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Sie traden Forex & CFDs? Schon Brexit-Margin gecheckt? Brexit-Strategie fertig?

Am nächsten Donnerstag den 23. Juni ist es endlich soweit. Die Brexit-Abstimmung. Was werden Sie tun? Handeln Sie am Devisenmarkt (Forex)? Handeln Sie Aktien-CFDs, oder was sehr beliebt ist Index-CFDs…

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FMW-Redaktion

Am nächsten Donnerstag den 23. Juni ist es endlich soweit. Die Brexit-Abstimmung. Was werden Sie tun? Handeln Sie am Devisenmarkt (Forex)? Handeln Sie Aktien-CFDs, oder was sehr beliebt ist Index-CFDs z.B. auf den Dax? Haben Sie sich in Sachen Sicherheit und Strategie schon vorbereitet? Auch wenn es nach der Brexit-Abstimmung passieren kann, dass die ganze Hysterie um das Thema zu groß war, kann es genau so passieren, dass durch heftige Kursschwankungen viele Trader ausgelöscht werden, mit Konten im Totalverlust, oder sogar je nach Broker in der Nachschusspflicht. Man frage hierzu Trader, die mit ihrem Forex-Konto im Euro vs Schweizer Franken dabei waren Anfang 2015. Die können ein Liedchen davon singen und würden sagen: Leute, guckt euch das vorher noch mal genau an.

Forex Brexit

Margin

Beim EURCHF-Debakel am 15. Januar 2015 gab es keine Vorwarnung, und keiner war vorbereitet. Hier im Brexit-Fall kann man sich vorbereiten. Die großen Banken, die als sogenannte Prime-Broker fungieren, stellen die Handels-Liquidität für die sogenannten Retail-Broker bereit, die den Privatkunden letztlich fortlaufend liquide Forex– und CFD-Kurse anbieten. Von mehreren der großen Banken (französische und britische) konnte man hinter vorgehaltener Hand schon hören, dass man wohl aller Wahrscheinlichkeit nach am Donnerstag und Freitag nicht wie üblich die normale Liquidität und auch nicht die normalen engen Spreads gewährleisten kann.

Das ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass in extrem nervösen Marktsituationen sehr große Preissprünge stattfinden. Egal ob Brexit JA oder NEIN, eine Seite wird womöglich eine Zeit lang ganz ausfallen – entweder die Kaufwilligen oder die Verkaufswilligen. Dementsprechend werden Kurse wohl in wenigen Steps schnell hoch- oder runtergeprügelt werden. Was heißt das? Arbeiten Sie vorher mit Stop Loss-Orders als eigentlich tollem Instrument, kann das eine bitterböse Falle für Sie werden. Stop Loss heißt nämlich nur, dass beim Erreichen dieser Marke für Sie eine Marktorder ausgelöst wird. Sie erhalten also den nächst möglichen Kurs, und der kann weit weit weit entfernt von Ihrer Stop Loss-Marke liegen. Man frage hierzu bitte erneut die EURCHF-Opfer – dort lag zwischen Stop Loss-Order und Ausführungskurs so viel Luft, dass die Konten oft ausgelöscht waren.

Das Risiko der Illiquidität und die möglichen negativen Folgen sind natürlich auch den Retail-Brokern bewusst, die sozusagen in der zweiten Reihe unter den großen Banken angesiedelt sind. Sie machen das Massengeschäft mit den Privatkunden. Und so haben die Großen der Branche wie FXCM, IG, Saxo uvm ihre Kunden bereits in den letzten Tagen über teilweise kräftige Margin-Anhebungen wg. dem Brexit informiert. Ein Forex- oder CFD-Trader muss also kurz vor der Abstimmung am Donnerstag deutlich mehr Geld in seinem Börsenkonto hinterlegen, wenn er die gleiche Position offen halten will wie bisher. Dies gilt natürlich auch für neue Trades. Die Broker wollen den Kunden und sich selbst auf diese Weise vor einem Totalverlust und jede Menge Ärger schützen. Haben Sie schon mal in Ihr Tradingkonto geschaut in Sachen Margin-Auslastung? Schon eine Nachricht von Ihrem Broker erhalten wg. höheren Margins? Nein? Unwissenheit schützt nicht vor Strafe (bzw. Totalverlust).

Also besser nochmal nachfragen bei Ihrem Broker. Wenn Sie für den Brexit kräftig spekulieren wollen, was kostet Sie das an Sicherheitshinterlegung? Und noch wichtiger, wie wirkt sich die erhöhte Margin auf ihre jetzt bestehenden Positionen aus? Da entscheidet jeder Broker nach eigenem Ermessen, da es sich ja um außerbörsliche Derivate bzw. am Interbankenmarkt gestellte Kurse handelt. Hier gibt´s als keine Vorgaben einer Börse oder einer Aufsichtsbehörde. Ihr Broker gibt vor, wie viel Risiko er Ihnen für den Brexit noch erlaubt.

Strategie

Haben Sie sich schon eine Handelsstrategie zurechtgelegt? Egal ob für den Dax-CFD, Pfund vs. Dollar (GBPUSD) oder Euro Pfund (EURGBP), es gilt bei allen handelbaren Produkten das selbe. Es ist ein krasser Ausschlag in eine der beiden Richtungen möglich. Wir wollen an dieser Stelle nicht spekulieren, ob der Brexit kommt oder nicht – wissen tun wir es alle am Donnerstag. Die Frage ist: Sie als Trader, bereiten Sie sich darauf vor, oder ist Ihnen das egal? Oder bleiben Sie dem Markt einfach ganz fern?

1)
Komplett flat zu sein, also gar nicht teilzunehmen, einfach das ganze Konto in Cash zu halten, auch ohne offene Order, kann eine gute kapitalerhaltende einfache Strategie sein. Einfach mal ein zwei Tage entspannt zurücklehnen, und zugucken, was da passiert.

2)
Volles Risiko fahren. Sie spekulieren glasklar auf eine der beiden Richtungen, mit hoher Marginauslastung, mit vollem Bewusstsein, dass sie kurz nach dem Ergebnis entweder platt sind im Konto, oder verdammt gut im Plus liegen.

3)
Was wohl viele Trader machen werden: Auf eine der beiden Brexit-Richtungen spekulieren, aber gemäßigt mit einer kleineren Position als üblich, um im Fall der falschen Richtung nicht ein ausgelöschtes Kontoguthaben vorzufinden. Man kann dann auch mit Ordervarianten wie „If Done“ oder „OCO“ arbeiten, wo im Vorhinein verschiedene Ordertypen festgelegt bzw. kombiniert werden können. Das funktioniert oft auch gut in normalen Märkten. Aber bei extrem hohen Volatilitäten werden Orderstrategien, die oft mit Stops für den Ein- und Ausstieg arbeiten, zu einer schlimmen Falle. Wie vorher schon beschrieben: Stops werden ausgelöst und dann oft viele Cents oder viele hundert Pips entfernt ausgelöst, mangels Liquidität auf einer Seite im Orderbuch. Also, mit kreativen Ordervarianten arbeiten ist möglich, aber gerade bei so etwas wie der Brexit-Abstimmung auch gefährlich.

4)
Viele Institutionelle, aber auch erfahrene Privattrader arbeiten in solchen Fällen wie der Brexit-Abstimmung gerne mit Optionen. Nehmen wir z.B. Forex-Optionen. Pfund vs Dollar (GBPUSD) ist jetzt bei 1,4285. Nehmen wir mal an das wäre der Preis kurz vor der Brexit-Abstimmung. Möchte man bei beiden Varianten dabei sein, also beim Brexit, und auch beim Verbleib in der EU, so macht mancher Trader folgendes:

Er kauft jeweils eine Call-Option mit kurzer Laufzeit und leicht aus dem Geld (also Basis knapp über 1,4285), damit beim Überlaufen der Basis ins Geld eine schöne Preisexplosion erzielt werden kann. Die kurze Laufzeit dient dazu, dass beim Kauf der Option der Zeitwert im Optionspreis nicht zu hoch ist. Gleichzeitig kauft man eine Put-Option, ebenfalls leicht aus dem Geld mit der Basis knapp unter 1,4285 und ebenfalls kurzer Laufzeit. Der Profi kalkuliert fest ein, dass durch die Entscheidung, egal wie sie ausfällt, eine der beiden Optionen im Totalverlust endet. Die andere Option, so die Strategie, explodiert im Preis und holt den Verlust durch die andere verlorene Kaufprämie voll raus. Am Ende hat der Trader einen schönen Gewinn. Soweit die Theorie. Wenn aber die kräftige Bewegung in eine der Richtungen ausbleibt, verlieren diese kurzlaufenden Optionen beide schnell an Wert, weil der Zeitwert kräftig am Preis frisst. Auch bei dieser Variante gibt es also keine garantierten Gewinne – sonst würden ja alle diese Variante traden!

Der Vorteil hierbei: Man spekuliert nicht auf Margin, sondern kauft für einen realen festen Geldbetrag ein Börsenprodukt, die Option. Man kann nicht mehr verlieren als seinen Einsatz. Und beim normalen Forex-Handel mit hohem Hebel gibt es viele Broker, die immer noch mit unendlich großer Nachschusspflicht arbeiten – ein Risiko, dass man nicht außer Acht lassen sollte. Und beim Forex-Trade selbst (Kasse) kann man durch die Hebelwirkung schnell rausgeschossen werden – der Broker stellt einen glatt, und das war es dann. Bei der Option fällt der Preis extrem schnell – sie kann sich aber theoretisch bis zum Verfallstag wieder erholen, wenn der Basiswert in seine Richtung dreht.

Und was machen Sie?

So, das war jetzt genug Theorie. Letztlich muss jeder Trader für sich ganz alle entscheiden, wie er mit dem Brexit umgeht. Ignorieren, etwas spekulieren, brutal zocken – entscheiden Sie selbst, und leben Sie dann mit den Konsequenzen. Auch bei den soeben beschriebenen Tradingvarianten gibt es ja noch weitere Szenarien, und jede Menge individuelle Sichtweisen. Wir können auch keine Ordervariante oder Strategie vorgeben bzw. empfehlen – das wollen wir auch gar nicht, und es ist auch nicht unsere Aufgabe. Denn beim Brexit wie auch sonst gilt: Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Jeder so wie er will – es gibt keine Patentrezepte!



4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    17. Juni 2016 18:24 at 18:24

    Uijuijui… wenn ich das so lese, da wird mir ganz anders.

    Obwohl es unsereiner ja klar sein sollte, trotzdem ein großes Danke, dass Sie uns Leser mit dem ausführlichen Artikel noch mal mit der Nase draufstoßen.

    Am nächsten Freitag ist es ggf. zu spät und es nützt alles Jammern tatsächlich nichts mehr.

  2. Avatar

    Kenneth

    17. Juni 2016 22:47 at 22:47

    Das hat nichts mehr mit Markttechnik zu tun reines wetten und glück, da bin ich raus.

  3. Avatar

    Short-Trader

    18. Juni 2016 11:25 at 11:25

    Als Short Trader würde Ich die ganze nächste Woche sowieso nichts traden oder handeln, denn egal ob Brexit oder nicht, die Gewinner sind immer Online Broker, da sie alle ihre Margin-Spanne, somit ihre Gewinnspanne um 3 – 4 fach erhöht haben, so dass es kein Gewinn für uns übrig bleibt.
    Und wie Sie schon erwähnten: „dass durch heftige Kursschwankungen viele Trader ausgelöscht werden“, ist man als Trader nur velierer.

    Also, lieber nächste Woche sich schönen Urlaub gönnen und den 27.Juli abwarten, wo sich alles einigermaßen normalisiert.

  4. Avatar

    PeterPan

    19. Juni 2016 10:48 at 10:48

    Ich danke auch für den Artikel und Hinweis! Ist nochmal nen guter Denkanstoß für die vielen Trader! Ich pers. werde komplett Flat sein und 2 Tage die Füsse hochlegen!

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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