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Sieger mit Sachwertanlagen bei niedrigen Zinsen

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Gastartikel von Roswitha Petrich

Das niedrige Zinsniveau hält nun in ganz Europa bereits einige Jahre an. Warum sind die Zinsen derzeit auf einem so niedrigen Niveau wie fast nie? Der Chef der europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, will mit der aktuellen Nullrunde in Sachen Zinsen die Wirtschaft ankurbeln. Schließlich ist es im Sinne von ganz Europa, wenn wir auf Dauer mit einem Wirtschaftswachstum in der EU glänzen.

Warum kurbeln niedrigen Zinsen die Wirtschaft an?

Wenn die Zinsen auf einem mehr als niedrigen Niveau sind, können viele Unternehmer und Investoren leichter Kredite aufnehmen. Das bedeutet, dass die Investitionssummen steigen und viele Konzerne ihr Geschäftsumfeld ausbauen können. Das schafft Arbeitsplätze und steigert die Produktivität, was unserer gesamten Wirtschaft zu Gute kommt. Somit geben viele private Investoren mehr Geld aus, was zusätzlich die Unternehmensgewinne steigert.

Ein weiterer Faktor für Privatpersonen bei niedrigem Zinsniveau ist, dass diese bei der Bank kaum noch Zins für ihre Ersparnisse erhalten. Also lieber das Geld ausgeben und sich schöne Dinge leisten? Viele Privatpersonen denken so, wenn die Zinsen nahezu am Nullpunkt angekommen sind. Genau dieser Gedanke kurbelt die Wirtschaft noch zusätzlich an. So werden Dienstleistungen und Waren konsumiert, wofür der Sparer sonst kein Geld übrig hätte. Außerdem schaffen niedrige Zinsen auch für Privatpersonen und „Häuslebauer“ günstige Kredite. Somit können viele Menschen, die sich bei hohen Zinsen kein Eigenheim leisten könnten, ins eigene Heim investieren. All diese Faktoren fördern das Wirtschaftswachstum in Europa.

Ist die Zinswende in Sicht?

Es stellt sich die Frage, ob auch 2019 die Zinsen auf diesem schwachen Niveau bleiben sollen. Längst schon steht fest, dass der EZB-Chef an der Politik der niedrigen Zinsen festhalten will. Wenn Sie also als Sparer darauf hoffen, dass Sie bald wieder mehr Ertrag auf Festgeld, Sparbrief und Co erhalten werden, warten Sie vermutlich vergeblich.

Auf nahe Sicht wird sich wahrscheinlich an der Niedrigzinspolitik kaum etwas ändern. Wer sich als Sparer jetzt ärgert und sagt: „Dann lege ich mein Geld unters Kopfkissen“ sollte jedoch von diesem Gedanken schnell abweichen. Längst schon gibt es lukrative Anlageformen, die für jeden Sparer gute Zinsen abwerfen können.

Wie genau soll das funktionieren? Investiert der Verbraucher in Sachwertanlagen, kann er von der Wertsteigerung auf Dauer profitieren. Natürlich ist die Preissteigerung und damit der Gewinn keine Einbahnstraße. Dennoch bieten viele Sachwertanlagen mehr als lukrative Möglichkeiten, wo Sie sich meist über bessere Zinsen freuen können. Da die Zinswende die nächste Zeit wahrscheinlich nicht zu erwarten ist, lohnt es sich, dass sich der Verbraucher mit dem Thema Sachwertanlage beschäftigt. Hier stellen wir gute Sachwertanlagen vor:

Die Immobilienanlage mit Substanz

Ist eine Immobilie nicht unglaublich teuer und bedeutet viel Aufwand, wenn diese vermietet werden soll? Natürlich – ein Immobilie, die Sie sich als Kapitalanlage anschaffen, muss erst einmal gut und lukrativ vermietet werden. Meist ist für viele Besitzer von Eigenheim daneben noch ein Kredit zu bedienen. Die Mieteinnahmen bedeuten eine wichtige Einnahmequelle, die nicht selten einen guten Zins auf dem Kapitalmarkt für die Geldanlage ersetzt. Was ist das Entscheidende, wenn Sie in die richtige Immobilie als Sachwertanlage investieren möchten?

Hier zählt: Die Lage, die Lage, die Lage! Wer in Ballungszentren wie München, Berlin oder Frankfurt eine Immobilie zur Vermietung besitzt, kann dieses Eigenheim meist gut vermieten. Neben den Mieteinnahmen spielt es noch eine erhebliche Rolle, wenn das Eigenheim an Wert gewinnt. Schließlich können nach einigen Jahren viele Immobilien mit Wertsteigerungen verkauft werden. Genau dieser Effekt entsteht vor allem dann, wenn Sie auf eine gute Immobilien-Lage achten. Mit dieser Sachwertanlage kann der Verbraucher auf Dauer sein Geld vermehren. Die niedrigen Zinsen spielen hierbei keine Rolle, ganz im Gegenteil: Die Mieteinnahmen ergeben oft eine Rendite (betrachtet auf die Investitionssumme) von 1% oder deutlich mehr. Das ist ein deutlich höherer Zinssatz, als wenn bei der Nullzinspolitik das Geld auf dem Sparbuch versauert.

Somit steht fest: Die Immobilienanlage kann eine gute Sachwertanlage sein, die relativ wenig Risiko mit sich bringt. Jeder Verbraucher sollte vor allem auf eine gute Lage hohen Wert legen.

Tipp: Es gibt auch offene Immobilienfonds, die etwas mehr Flexibilität bieten als die direkte Investition in eine Eigentumswohnung oder in ein Haus.

Aktienanlage – der Renner in Sachen Rendite?

Die Vergangenheit hat gezeigt: Mit Aktienanlagen als Sachwert kann man richtig Geld verdienen. Egal ob man in den deutschen, in den europäischen oder in den weltweiten Markt investiert: Der Verbraucher beteiligt sich hiermit direkt am Wirtschaftswachstum. Nicht selten werfen diese Anlageformen Renditen von 5 % oder mehr im Jahr ab. Dennoch sollte man folgendes beachten, wenn man Aktionär werden möchte: Die Schwankungsbreite der Aktienanlage kann unter Umständen sehr groß sein. Diese Schwankungsbreite wird in der sogenannten Volatilität gemessen.

Je höher die Volatilität liegt, desto mehr Renditechancen ergeben sich meist bei der Investition in Aktien. Risiko wird also oftmals belohnt. Vor allem wenn Sie langfristig denken, können Aktienanlagen als Sachwerte hohe Renditen abwerfen. Auf Dauer ist also die Sachwertanlage als Unternehmensbeteiligung eine gute Lösung, sein Vermögen auf Dauer zu vermehren.

Welche Aktien sind hierbei genau die Richtigen? Hier sollte jeder Anleger selbst entscheiden, was zu ihm passt. Wenn Sie auf mehrere Pferde setzen, liegen Sie meist richtig im Rennen. Schließlich kann dann auch ein Pferd krank werden oder in die falsche Richtung laufen, wenn die anderen Tiere erfolgreich unterwegs sind.

Das Gleiche gilt in Sachen Aktien: Investieren Sie niemals eine zu große Summe in einen einzelnen Wert. Wer streut, wird nicht ausrutschen. Diese „alte Börsenweisheit“ gilt nicht nur im Winter.

Genau so ist es auch mit der Aktienanlage zu betrachten: Streuen Sie Ihr Vermögen in verschiedene Werte. Wie gelingt dies meist sehr leicht? Investmentfonds bieten gute Anlageformen, die Fondsmanager sind mehr als daran interessiert, die genau richtigen Aktien einzukaufen. Natürlich kann auch ein Investmentfonds als Sachwertanlage schwanken – wichtig ist, Sie bringen ein langes Zeitfenster mit, wenn Sie sich in Aktienanlage einkaufen. Hier kann man sich über diverse Anlageformen einen guten Überblick verschaffen.

Rohstoffe wie Gold, Silber oder Platin

Ist Gold der sichere Hafen, wenn es um Geldanlagen geht? Gerade zu Zeiten der Finanzmarkt-Krise setzten viele Verbraucher auf Edelmetalle wie Goldbarren. Stellt die Investition in Rohstoffen wirklich die „wundersame Geldvermehrung“ dar?

Nein, auch hier muss beachtet werden: Der Preis von Edelmetallen kann erheblich schwanken. Der Chart der Wertentwicklung von Gold und Co zeigt, dass auch dort jeder Investor ein gewisses Maß an Volatilität in Kauf nehmen muss. Gerade wer sich Goldmünzen oder -barren ins Schließfach legt sollte wissen: Der Ankaufskurs von Rohstoffen ist deutliche höher als der Rücknahmepreis zum gleichen Tag. Diesen Unterschied muss man erst einmal verdienen mit guten Wertsteigerungen.

Dennoch ist die Entwicklung vom Preis von Edelmetallen nicht vom niedrigen Zinsniveau abhängig. Das ist eine gute Grundlage, wenn man bei dauerhaft niedrigen Zinsen nach Anlagealternativen sucht.

Wie ist die Sachwertanlage in Form von Rohstoffen möglich? Sie können auch hier auf gute Investmentfonds setzen, die in Goldminen investieren. Allerdings muss man hier wissen, dass auch diese Anlageform auf eine eher lange Sicht zu betrachten ist.

Ist die Anlage in Edelmetallen also nicht die Einbahnstraße der „wunderbaren Geldvermehrung?“ Nein – keinesfalls! Doch zur Beimischung ins Depot ist jede Anlage in Form von Edelmetallen mehr als interessant. Wer sein Vermögen die nächsten Jahre nicht benötigt, kann mit der Geldanlage in Edelmetallen gute Renditen erwirtschaften.

Wie sieht es mit Antiquitäten aus?

Es gibt Sammler und Künstler, die Schmuck, Autos oder andere Sammlerstücke als Geldanlage betrachten. Wie ist diese Anlageform zu beurteilen? Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Allerdings sollte jeder Verbraucher wissen – hier sollte man sich auskennen. Nicht immer können wertvolle Sammlerstücke dann verkauft werden, wenn Liquiditätsbedarf besteht. Dieser Faktor ist unbedingt zu beachten, wenn Sie als Antiquitätensammler Geld verdienen möchten.

In wirtschaftlichen Krisen ist es oft schwierig, eine funktionierende Börse für teure Bilder oder elitäre Schmuckstücke zu finden. Zur Geldanlage eignet sich diese Sachwertanlage also nur bedingt.

Fazit

Sie sehen, dass es gute Alternativen am Geld- und Kapitalmarkt gibt, wenn Sie als Anleger keine niedrigen Zinsen akzeptieren möchten. Was ist wichtig, damit Sie sich für die richtige Sachwertanlage entscheiden? Lassen Sie sich beraten und setzen Sie niemals Ihr ganzes Vermögen auf ein Pferd. Außerdem sollte jeder Verbraucher bei der Investition in Sachwertanlagen beachten: Das Geld sollte langfristig zum Vermögensaufbau dienen. Ist der „Notgroschen“ auf dem Festgeld oder Girokonto deshalb wichtig? Ja – dieser bietet Ihnen ein gutes Gewissen und Sicherheit!

Sachwertanlagen - Fertighaus
Beispielbild für ein Fertighaus. Foto: Andreas Koll CC BY 2.5

2 Kommentare

2 Comments

  1. Rainer

    22. Oktober 2018 14:21 at 14:21

    Den Beitrag kann nur eine Frau geschrieben haben. So viel Text ohne was (neues) zu sagen.

  2. Altbär

    22. Oktober 2018 15:05 at 15:05

    Aber ganz sicher eine Falschanahme in diesem Beitrag. Wenn die Zinsen zu tief sind u.die Altrsvorsorge gefährdet ist ,sparen die Leute mehr u.nicht weniger, schon tausendmal gelesen.Die ALTERSARMUT ist doch ein vielbehandeltes Thema in den Medien.

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Mietpreis-Explosion am Ende? Zwei Charts im Vergleich

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Findet die Mietpreis-Explosion in Deutschland nun ein Ende? Ist der gerade erst in Berlin eingeführte Mietendeckel die große Wende? Möglich wäre es. Das erklärte Ziel der Aktivisten in Berlin lautet: Investoren aus Berlin vertreiben! Was das bedeutet, wird erst auf den zweiten Blick klar. Zwar könnten die Mieten in der Tat eingefroren werden und auch bundesweit weniger stark steigen. Aber das Vertreiben von Investoren bedeutet zwangsläufig auch: Es werden weniger Wohnungen gebaut!

Das bedeutet für die Demonstranten letztlich: Die Mieten verharren auf dem aktuell hohen Niveau. Aber viel schlimmer für sie ist im Alltag, dass dank fehlender Investoren der Bau neuer Wohnungen nicht mehr so stark zunehmen wird. Denn welcher Investor soll auf solch einem regulierten Markt noch investieren wollen? Also wird der Kampf um jede freie Wohnung noch weiter zunehmen, und das Überreichen von Geldumschlägen an Makler und Vermieter dürfte vor allem in Berlin Alltag werden (so vermuten wir es!).

Mietpreis-Explosion und Hauspreise

Was hat die Mietpreis-Explosion mit Hauspreisen zu tun? Ganz einfach. Der Investor, der Grundstücke oder Häuser kauft, möchte Rendite erwirtschaften! Je mehr er für ein Haus oder Grundstück ausgeben muss, desto höher muss er zwangsläufig die Miete ansetzen, um eine bestimmte Rendite erwirtschaften zu können. Also korrelieren Mietpreise und Hauspreise zwangsläufig!

Vor einigen Tagen wurde der aktuellste EUROPACE Hauspreis-Index für Deutschland veröffentlicht. Stand Mai 2019 explodieren die Hauspreise weiter! Dieser Chart zeigt die Preise für Bestandshäuser, Neubauten und Eigentumswohnungen seit dem Jahr 2011. Es geht nur bergauf!

Mietpreis-Explosion - die Hauspreise steigen weiter - noch

Deutsche Wohnen

Den Giganten am deutschen Vermietermarkt, die Deutsche Wohnen, haben wir die letzten Wochen mehrfach besprochen. Die Aktie wurde vom Mietendeckel in Berlin hart getroffen, weil das Unternehmen dort stark mit vermietetem Wohnraum engagiert ist! Wohl aus Angst vor bundesweiten Nachahmer-Aktionen des Berliner Deckels erließ die Deutsche Wohnen gerade erst eine eigene Richtlinie, dass die eigenen Mieten nicht 30% des Nettoverdienstes der Mieter übersteigen sollen.

Die Gemengelage aus Enteignungsdiskussionen und Mietendeckel in Berlin hat der Aktie massiv zugesetzt. Der Zeitraum ab 2011 im folgenden Aktienchart ist der selbe Zeitraum wie beim obigen Hauspreisindex. Beide, Index und Aktie gingen jahrelang nur nach oben. Jetzt stürzt die Aktie ab um 21% in nur drei Wochen – weil absehbar ist, dass erstmal keine großen Mietsteigerungen mehr drin sind? Das könnte eine Rückkopplung auf die Hauspreise verursachen. Weil Verkäufer wissen, dass Mietobjekte unter dem Aspekt der Rendite nicht mehr gepusht werden können, heben sie die Verkaufspreise für Häuser nicht mehr weiter an. Denn Käufer sollten nicht mehr bereit sein weiter steigende Preise zu zahlen. Es könnte demnächst (nicht muss) also auch eine Ermüdung bei den Hauspreisen geben.

Wie aktuell bekannt wird, plant die Bundesregierung offenbar für bundeseigene Mietwohnungen auch einen Mietendeckel. Ohhhh, sind inzwischen zu viele Wähler weggelaufen? Muss man endlich mal irgendwas tun?

Mietpreis-Explosion zu Ende? Deutsche Wohnen Chart

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Schweizer Franken: Große Chance für Forex-Trader

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Es ist ein relativ schlecht verstecktes Eigenlob. Wir hatten in den letzten Tagen mehrmals darüber berichtet, dass der Schweizer Franken direkt an der Klippe hängt. Und zwar an der Klippe zur weiteren Aufwertung. Die entscheidende Marke im Währungspaare Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) ist die die 1,1150. Sie wurde in den letzten vier Handelstagen deutlich unterschritten, und derzeit ist die Tendenz weiter fallend.

Schweizer Franken mit großen Aufwertungspotenzial

Aus diversen Gründen hat der Schweizer Franken momentan weiteres Aufwertungspotenzial. Da wäre zunächst die Charttechnik. Hier nochmal der (aktualisierte) Chart, den wir die letzten Tage mehrfach gezeigt hatten. Man sieht eindeutig, dass im EURCHF das Unterstützungsniveau von 1,1150 unterschritten wurde (aktuell 1,1089). Nach unten ist optisch viel Luft. Also kann der Schweizer Franken nur bei dieser oberflächlichen charttechnischen Betrachtung noch kräftig aufwerten.

Euro vs Schweizer Franken seit 2016

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Zinsen und Krisen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tut wirklich sehr viel um eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern. Nur es will ihr einfach nicht gelingen. Denn die Sogwirkung des soliden Fränkli wirkt immer weiter. Ist weltweit Krise angesagt, fliehen sicherheitsbewusste Anleger in Gold und Fränkli. Die Konjunktursorgen und die Ängste um den Iran-Konflikt tun ihr Übriges! Das einzige, was momentan den Franken entlasten könnte, wären Aussagen der SNB für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Aber danach sieht es nicht aus. Im Gegenteil.

Laut Schweizer Medien äußern sich der Schweizerische Finanzminister Ueli Maurer und UBS-Chef Sergio Ermotti jüngst sogar kritisch zu den Negativzinsen und Interventionen der SNB. Und die Amerikaner sind ja gerade dabei ab Ende Juli ihre Zinsen zu senken (höchst wahrscheinlich). Und auch die EZB wird den Euro wohl weiter schwächen. Denn Mario Draghi ließ jüngst durchblicken, dass man die Geldpolitik lockern könnte über neue Käufe von Staatsanleihen. Somit ist die Tendenz von Euro und US-Dollar gegen den Schweizer Franken weiter schwach, was den Franken somit automatisch stärkt.

Eine Garantie für einen steigenden Fränkli ist das natürlich nicht! Der Chart spricht aber dafür, und auch die sonstigen von uns genannten Themen. Aber man weiß ja nie! Es ist eine Chance für Forex-Trader, die auf einen steigenden Schweizer Franken setzten wollen (EURCHF Short). Betonen müssen wir natürlich bei so einem Hinweis auf eine große Chance ausdrücklich: Die Glaskugel haben auch wir nicht. Ob EURCHF jetzt schnell nach unten durchsackt (Aufwertung des Schweizer Franken), wissen wir auch nicht. Also, bilden Sie sich bitte ihr eigene Meinung.

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SNB versucht Schweizer Franken zu schwächen - mit wenig Erfolg
Direktorium der SNB. Thomas Jordan in der Mitte. Foto: SNB/P. von Ah

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Iran: Wie lange noch bis zum Krieg? Exklusiv-Interview mit einem Nahost-Experten

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Seit Anfang Mai haben die USA ihre Militärpräsenz in der Golfregion massiv ausgebaut, mit der Begründung akuter Bedrohung durch den Iran und pro-Iranische Milizen. Am 13.6 wurden die Öltanker “Kokuka Courageous“ und “Front Altair‘ im Golf von Oman vor den Küsten der Vereinigten Arabischen Emirate und dem Iran angegriffen und sind in Brand geraten! Die USA lieferten, aus ihrer Sicht, klare Beweise, dass der Iran dafür verantwortlich sei.

Iran Kriegsgefahr?

Iran schoß US-Drohne ab

Am 20.06.2019 schoss der Iran eine US Drohne ab (hier Fotos der Trümmerteile). Die USA behaupten das sich diese Drohne im internationalen Luftraum befand. Der Iran bestreitet dies: „Da sie unsere Warnungen ignorierten, mussten wir die Drohne abschießen“, sagte man in einer ersten Reaktion. Die Reaktion der USA folgte nur wenige Stunden später, in der Nacht zum Freitag den 21.6, mit dem Befehl zum Luftangriff auf den Iran von Donald Trump. Bevor aber dieser Luftangriff ausgeführt wurde, stoppte ihn Donald Trump. Die Begründung die er für seine Meinungsänderung gab veröffentlichte er, wie gewohnt, über Twitter.

Er, Donald Trump, habe sich, nachdem er für einen Kriegsangriff grünes Licht gab, informiert wie viele Leute eigentlich dabei umkommen würden. Daraufhin teilte man ihm dann mit, dass es ca 150 Menschen schon sein könnten. Vielleicht hat man hier auch eine oder zwei Nullen vergessen? Moment: Der Präsident einer Atommacht gibt grünes Licht zu einem Krieg und fragt hinterher erst, wie viele Menschen dabei sterben könnten? What the Fuck!?

Diese Frage hat sich in den Medien noch niemand gestellt, aber ich finde sie sehr wichtig.
Egal gegen wen man Krieg führt, es trifft immer mehr unschuldige Kinder, Frauen und Männer, als vermeidlich schuldige Politiker/Terroristen!

Pompeo auf Werbetour

Aktuell startet der US Außenminister Pompeo eine Werbetour für eine weltweite Koalition gegen den Iran! Diese Idee erinnert sehr stark an damalige Vorgehensweise vor dem Irak-Krieg. Hier wollte man eine “Koalition der Willigen“ zusammentrommeln. Mit damals von der USA eindeutig überbrachten Beweisen, die einen Krieg zwingend rechtfertigten. Später, nach dem Krieg, entpuppten sich diese Beweise als falsch! Im Laufe des Irak-Kriegs starben zig tausend Kinder und Frauen! Damals gab es eine europäische Opposition. Diese kritisierte vor allem:

-fehlende völkerrechtliche Legitimation,
-fehlende Nachweise für eine Bedrohung durch den Irak,
-nicht ausgeschöpfte Kontrollen der UN-Waffeninspekteure,
-mögliche Kriegsfolgen wie die Stärkung des islamischen Fundamentalismus und so auch des Terrorismus,
-Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens,
-Schwächung der Erfolgsaussichten im Krieg in Afghanistan, künftige Präventivkriege von atomar bewaffneten Staaten wie Nordkorea,
-hohe finanzielle Folgekosten der Besetzung und des Wiederaufbaus.

Am 15. Februar 2003 demonstrierten weltweit ca. neun Millionen Menschen in der größten Friedensdemonstration der Geschichte, die u. a. über das Europäische Sozialforum initiiert und koordiniert wurde. Vielleicht wiederholt sich auch hier die Geschichte wieder.

Was sagt der Nahost-Experte?

Am 24.6. stelle ich dem Nahost Fachmann Michael Tockuss, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Iranischen Handelskammer e.V. Hamburg, einige Fragen.

Herr Tockuss, wie schätzen Sie aus ihrer Sicht momentan die politische und die Stimmung des Volkes im Iran ein?

Im Iran steigt auch in der normalen Bevölkerung die Sorge vor einem Krieg mit den USA. Diese Sorge geht auch stark in Befürchtungen über, dass die allgemeinen Lebenshaltungskosten und insbesondere die Preise für Lebensmittel weiter ansteigen. Die Stimmung verändert sich aber auch politisch. Es gab zu Anfang der Präsidentschaft von Donald Trump bei liberalen Iranern durchaus die Hoffnung auf Veränderungen im Iran. Mittlerweile ist diese Stimmungslage umgeschlagen, und die Befürchtungen gelten nun der Kriegsgefahr, die ja zweifelsohne sehr akut ist.

Wie hat sich bis dato und vor allem in den letzten Wochen die wirtschaftliche Lage (Inflation etc) im Iran entwickelt?

Die Inflationsrate des Iran liegt aktuell bei ca. 40%. Diese Zahl bedeutet für die durchschnittliche iranische Familie erhebliche Einschnitte in ihr tägliches Leben. Die Menschen konzentrieren sich durch den Tag zu kommen, Restaurantbesuche gehen deutlich zurück. Und wo vorhanden, werden Rücklagen angegriffen um mit den alltäglichen Preiserhöhungen Schritt zu halten. Aber auch in den Außenbeziehungen sind die Auswirkungen der US-Sanktionen deutlich zu erkennen. Die deutschen Exporte nach Iran haben sich im ersten Quartal des Jahres 2019 halbiert. Deutschland liefert aktuell noch Waren und Dienstleistungen für rund 100 Millionen Euro pro Monat in den Iran. Somit ist die Krise auch bei deutschen Unternehmen im Iran-Geschäft deutlich zu spüren.

Trauen Sie dem Iran zu, dass sie die Tanker angriffen und aktuell eine Drohne im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus abschossen ?

Wie alle anderen bewege auch ich mich hier im Bereich der Spekulation. Man muss die beiden Vorfälle sicher auseinander halten. Die Drohne wurde definitiv von iranischen Sicherheitskräften abgeschossen, und dies wird von iranischen Vertretern ja auch gar nicht geleugnet. Der Unterschied in der Betrachtung liegt lediglich darin, ob sich die Drohne in internationalem Luftraum befand oder in den Luftraum des Iran eingedrungen ist. Definitiv lügt hier eine Seite. Interessant ist die Tatsache, dass der Abschuss, nach allem was ich höre, nicht durch Luftabwehrsysteme erfolgte, die der Iran von Russland gekauft hat, sondern durch Systeme, die der Iran selbst entwickelt hat. Das lässt auf eine qualitative Entwicklung auf Seiten des Iranischen Militärs schließen, die sicher viele nicht für möglich gehalten haben.

Im Falle der beschädigten Tankers hilft ein genauer Blick auf die Abläufe und die einfache Frage: „Wem nützt das ?“ Bei den Abläufen fällt der Dissens auf, nachdem die USA behaupten, die Tanker seien mit Haftminen beschädigt worden. Die Besatzungsmitglieder sprachen von „fliegenden Objekten“ mit denen sie angegriffen wurden. Nur eine Version kann richtig sein. Bei den Bildern, die als angeblicher Beweis durch die USA vorgelegt wurden und die eine Gruppe von Revolutionsgardisten zeigen sollen, die eine nicht explodierte Haftmine entfernen sollen, erstaunt schon die große Anzahl an Menschen, die in dem iranischen Schnellboot gezeigt werden. Ist es wirklich realistisch, dass ein iranischer Kommandeur für so eine sensible Aufgabe rund ein Dutzend Soldaten in Uniform einsetzt ? Man sagt ja: „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, und ich kenne fast keinen Beobachter, der bei diesen Bildern nicht sofort an die „Beweise“ der USA über Massenvernichtungswaffen im Irak gedacht hat. Wichtiger ist für mich die Frage: Wem dient es ? Dies kann klar beantwortet werden. Es dient definitiv nicht dem Iran, der keinerlei Interesse an einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den USA haben kann, da dies sowohl seine politische wie wirtschaftliche Lage nur weiter verschärfen würde.

Wie ist die Rolle der Europäer und Deutschlands in dem Konflikt ?

Die Europäer sind wirtschaftlich ein Riese und politisch höchstens eine mittlere Größe. Diese Ansicht gibt es seit Jahren und sie wird regelmäßig in politischen Diskussionen beklagt. Im Fall des Iran-Konflikts hat sich Europa auch wirtschaftlich als unfähig erwiesen, seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen zu erfüllen. Der Iran hat sich an das Abkommen gehalten, aber die Europäer waren nicht einen Tag in der Lage ihren Teil des „Deals“ zu erfüllen (FMW: Man sehe dazu Aussagen der EU vom 9. Mai). Von Anfang an fehlte es an Möglichkeiten Iran-Geschäfte über europäische Banken abzuwickeln. Es fehlte die Bereitschaft Großunternehmen dauerhaft zu einem Engagement im Iran zu bewegen. Aus Deutschland kamen warme Worte aus der Politik, die unterschiedlichen Wirtschaftsminister der Länder und des Bundes entdeckten Teheran als Ziel von Wirtschaftsdelegationen und sendeten schöne Bilder an die heimischen Medien. Aber einen ernsthaften Versuch, dem Iran wirtschaftlich entgegenzukommen gab es aus Europa nicht. Die Europäer und deutsche Politiker haben über Jahrzehnte große politische und diplomatische Bemühungen unternommen das Atomabkommen möglich zu machen. Aber es gab nicht einen Bruchteil solcher Bemühungen es praktisch zu retten. Verstehen Sie mich hier bitte nicht falsch. Ich rede nicht von besorgten politischen Statements, von Beratungen in europäischen Gremien. Ich rede von ernsthaften, praktischen Bemühungen dem Iran wirtschaftlich zu helfen. Hier haben wir als Deutsche, aber auch als Europäer versagt.

Was passiert, aus ihrer Sicht, wenn die USA den IRAN angreifen ?

Nun, die Gefahr besteht akut, dass es zu einem Flächenbrand im Nahen Osten kommt. Schon jetzt liegen klare Äußerungen regionaler Vertreter vor, dass sowohl die arabischen Staaten am Persischen Golf, wie auch der Libanon und die Palästinenser sicherlich in einen solchen Konflikt involviert werden. Wir müssen uns auch klar machen, dass dieser Konflikt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa liegt und auch deutliche Auswirkungen auf die Menschen hier haben kann. Wirtschaftlich wäre ein stark ansteigender Ölpreis etwas, was wir auch hier spüren würden. Aber wo es Krieg gibt, gibt es auch Flüchtlinge, die ihre Länder verlassen und Zuflucht in Europa suchen.

Was passiert kurzfristig nach einem Angriff der USA, und was sind die langfristigen Folgen ?

Der Iran wird einen US-Angriff sicherlich nicht tatenlos hinnehmen und ebenfalls militärisch reagieren. Was konkret passieren wird, kann auch ich Ihnen nicht sagen. Aber man darf in diesem Konflikt nicht vergessen, dass die Revolution, die im Iran 1979 stattfand, im Kern darin begründet war, dass die Menschen im Iran ausländischen Druck, Interventionen in ihre politischen Entscheidungen und eine Fremdbestimmung des Landes beenden wollten. Es gibt zwar seit Jahren heftigste innenpolitische Auseinandersetzungen im Iran, aber auch heute werden Sie noch viele Menschen im Iran finden, die ihre politischen Differenzen hinten anstellen, wenn es um die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Landes geht. Dieser wirtschaftliche und militärische Druck führt also nicht dazu, dass es im Iran eine politische Differenzierung gibt, sondern eher zu einem „Zusammenstehen“ gegen den äußeren Feind. Langfristig hat das Beispiel des Iran verheerende Folgen für viele anderen Konflikte weltweit. Denn die Botschaft der Trump-Administration ist eindeutig. Politische und diplomatische Bemühungen, Internationale Abkommen verlieren jede Bedeutung, wenn sich die einzige verbliebene Supermacht nicht mehr daran hält. Der Atomkonflikt mit dem Iran wurde durch ein internationales Abkommen entschärft. Der Iran hat sich an dieses Abkommen gehalten, und die Internationale Atomenergiebehörde in Wien hat dies in 14 Kontrollen im Iran bestätigt. Aber mit einem Federstrich haben sich die USA einseitig aus dem Abkommen verabschiedet. Warum sollte der Iran sich nun auf neue Verhandlungen mit den USA einlassen ? Hier liegt der große langfristige Schaden, den die USA angerichtet haben, und der neben dem Iran auch auf viele anderen Konfliktregionen ausstrahlt. Die Botschaft ist so klar wie zynisch. Auf Abkommen mit den Amerikanern kann man sich nicht verlassen.

Könnte es sein, dass der Iran bei einem Angriff der USA Israel mit Raketen angreift ?

Schon Ihre Frage zeigt, welche dramatische Auswirkungen ein militärischer Angriff auf den Iran haben könnte. Ich glaube nicht an eine solche direkte Auseinandersetzung, aber es besteht natürlich die große Gefahr, dass andere Länder in diesen Konflikt gezogen werden. Weder die Amerikaner noch die Iraner sind in der aktuellen Krise ja allein. Die Unterstützung der Monarchien am Persischen Golf und Israels ist den Amerikanern sicher, und genauso hat der Iran Verbündete im Libanon, Syrien, Irak und bei den Palästinensern. Diese unübersichtliche Konfliktlage macht die Situation ja so gefährlich. In einem solchen Pulverfass kann jede scheinbar räumlich begrenzte militärische Aktion zu einem Flächenbrand führen.

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