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Sieger mit Sachwertanlagen bei niedrigen Zinsen

Redaktion

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Gastartikel von Roswitha Petrich

Das niedrige Zinsniveau hält nun in ganz Europa bereits einige Jahre an. Warum sind die Zinsen derzeit auf einem so niedrigen Niveau wie fast nie? Der Chef der europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, will mit der aktuellen Nullrunde in Sachen Zinsen die Wirtschaft ankurbeln. Schließlich ist es im Sinne von ganz Europa, wenn wir auf Dauer mit einem Wirtschaftswachstum in der EU glänzen.

Warum kurbeln niedrigen Zinsen die Wirtschaft an?

Wenn die Zinsen auf einem mehr als niedrigen Niveau sind, können viele Unternehmer und Investoren leichter Kredite aufnehmen. Das bedeutet, dass die Investitionssummen steigen und viele Konzerne ihr Geschäftsumfeld ausbauen können. Das schafft Arbeitsplätze und steigert die Produktivität, was unserer gesamten Wirtschaft zu Gute kommt. Somit geben viele private Investoren mehr Geld aus, was zusätzlich die Unternehmensgewinne steigert.

Ein weiterer Faktor für Privatpersonen bei niedrigem Zinsniveau ist, dass diese bei der Bank kaum noch Zins für ihre Ersparnisse erhalten. Also lieber das Geld ausgeben und sich schöne Dinge leisten? Viele Privatpersonen denken so, wenn die Zinsen nahezu am Nullpunkt angekommen sind. Genau dieser Gedanke kurbelt die Wirtschaft noch zusätzlich an. So werden Dienstleistungen und Waren konsumiert, wofür der Sparer sonst kein Geld übrig hätte. Außerdem schaffen niedrige Zinsen auch für Privatpersonen und „Häuslebauer“ günstige Kredite. Somit können viele Menschen, die sich bei hohen Zinsen kein Eigenheim leisten könnten, ins eigene Heim investieren. All diese Faktoren fördern das Wirtschaftswachstum in Europa.

Ist die Zinswende in Sicht?

Es stellt sich die Frage, ob auch 2019 die Zinsen auf diesem schwachen Niveau bleiben sollen. Längst schon steht fest, dass der EZB-Chef an der Politik der niedrigen Zinsen festhalten will. Wenn Sie also als Sparer darauf hoffen, dass Sie bald wieder mehr Ertrag auf Festgeld, Sparbrief und Co erhalten werden, warten Sie vermutlich vergeblich.

Auf nahe Sicht wird sich wahrscheinlich an der Niedrigzinspolitik kaum etwas ändern. Wer sich als Sparer jetzt ärgert und sagt: „Dann lege ich mein Geld unters Kopfkissen“ sollte jedoch von diesem Gedanken schnell abweichen. Längst schon gibt es lukrative Anlageformen, die für jeden Sparer gute Zinsen abwerfen können.

Wie genau soll das funktionieren? Investiert der Verbraucher in Sachwertanlagen, kann er von der Wertsteigerung auf Dauer profitieren. Natürlich ist die Preissteigerung und damit der Gewinn keine Einbahnstraße. Dennoch bieten viele Sachwertanlagen mehr als lukrative Möglichkeiten, wo Sie sich meist über bessere Zinsen freuen können. Da die Zinswende die nächste Zeit wahrscheinlich nicht zu erwarten ist, lohnt es sich, dass sich der Verbraucher mit dem Thema Sachwertanlage beschäftigt. Hier stellen wir gute Sachwertanlagen vor:

Die Immobilienanlage mit Substanz

Ist eine Immobilie nicht unglaublich teuer und bedeutet viel Aufwand, wenn diese vermietet werden soll? Natürlich – ein Immobilie, die Sie sich als Kapitalanlage anschaffen, muss erst einmal gut und lukrativ vermietet werden. Meist ist für viele Besitzer von Eigenheim daneben noch ein Kredit zu bedienen. Die Mieteinnahmen bedeuten eine wichtige Einnahmequelle, die nicht selten einen guten Zins auf dem Kapitalmarkt für die Geldanlage ersetzt. Was ist das Entscheidende, wenn Sie in die richtige Immobilie als Sachwertanlage investieren möchten?

Hier zählt: Die Lage, die Lage, die Lage! Wer in Ballungszentren wie München, Berlin oder Frankfurt eine Immobilie zur Vermietung besitzt, kann dieses Eigenheim meist gut vermieten. Neben den Mieteinnahmen spielt es noch eine erhebliche Rolle, wenn das Eigenheim an Wert gewinnt. Schließlich können nach einigen Jahren viele Immobilien mit Wertsteigerungen verkauft werden. Genau dieser Effekt entsteht vor allem dann, wenn Sie auf eine gute Immobilien-Lage achten. Mit dieser Sachwertanlage kann der Verbraucher auf Dauer sein Geld vermehren. Die niedrigen Zinsen spielen hierbei keine Rolle, ganz im Gegenteil: Die Mieteinnahmen ergeben oft eine Rendite (betrachtet auf die Investitionssumme) von 1% oder deutlich mehr. Das ist ein deutlich höherer Zinssatz, als wenn bei der Nullzinspolitik das Geld auf dem Sparbuch versauert.

Somit steht fest: Die Immobilienanlage kann eine gute Sachwertanlage sein, die relativ wenig Risiko mit sich bringt. Jeder Verbraucher sollte vor allem auf eine gute Lage hohen Wert legen.

Tipp: Es gibt auch offene Immobilienfonds, die etwas mehr Flexibilität bieten als die direkte Investition in eine Eigentumswohnung oder in ein Haus.

Aktienanlage – der Renner in Sachen Rendite?

Die Vergangenheit hat gezeigt: Mit Aktienanlagen als Sachwert kann man richtig Geld verdienen. Egal ob man in den deutschen, in den europäischen oder in den weltweiten Markt investiert: Der Verbraucher beteiligt sich hiermit direkt am Wirtschaftswachstum. Nicht selten werfen diese Anlageformen Renditen von 5 % oder mehr im Jahr ab. Dennoch sollte man folgendes beachten, wenn man Aktionär werden möchte: Die Schwankungsbreite der Aktienanlage kann unter Umständen sehr groß sein. Diese Schwankungsbreite wird in der sogenannten Volatilität gemessen.

Je höher die Volatilität liegt, desto mehr Renditechancen ergeben sich meist bei der Investition in Aktien. Risiko wird also oftmals belohnt. Vor allem wenn Sie langfristig denken, können Aktienanlagen als Sachwerte hohe Renditen abwerfen. Auf Dauer ist also die Sachwertanlage als Unternehmensbeteiligung eine gute Lösung, sein Vermögen auf Dauer zu vermehren.

Welche Aktien sind hierbei genau die Richtigen? Hier sollte jeder Anleger selbst entscheiden, was zu ihm passt. Wenn Sie auf mehrere Pferde setzen, liegen Sie meist richtig im Rennen. Schließlich kann dann auch ein Pferd krank werden oder in die falsche Richtung laufen, wenn die anderen Tiere erfolgreich unterwegs sind.

Das Gleiche gilt in Sachen Aktien: Investieren Sie niemals eine zu große Summe in einen einzelnen Wert. Wer streut, wird nicht ausrutschen. Diese „alte Börsenweisheit“ gilt nicht nur im Winter.

Genau so ist es auch mit der Aktienanlage zu betrachten: Streuen Sie Ihr Vermögen in verschiedene Werte. Wie gelingt dies meist sehr leicht? Investmentfonds bieten gute Anlageformen, die Fondsmanager sind mehr als daran interessiert, die genau richtigen Aktien einzukaufen. Natürlich kann auch ein Investmentfonds als Sachwertanlage schwanken – wichtig ist, Sie bringen ein langes Zeitfenster mit, wenn Sie sich in Aktienanlage einkaufen. Hier kann man sich über diverse Anlageformen einen guten Überblick verschaffen.

Rohstoffe wie Gold, Silber oder Platin

Ist Gold der sichere Hafen, wenn es um Geldanlagen geht? Gerade zu Zeiten der Finanzmarkt-Krise setzten viele Verbraucher auf Edelmetalle wie Goldbarren. Stellt die Investition in Rohstoffen wirklich die „wundersame Geldvermehrung“ dar?

Nein, auch hier muss beachtet werden: Der Preis von Edelmetallen kann erheblich schwanken. Der Chart der Wertentwicklung von Gold und Co zeigt, dass auch dort jeder Investor ein gewisses Maß an Volatilität in Kauf nehmen muss. Gerade wer sich Goldmünzen oder -barren ins Schließfach legt sollte wissen: Der Ankaufskurs von Rohstoffen ist deutliche höher als der Rücknahmepreis zum gleichen Tag. Diesen Unterschied muss man erst einmal verdienen mit guten Wertsteigerungen.

Dennoch ist die Entwicklung vom Preis von Edelmetallen nicht vom niedrigen Zinsniveau abhängig. Das ist eine gute Grundlage, wenn man bei dauerhaft niedrigen Zinsen nach Anlagealternativen sucht.

Wie ist die Sachwertanlage in Form von Rohstoffen möglich? Sie können auch hier auf gute Investmentfonds setzen, die in Goldminen investieren. Allerdings muss man hier wissen, dass auch diese Anlageform auf eine eher lange Sicht zu betrachten ist.

Ist die Anlage in Edelmetallen also nicht die Einbahnstraße der „wunderbaren Geldvermehrung?“ Nein – keinesfalls! Doch zur Beimischung ins Depot ist jede Anlage in Form von Edelmetallen mehr als interessant. Wer sein Vermögen die nächsten Jahre nicht benötigt, kann mit der Geldanlage in Edelmetallen gute Renditen erwirtschaften.

Wie sieht es mit Antiquitäten aus?

Es gibt Sammler und Künstler, die Schmuck, Autos oder andere Sammlerstücke als Geldanlage betrachten. Wie ist diese Anlageform zu beurteilen? Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Allerdings sollte jeder Verbraucher wissen – hier sollte man sich auskennen. Nicht immer können wertvolle Sammlerstücke dann verkauft werden, wenn Liquiditätsbedarf besteht. Dieser Faktor ist unbedingt zu beachten, wenn Sie als Antiquitätensammler Geld verdienen möchten.

In wirtschaftlichen Krisen ist es oft schwierig, eine funktionierende Börse für teure Bilder oder elitäre Schmuckstücke zu finden. Zur Geldanlage eignet sich diese Sachwertanlage also nur bedingt.

Fazit

Sie sehen, dass es gute Alternativen am Geld- und Kapitalmarkt gibt, wenn Sie als Anleger keine niedrigen Zinsen akzeptieren möchten. Was ist wichtig, damit Sie sich für die richtige Sachwertanlage entscheiden? Lassen Sie sich beraten und setzen Sie niemals Ihr ganzes Vermögen auf ein Pferd. Außerdem sollte jeder Verbraucher bei der Investition in Sachwertanlagen beachten: Das Geld sollte langfristig zum Vermögensaufbau dienen. Ist der „Notgroschen“ auf dem Festgeld oder Girokonto deshalb wichtig? Ja – dieser bietet Ihnen ein gutes Gewissen und Sicherheit!

Sachwertanlagen - Fertighaus
Beispielbild für ein Fertighaus. Foto: Andreas Koll CC BY 2.5

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Rainer

    22. Oktober 2018 14:21 at 14:21

    Den Beitrag kann nur eine Frau geschrieben haben. So viel Text ohne was (neues) zu sagen.

  2. Avatar

    Altbär

    22. Oktober 2018 15:05 at 15:05

    Aber ganz sicher eine Falschanahme in diesem Beitrag. Wenn die Zinsen zu tief sind u.die Altrsvorsorge gefährdet ist ,sparen die Leute mehr u.nicht weniger, schon tausendmal gelesen.Die ALTERSARMUT ist doch ein vielbehandeltes Thema in den Medien.

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EZB soll Make-Up-Strategie umsetzen

Hannes Zipfel

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Es ist schon ein makaberes Wortspiel in Zeiten zwangsgeschlossener Kosmetikstudios sowie arbeitsloser Maskenbildner und Visagisten, dessen sich der finnische Zentralbank-Gouverneur und Ratsmitglied der EZB, Olli Rehn, bedient. Auf einer Konferenz in Helsinki forderte Rehn am Dienstag neben einem symmetrischen Inflationsziel die Umsetzung einer Make-Up-Strategie. Was konkret ist damit gemeint und was kommt als Nächstes?

EZB braucht Make-Up

Ohne die Europäische Zentralbank hätte sich das Thema Eurozone längst erledigt. Das will aber die Masse nicht hören und die Zentralbanker nicht sagen. Also werden seit dem Beginn der Weltfinanzkrise und der Eurokrise alle unkonventionellen Maßnahmen mit dem nicht Erreichen des Inflationsziel der Europäischen Zentralbank begründet, da dieses den Kern des EZB-Mandats darstellt.

Da aber mittlerweile jedem Geld- und einigen Fiskalpolitikern dämmert, dass bei einer Gesamtverschuldung der Industrieländer laut Institute for International Finance von knapp 400 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieses Mandat nicht mehr ausreicht, wird es nun angepasst. Dazu gehört auch, dass man das Inflationsziel von zwei Prozent p. a. (Konsumententeuerung) irgendwie umgehen muss. Denn selbst wenn die jetzige Ausnahmerezession vorüber ist, bleiben die hohen und weiter steigenden Schulden. Die EZB kauft einen Großteil davon auf und hält die Zinsen nominal bei null und real im negativen Bereich, um den Schuldendienst erträglich zu machen.

Am Beispiel der USA, wo die US-Notenbank Fed mit dem Versuch in den Boom nach Trumps Steuerreform hinein die Zinsen zu normalisieren, scheiterte, will man bei der EZB nun vorsorgen. Sollte es zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen und die Inflation (Konsumententeuerung) über zwei Prozent hinausschießen, will und kann man wegen der extrem hohen privaten und öffentlichen Verbindlichkeiten die Zinsen dennoch unten halten. Ein eventuelles Überschießen des Inflationsziels soll daher via Make-Up überdeckt werden.

Dazu fordert unter anderem und erneut Olli Rehn die Einführung eines flexiblen Inflationsziels. Die Präsidentin der EZB, Madame Lagarde, spricht sich neben anderen Rats-Mitgliedern ebenfalls dafür aus. Um ein Überschießen der Inflation zu überdecken, soll statt des bisherigen asymmetrischen Inflationsziel ein symmetrisches Inflationsziels eingeführt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass die Notenbanker statt eines festen Wertes einfach einen Durchschnittswert eines bestimmten Zeitraums der Vergangenheit ausrechnen. Solange dieser Wert sich nicht allzu lange und allzu massiv über zwei Prozent befindet, muss die EZB nicht inflationsbekämpfend eingreifen. Angepeilt wird ein Zeitraum der letzten fünf Jahre zur Durchschnittsbildung der Inflationsrate.

Im Falle der Eurozone bedeutet dies eine durchschnittliche Inflationsrate seit Oktober 2015 in Höhe von knapp einem Prozent p. a. Durch Überdeckung einer zukünftigen höheren Inflation mit statistischem Make-Up könnte die Teuerungsrate für eine lange Zeit über zwei Prozent liegen, ohne dass das symmetrische Inflationsziel der EZB übertroffen wird. Die für die Errechnung des symmetrischen Inflationsziels relevanten Parameter (betrachteter Zeitraum etc.) sollen flexibel gehalten werden. Somit ist gewährleistet, dass selbst bei steigender Konsumententeuerung die EZB ihre ultralaxe Geldpolitik gemäß ihrem Kernmandat der statistischen Preisstabilität (ohne Vermögenspreise) beibehalten kann.

Welche Ziele hat die Zentralbank laut EU-Vertrag?

Doch auch der u. a. von Rehn sowie Lagarde und seit dem virtuellen Notenbanker Treffen in Jackson Hole sogar vom Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, geforderte „Monetary Shift“ könnte nicht ausreichen, um die explodierende Gesamtverschuldung durch das symmetrische Inflationsziel zu managen. Daher gräbt man nun bei der EZB im EU-Vertrag nach weiteren Möglichkeiten des geldpolitischen Make-Ups. Und siehe da, man wurde fündig: Ebenso wie bei der US-Fed gestattet der EU-Vertrag auch zwei Nebenmandate, wie Olli Rehn in Helsinki am Dienstag klarstellte: „Wenn wir unser gesetzliches Mandat respektieren, müssen wir danach streben, Vollbeschäftigung, ausgewogenes Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen“. Das symmetrische Inflationsziel wurde zwar im Nebensatz noch mit erwähnt, aber es wird immer deutlicher, dass die EZB nach einer Legitimation ihrer dauerhaften Krisenpolitik sucht.

Wie weit kann die EZB ihr Mandat auslegen?

Schon seit Längerem hat die EZB das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt und möchte verstärkt Unternehmen Kredite durch den Ankauf von Firmenanleihen zu sehr vorteilhaften Konditionen (für die Schuldner) vornehmen. Mit Nachhaltigkeit ist dabei gleichwohl nicht die geldpolitische Nachhaltigkeit oder gar die Schuldentragfähigkeit gemeint, sondern der Klimawandel. Die EZB trägt daher bei einigen Ökonomen schon scherzhaft den Beinamen „Grüne EZB“. Anders als Lagardes Vorgänger Draghi, für den der Klimawandel kaum ein Thema war, ist dies ein Lieblingsthema der jetzigen EZB-Chefin Lagarde. Mit dem neuen deutschen EZB-Ratsmitglied Elisabeth Schnabel hat sie eine Gleichgesinnte gefunden, die ebenfalls durch Billigkredite aus der digitalen Notenpresse den Wandel der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität unterstützen möchte.

Das gibt der EZB weiteren Spielraum, denn bislang befinden sich Unternehmensanleihen in Höhe von einer viertel Billion Euro im Portfolio der EZB, von denen laut Greenpeace gemäß einer aktuellen Studie vom 3. November 63 Prozent von klimaschädlichen Unternehmen stammen. Um diese Zahl prozentual kosmetisch zu relativieren, könnte man das Portfolio einfach umschichten und mehr „Grüne-Anleihen“ kaufen. Doch das wäre der Todesstoß für unzählige Unternehmen und Arbeitsplätze, was wiederum die anderen Mandate der EZB untergraben würde.

Also geht man den anderen Weg und kauft noch mehr Unternehmensanleihen (vornehmlich Grüne), um die Anzahl der Klimaschädlinge im eigenen Anleiheportfolio zu relativieren. Auch die Mandate Vollbeschäftigung und ausgewogenes Wachstum geben der EZB praktisch einen Freibrief für die Beibehaltung ihrer ultralaxen Geldpolitik.

Fazit und Ausblick

Die Umstellung von einem asymmetrischen auf ein symmetrisches Inflationsziel ist eine weitere „unkonventionelle“ geldpolitische Maßnahme, um die Notfallgeldpolitik zu prolongieren. Richtig spannend wird es am 10. Dezember, wenn die nächste EZB-Ratssitzung mit anschließender Pressekonferenz stattfindet, auf der neue Maßnahmen bekannt gegeben werden sollen – auch kosmetische. Noch spannender wird es dann im Januar 2021, wenn das Thema „Worldwide-Reset“ von den wichtigsten Notenbankern und anderen supranationalen Institutionen erneut besprochen wird. Höflich ausgedrückt ist ein Reset ein Neustart. In der Praxis geht es aber um einen globalen Schuldenschnitt inkl. Währungsreform, also einen Neustart mit Enteignung breiter Bevölkerungsschichten und Sparer.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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