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Handelsabkommen kurz vor Abschluss Showdown mit den USA: EU pokert um Deal mit „niedrigen Zöllen“

Showdown mit den USA: EU pokert um Deal mit
Grafik: ChatGPT

Der Countdown läuft: Während die Zölle zwischen der EU und den USA auf bis zu 50 Prozent zu steigen drohen, rückt ein mögliches Handelsabkommen mit deutlich niedrigeren Zollsätzen in greifbare Nähe. Der portugiesische Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento spricht von einer Chance auf Zölle unter 10 Prozent – ein Hoffnungsschimmer inmitten der angespannten transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Doch ob sich die EU und die USA tatsächlich auf ein vorteilhaftes Abkommen einigen können, bleibt offen – die Uhr tickt.

EU und USA: Deal mit niedrigen Zöllen?

Laut einem Bericht von Bloomberg kann sich der portugiesische Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento vorstellen, dass die Europäische Union und die USA ein Handelsabkommen mit Zöllen von möglicherweise unter 10 % schließen. Dies würde dazu beitragen, den Handel in Gang zu halten und die Finanzmärkte zu beruhigen.

„Es ist möglich, ein Abkommen mit sehr niedrigen Zöllen zu erzielen, ein Abkommen, das von beiden Seiten als vorteilhaft empfunden werden könnte und das es uns ermöglichen würde, weiterhin Handel zu treiben und den Wert für unsere Bürger zu steigern“, sagte Sarmento in einem Interview mit Bloomberg Television in Brüssel. „Wir erwarten, dass wir bei den Treffen der EU-Finanzminister, die heute und am Dienstag stattfinden, über die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen der Kommission und der US-Regierung informiert werden.“

Auf die Frage, wie niedrig diese Zölle sein könnten, sagte er später zu Stephen Carroll von Bloomberg Radio: „Wahrscheinlich weniger als 10 %, aber wir werden sehen, was dabei herauskommt.“ Das vollständige Interview ist ab Minute 16:15 zu sehen.

Die wichtigsten Handelspartner der USA haben am Wochenende alles versucht um eilig Handelsabkommen zu schließen oder um eine Verlängerung der Frist gebeten, während Finanzminister Scott Bessent andeutete, dass einige Länder, die bis zum Ablauf der Frist am Mittwoch keine Einigung erzielen, eine Verlängerung der Verhandlungen um drei Wochen erhalten könnten. Dies nimmt zumindest etwas Druck aus den Verhandlungen.

Sollte jedoch keine Einigung erzielt werden, könnte ein Handelskrieg zwischen der EU und den USA unausweichlich sein. Doch hinter den Kulissen tobt ein ganz anderer Kampf: Europas Top-Konzerne untergraben mit geheimen Gesprächen und milliardenschweren US-Investitionen die gemeinsame Strategie der EU.

Zölle: Die Uhr tickt

Die EU hat bis zum 9. Juli Zeit, um mit US-Präsident Donald Trump eine Handelsvereinbarung zu treffen. Andernfalls werden voraussichtlich ab dem 1. August Zölle in Höhe von 50 Prozent auf fast alle Exporte der EU in die USA erhoben. Trump hat gegen fast alle Handelspartner der USA Zölle verhängt, um die heimische Produktion wieder anzukurbeln und eine Verlängerung der Steuersenkungen zu finanzieren. Außerdem wollte er verhindern, dass andere Länder die USA ausnutzen.

„Wenn die Bedingungen des Abkommens nicht vorteilhaft für die EU sind, gibt es keine Einigung”, sagte Sarmento. Er fügte hinzu: „Wenn am Mittwoch keine Einigung möglich ist, wird es höchstwahrscheinlich eine neue Frist geben. Wenn am Ende des Tages keine Einigung möglich ist, sollte Europa keine umfassenden Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, sondern sehr selektiv vorgehen.“

Sarmento sagte auch, dass Portugal die Bewerbung des Präsidenten der Eurogruppe, Paschal Donohoe, um eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Finanzminister der Eurozone unterstützen werde. Sarmento sagte auch, dass die Regierung noch prüfe, ob sie einen neuen Gouverneur der Bank von Portugal ernennen oder Mario Centeno, dessen Amtszeit an der Spitze der Zentralbank diesen Monat endet, wieder einsetzen solle.

Zölle drohen: Kommt es zum Abkommen zwischen den USA und der EU?
Joaquim Miranda Sarmento am 7. Juli.

Handelsabkommen kurz vor Abschluss

Die Europäische Union steht kurz vor dem Abschluss eines Handelsabkommens mit den USA. Dies wurde bekannt, nachdem die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, am Sonntag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert hatte.

„Sie hatten einen guten Austausch“, sagte EU-Sprecher Olof Gill am Montag vor Reportern in Brüssel. Er beschrieb das Gespräch wie folgt: „Wir stehen am Anfang des Endspiels, zumindest was ein grundsätzliches Abkommen betrifft.“

Die Verhandlungsführer der EU und der USA arbeiteten am Wochenende an einer vorläufigen Einigung, um eine massive Zolleskalation zu vermeiden. Die Botschafter der EU-Länder stehen bereit, falls die Europäische Kommission, die in Handelsfragen für die EU zuständig ist, in den Gesprächen vorankommt.

Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte am Wochenende mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kommissionspräsidentin von der Leyen, um über eine Lösung des Handelsstreits zu beraten.

„Die Zeit wird knapp”, sagte Merz‘ Chefsprecher Stefan Kornelius am Montag vor Reportern in Berlin. „Ich bin immer optimistisch, aber die Kommission spielt gerade verschiedene Szenarien durch.“

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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