze steht der von Goldman Sachs entwickelte Korb der am stärksten leerverkauften Aktien. Dieser ist allein in diesem Monat um 16 Prozent gestiegen. Damit schlägt er den S&P 500, der lediglich ein Plus von 0,7 Prozent verzeichnet, deutlich. Laut Daten, die Bloomberg erhoben hat, ist es der beste Oktoberwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2008. Die deutliche Outperformance dieses Goldman-Baskets deutet darauf hin, dass Investoren ihre unter Wasser geratenen Short-Positionen schließen – möglicherweise in Erwartung der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank am 29. Oktober.
Während der S&P 500 in den vergangenen sechs Monaten nahezu jede Warnung ignorierte und eine der besten Phasen seit den 1950er Jahren verzeichnete, zeigt der aktuelle Trend ein deutliches Muster: „Es ist nicht einfach, diesen Aktienmarkt zu shorten, weil es sich so anfühlt, als würde diese Rallye niemals enden“, erklärt Thomas Thornton, Gründer von Hedge Fund Telemetry. Er hält eine kleine Netto-Short-Position auf den S&P 500 und den Nasdaq 100. „Es ist schmerzhaft und entmutigend, wenn man jeden Tag gegen eine Wand läuft.“

Hedging-Kosten und Anlegerstimmung kippen
Der Oktober gilt traditionell als einer der volatilsten Monate am Aktienmarkt. Noch zu Monatsbeginn zahlten Anleger mehr, um sich gegen einen plötzlichen Kursschub („melt-up“) abzusichern, als gegen einen Abschwung. Doch diese Stimmung beginnt sich zu drehen. Laut Mandy Xu, Leiterin der Derivatemarktforschung bei Cboe Global Markets, verkaufen Händler zunehmend Call-Optionen, um Put-Positionen zu finanzieren – ein deutliches Zeichen wachsender Risikoaversion.
Thornton warnt davor, dass viele Marktteilnehmer zu sehr auf eine baldige Zinssenkung der Fed setzen. „Jeder wettet darauf, dass die Fed bald die Zinsen wieder senken wird, aber viele überschätzen den Nutzen dieser Schritte für die Wirtschaft“, sagt er. „Die Notenbank wird die Kreditkosten wahrscheinlich nicht so stark senken können, wie es sich die Wall Street erhofft.“ Das FedWatch-Tool der CME zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent für eine Zinssenkung im Oktober und 97 Prozent für zwei Senkungen bis Jahresende.
Trotz zeitweiser Turbulenzen ausgelöst durch Trumps Zolldrohungen gegen China notiert der S&P 500 weniger als 0,3 Prozent unter seinem Rekordhoch. Positive Signale vor den Handelsgesprächen zwischen den USA und China sowie solide Quartalsergebnisse in der laufenden Berichtssaison stützen den Aktienmarkt. Der VIX-Index, auch bekannt als „Angstbarometer“ der Börse, fiel am Montag wieder unter die Marke von 20 Punkten, nachdem er kurzzeitig auf den höchsten Stand seit April geklettert war.
Quants und Fondsmanager reduzieren Risiko
Sowohl algorithmische Händler als auch traditionelle Fondsmanager haben ihre Aktienquote zuletzt gesenkt. Nach Daten der Deutschen Bank verzeichnete die Gesamtpositionierung die stärkste wöchentliche Reduktion seit dem tarifbedingten Ausverkauf im April. Viele diskretionäre Anleger sind nun untergewichtet – was mittelfristig Raum für Käufe eröffnet. „Es gibt viel Spielraum für diskretionäre Investoren, ihre Aktienquote wieder zu erhöhen und Rücksetzer zu kaufen“, sagt Parag Thatte, Stratege bei der Deutschen Bank. „Sie sorgen sich ständig um die Wirtschaft oder die Gewinne. Aber wenn die Unternehmensgewinne stark bleiben, werden sie wieder US-Aktien kaufen.“
Auch systematische Trader, sogenannte Commodity Trading Advisers (CTAs), reduzierten ihre Positionen am Aktienmarkt. Der Trendfolgefonds-Indikator fiel auf das niedrigste Niveau seit über drei Monaten. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten weitere Gewinnmitnahmen kurzfristig zu fallenden Kursen führen. Erst ein Rückgang des S&P 500 um 3 bis 5 Prozent würde jedoch größere Abverkäufe auslösen, so Thatte.
Spekulative Tech-Titel im Höhenflug
Parallel dazu steigen die spekulativsten Marktsegmente rasant. Der Goldman Sachs Korb unprofitabler Technologieunternehmen – darunter Namen wie Roku und Peloton – legte im Oktober ebenfalls um 16 Prozent zu und steuert damit auf den besten Oktober seit 2014 zu. Thornton warnt jedoch vor Selbstzufriedenheit am Aktienmarkt: „Wenn Anleger in spekulative Marktsegmente drängen, die stark mit den meistgeshorteten Aktien korrelieren, gehen sie höhere Risiken ein und ignorieren die Fundamentaldaten, die ursprünglich die Short-Positionen gerechtfertigt haben.“ Und er fügt hinzu: „Die Risiken für einen Ausverkauf könnten schnell kommen. Wann genau, weiß niemand – aber es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.“
FMW/Bloomberg
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Nun, wie ich vor einigen Tagen in einem Artikelkommentar kurz erwähnt habe, basierend auf meinen Überlegungen und Analysen, als der Markt einen Rückgang von 3% verzeichnete und viele Händler glaubten, dass er noch weiter fallen könnte, warnte ich vor dem „Ex-ante”-Pain-Trade, dass die technischen Signaldiagramme stark überverkauft wären, und teilte nicht die Ansicht, dass aus markttechnischer Sicht eine bedrohliche Situation für alle Vermögenswerte hier und jetzt bestand. Ich warnte davor, angesichts der Verschiebung von Risiko und Rendite und im Kontext präziser Wahrscheinlichkeiten zu voreilig auf die Short-Seite zu wechseln. Leider ignorieren viele Händler bei der Verschiebung von Risiko und Ertrag an wichtigen Wendepunkten aus technischer und makroökonomischer Sicht die Mechanismen und Strukturen „unter der Haube“. Vor allem aufgrund OpEx am morgigen Mittwoch, der Verbraucherpreise diese Woche, der bevorstehenden Megacaps-Q-Zahlen im engen Zeitkontext mit der FOMC-Sitzung in der kommenden Woche (Mittwoch/Donnerstag) wird für garantierte, abrupte Bewegungen sorgen. Zu beachten ist, das VIX dazu neigen wird, die noch tieferen Lücken unter 20 Griffe zuvor zu schließen. Die technischen Signaldiagramme müssen zudem signifikant überkauft sein um Aussichten auf einen signifikant fallenden Aktienmarkt herbeiführen zu können. Ich bezweifle es, dass „überverkaufte“, technische Signaldiagramme im aktuellem Terrain, in dem die Märkte pendeln von Algorithmen nur einmal angenommen um 5-10% fallen lässt. Hierzu benötigen die Algorithmen quasi brennbares Futter aus Mikro/Makros und Politik um die Teppiche nach unten sofort stärker auszurollen. Wir werden erst nächste Woche herausfinden in welche Richtung der Markt tatsächlich einschlägt und ob das Ende der Aktienrückkaufsperre die Märkte zum Jahresende unaufhaltsam zu neuen Spitzenwerten treiben werden. Auch beachtet werden sollten die Auktionen von Bessent sowie die unmittelbaren und/oder verzögerten Zeichnungen u.a. über RRP, SOFR, TGA… Wird noch bekanntgegeben