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Sie geben ab Juni Konzernen direkt ungeprüft Kredit… wussten Sie das schon? Erste Bürger klagen jetzt dagegen!

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Ja, das ist kein Scherz und keine falsch zu verstehende Formulierung. Wir alle, die wir als Bürger in der Eurozone leben, geben ab Juni großen Konzernen aus der EU und sogar von außerhalb der EU unbegrenzt Kredit, ungeprüft, unbesichert. Wie das sein kann? Sie können sich gar nicht dagegen wehren. Aber doch, jetzt regt sich der erste Widerstand vor Gericht…

EZB Draghi Kredit
EZB-Offizielle jüngst auf einer Konferenz mit ASEAN-Vertretern. Foto: EZB

Wir hatten in den letzten Wochen schon mehrfach über den „de facto“-Skandal berichtet, dass die EZB nach Staatsanleihen jetzt auch Unternehmensanleihen aufkauft, und zwar ab Juni. Und wer ist die EZB? Letztlich verkörpert die EZB mit ihrer Bilanz und ihrem frisch gedruckten Geld ganz am Ende einer Kette die Steuerzahler der Eurozone, also auch uns. Und was geschieht da genau? Anders als bei den bisherigen Käufen von Staatsanleihen wird die EZB die Unternehmensanleihen direkt von den Unternehmen abkaufen. Sie hatte sich bei den Staatsanleihen bisher nämlich an ihr eigenes Prinzip gehalten nie direkt von den Staaten die ausgegebenen Anleihen zu kaufen, sondern erst am freien Markt. Damit wollte man sicherstellen, dass es überhaupt noch reale private Käufer für die Staatsanleihen gibt – man wollte also sozusagen den Anschein wahren, dass der Markt nicht all zu sehr verzerrt wird (Verbot von direkter Staatsfinanzierung).

Bei den Unternehmensanleihen interessiert sich die EZB nicht für so eine Art von Rücksichtnahme. Ob der Markt komplett zerstört bzw. verzerrt wird, ist egal. Man wird direkt Geld an die Unternehmen überweisen, unmittelbar in der Erstauktion ihrer Anleihen. Somit ersetzt die EZB, wenn man darüber nachdenkt, quasi private Kreditinstitute und private Anleihekäufer, die bisher den Unternehmen Geld liehen. Ein anstehender Prozess schärft für uns als Beobachter und Kommentatoren auch noch mal den Blick „auf das große Ganze.“ Denn wie die „WamS“ berichtete, reichen mehrere Professoren und Unternehmer um den Professor Markus C. Kerber aktuell Klage gegen die EZB ein vor dem Bundesverfassungsgericht ein. Dort bestätigte man vor wenigen Minuten den Eingang der Klage. Laut Kerber handele die EZB als „souveräner Diktator“ nach Gutdünken. Anders als bei Staatsanleihenkäufen, wo die Mitglieder der Eurozone für 20% der Käufe gemeinschaftlich haften würden, bestände bei Unternehmensanleihen 100% Haftungsrisiko.

Laut Kerber halte sich die EZB nicht an ihre eigenen Regeln. Auch habe sie sich selbst ermächtigt nach „vagen Bonitätskriterien und ohne feste quantitativen Grenzen“ Unternehmensanleihen aufzukaufen. Und da kommen wir so langsam zum „großen Ganzen“. Was geschieht da eigentlich? Wir alle geben (über die EZB) privaten Unternehmen direkt Kredit, theoretisch wie auch praktisch möglich unbegrenzt vom Volumen her. Und prüft ein Kreditgeber nicht normalerweise die Bonität des Schuldners? Gut, bei Anleihen vergeben Käufer hierfür Prüfaufträge an Ratingagenturen. Auch die EZB stützt sich auf die US-Ratingagenturen, die in der Finanzkrise eine glorreiche Rolle spielten und Papphäuser zu hochwertigen Immobilien deklarierten, um es mal in Kurzform auszudrücken.

Wenn eine dieser Agenturen ein hochwertiges Rating vergibt, reicht das der EZB ab Juni aus um direkt Kredit an Dax-Konzerne oder auch große Konzerne von außerhalb der Eurozone zu vergeben. Damit entsteht laut Klage (da schließen wir uns inhaltlich an) eine finanzielle Diskriminierung aller kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die sich nicht mit Millionensummen am Anleihemarkt Geld beschaffen. Sie können sich nicht quasi zu 0% unbegrenzt Kredit bei der EZB (also beim Bürger) beschaffen. Sie müssen weiterhin mühsam Kreditanträge bei ihrer Bank stellen, Businesspläne einreichen oder vielleicht sogar Sicherheiten aufbringen. Das nennt man auch „Verfälschung des Wettbewerbs“. Ob ein großer Konzern z.B. durch das neue EZB-Geld überschuldet wird, oder vielleicht schon ein kaputtes Geschäftsmodell hat? Halleluja, verlassen wir uns doch einfach auf die Seriosität und Fachkenntnis der Ratingagenturen, mag sich die EZB gedacht haben!

Nächster Punkt: Offizielle Aufgabe der EZB ist die sogenannte Geldpolitik – sie soll also die Geldwertstabilität gewährleisten, also die Inflation nicht in die Deflation rutschen lassen, und die Inflation auch nicht zu weit ausufern lassen. Hierzu darf sie diverse Instrumentarien nutzen – ab Juni ist sie selbst der Meinung, dass auch Unternehmensanleihen dazu gehören. Doch diese Käufe stellen eine direkte Kreditvergabe an Privatunternehmen dar. Dies ist definitiv nicht die Aufgabe einer Notenbank, sondern von Privatbanken und bei großen Firmen auch des freien Anleihemarktes.

Wir meinen: Wenn die EZB vor Gericht mit dem Kauf von Unternehmensanleihen durchkommt, kann sie zukünftig ALLES rechtfertigen. Um die Inflation anzuheizen könnte Mario Draghi auch mit seinen frisch gedruckten Euros in der Hosentasche in Frankfurt auf einen Flohmarkt gehen und dort gebrauchte Klamotten, Spielzeug usw an den Verkaufsständen aufkaufen – vom Prinzip her ist das nämlich nichts anderes als die Anleiheaufkäufe. Durch die Bargeldzufuhr am Flohmarkt könnte er argumentieren die Verkäufer der gebrauchten Flohmarktartikel hätten dann endlich Geld in der Tasche um neue Produkte wie Pullover und Jacken zu kaufen – das werde den Wirtschaftskreislauf und die Inflation anregen – so könnte man auch den Stimulus auf dem Flohmarkt rechtfertigen.

Laut Kerber sei die aktuelle Politik der EZB weder notwendig noch geeignet unmittelbar die Konjunktur in der Eurozne durch Steigerung der Inflationsrate auf 2% anzuheben. Abgesehen davon schärft die Klage aber wie gesagt auch den Blick auf das große Ganze. Wohin führt das alles, wenn große Konzerne sich unbegrenzt zu 0% Zinsen von einer Notenbank gedruckte Euros leihen können, während kleine Handwerker oder Mittelständler verzweifeln, weil ihre Bank nicht von ihrem „Businessplan“ überzeugt ist? Nennt man das nicht evtl. eine Verzerrung der freien Marktwirtschaft? Und ist das wirklich noch Geldpolitik? Auch hier meinen wir NEIN, das ist eine direkte Kreditvergabe von einer Notenbank an private Unternehmen, was definitiv nicht die Aufgabe einer Notenbank bzw. der EZB sein kann.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    17. Mai 2016 09:34 at 09:34

    Träumer!
    Ich allen Staaten auf der Welt pendeln sich die Gerichte mit Ihrer Rechtsprechung auf die Vorgehensweise der Politik ein.
    Nur so ist und war es möglich, dass straflos zig Gesetze gebrochen werden konnten, um das Geldsystem zu „retten“.
    Selbst das Bundesverfassungsgericht hat und wird auch weiter seine Rechtsprechung bis zur Lächerlichkeit in den Begründungen, der aktuellen Politik anpassen.
    In welchem Land ist das anders?
    Wenn die Gesetzesbrecher selber Gesetze beschließen, dann produzieren sie auch Gesetze, die regeln, dass sie sich straffrei bestechen lassen dürfen.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

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    Cihan

    17. Mai 2016 10:14 at 10:14

    Ist das deutsche Verfassungsgericht für die EZB zuständig?

    • Avatar

      Helmut Josef Weber

      17. Mai 2016 11:42 at 11:42

      Nein, aber es denkt die geldpolitischen Verbrechen der EZB ab, die laut Grundgesetz verboten sind.
      Viele Grüße
      H. J. Weber

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    joah

    17. Mai 2016 10:17 at 10:17

    Damit ist doch dann eindeutig, das die EZB den industriellen (Groß-)Komplex als „systemrelevant“ beurteilt, den Rest nicht. Meistens endet eine derartige Umstrukturierung des Geldflusses nach derartiger Priorität nachher in Leid und Zerstörung auf breiter Front.
    Damit beseitigt die EZB aber mutwillig nicht das Kernproblem der Deflation, denn die Käuferschaft versackt immer noch in massiver Keditschuld, aus welcher diese so definitiv nicht herauskommt. Der Industrie fehlen demnach immer noch die Endabnehmer für deren Produkte.

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    oscar

    17. Mai 2016 11:52 at 11:52

    wie der Oberbürgermeister von London schon vor kurzem sagte, die eu und ihre finanzmachinerie, sind mittlerweile eine neo faschistische Diktatur geworden. sehe ich genau so. mit der Politik Hand in Hand fährt die mischpoke Demokratie und bürger an die wand !! alles Drumherum nur hoch perfides dummgeschwätz, um dem Lemming, öhm souveränem bürger, das hirn zu verkleistern. wow ….

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      R1D2

      17. Mai 2016 13:21 at 13:21

      Möglicherweise muss man ein Systemling wie der Oberbürgermeister von London sein, um erst *jetzt* zu merken, dass die EU eine eine neofaschistische Diktatur ist. Tatsächlich war die ursprünglich als Parallelorganisation zur erst 2006 aufgelösten EG gegründete EU niemals etwas anderes. Aber immerhin: wenigstens müssen wir, die wir vor dieser Diktatur frühzeitig warnten, uns nun nichtmehr „Verschwörungstheoretiker“ schimpfen lassen. In diesem Sinne einen Guten Morgen an den Londoner Oberblitzmerker und die restlichen Schlafschafe!

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    Wolfgang Koch

    17. Mai 2016 11:57 at 11:57

    Der Gröffinaz(grösster Finanzführer aller Zeiten,Duce Mario D.) befiehlt::Druckerpressen müssen laufen für den geldpolitischen Endsieg!Die Paladine der Bundes(regierung?) applaudieren pflichtgemäss.

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    Steven

    18. Mai 2016 22:40 at 22:40

    Ich freu mich !

    Noch ein kilo Beton am Fuss der EU .
    Jetzt fehlen nur noch ein paar Millionen erwachte Zuschauer (Bürger )die sich mit auf die Wasserprobe freuen und diese nicht beweinen

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

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Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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