Siemens hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet, woraufhin die Aktie 5 % verliert. Hier der Blick auf die wichtigsten Daten. Das dritte Quartal ist bei Siemens das vierte Quartals seines Geschäftsjahres. Der Umsatz steigt im Jahresvergleich von 20,81 auf 21,43 Milliarden Euro (erwartet 21,52). Der Auftragseingang sinkt im Jahresvergleich von 22,93 auf 21,93 Milliarden Euro. Der Gewinn auf fortgeführten Aktivitäten sinkt im Jahresvergleich von 2,18 auf 1,87 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie sinkt von 2,57 auf 2,30 Euro (erwartet 2,67 Euro).
Hier die Headline-Aussage von Siemens: „Das Geschäftsjahr 2025 war ein Meilenstein für Siemens: Zum dritten Mal in Folge haben wir einen Rekord beim Gewinn nach Steuern erzielt und sind sowohl bei Auftragseingang als auch bei den Umsatzerlösen im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen. Mit unserem ONE Tech Company Programm legen wir das Fundament für eine noch stärkere Kundenorientierung, schnellere Innovationen und höheres profitables Wachstum. Mit den Übernahmen von Altair und Dotmatics bauen wir unsere Führungsposition in Software und Künstlicher Intelligenz aus. Zugleich starten wir mit der geplanten Entkonsolidierung von Siemens Healthineers in die nächste Wachstumsphase und heben unser hoch synergetisches Kernportfolio auf ein neues Niveau“, sagte Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
„Da Cash-Generierung der entscheidende Maßstab für unsere Performance ist, bin ich äußerst erfreut, dass wir sowohl im vierten Quartal als auch im Geschäftsjahr 2025 einen Rekord beim Free Cash Flow erzielt haben,“ sagte Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG. „Profitables Wachstum und stringentes Portfoliomanagement bilden die Basis unseres Erfolgs. Unsere Aktionäre profitieren direkt durch einen erhöhten Dividendenvorschlag sowie den erfolgreichen beschleunigten Aktienrückkauf. Wir gehen gestärkt und mit einem ambitionierten Ausblick ins Geschäftsjahr 2026.“
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 gehet Siemens davon aus, dass sich das weltweite konjunkturelle Umfeld stabilisieren und das globale BIP-Wachstum in etwa auf dem Vorjahresniveau bleiben wird. Das Unternehmen erwartet ferner, dass negative Währungseffekte sowohl die nominalen Wachstumsraten beim Volumen als auch das Ergebnis der industriellen Geschäfte sowie das Ergebnis je Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 2026 stark belasten werden. Digital Industries erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein vergleichbares Wachstum (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) der Umsatzerlöse von 5% bis 10% und eine Ergebnismarge zwischen 15% und 19%. Smart Infrastructure geht für das Geschäftsjahr 2026 von einem vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse in Höhe von 6% bis 9% sowie einer Ergebnismarge von 18% bis 19% aus. Mobility plant im Geschäftsjahr 2026 ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum von 8% bis 10% und eine Ergebnismarge zwischen 8% und 10% zu erzielen.
Für den Siemens-Konzern rechnet das Management für das Geschäftsjahr 2026 mit einem vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse von 6% bis 8%
und einem Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1. Auf Basis des unterstellten profitablen Wachstums der industriellen Geschäfte und der antizipierten starken Belastungen aus Währungseffekten erwartet Siemens im Geschäftsjahr 2026 ein unverwässertes Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach Steuern) vor Effekten aus der Kaufpreisallokation (EPS pre PPA) in einer Bandbreite von 10,40 € bis 11,00 €.
Siemens erhöht Wachstumsziele und reduziert Beteiligung an Healthineers
Bloomberg berichtet zu den aktuellen Quartalszahlen: Siemens hat im Rahmen einer Umstrukturierung, die auch die Reduzierung ihrer Beteiligung an der Siemens Healthineers AG umfasst, neue kurz- und mittelfristige Finanzziele festgelegt, um Investitionen in Software und künstliche Intelligenz zu finanzieren. Das Industrieunternehmen hob seine Prognose an, nachdem es am späten Mittwoch einen Plan bekannt gegeben hatte, einen Anteil von 30 % an seiner ehemaligen Medizintechniksparte im Wert von rund 15 Milliarden Euro an seine eigenen Aktionäre zu übertragen. Der Schritt, seine Mehrheitsbeteiligung zu reduzieren, wird Siemens dabei helfen, sich für weitere Akquisitionen zu öffnen.
„Siemens ist bereit, Chancen in seinen Zielmärkten zu nutzen und sucht aktiv nach Möglichkeiten, diese weiter auszubauen”, hieß es heute früh. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Siemens ein vergleichbares Umsatzwachstum im Bereich von 6 % bis 8 %, obwohl negative Währungseffekte das Wachstum und den Gewinn stark belasten werden. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 um 5 %, wobei Siemens seine Dividende auf 5,35 Euro pro Aktie erhöht.
Siemens hat seine Beteiligungen im Energie- und Medizinbereich reduziert, um weniger komplex zu werden und in margenstarken Bereichen wie Software und künstliche Intelligenz zu expandieren. Während der Mischkonzern 2018 Healthineers durch die Notierung in Frankfurt ausgliederte, hat er bisher nur kleinere Aktienpakete verkauft.
Höhere Margen
Vorstandsvorsitzender Roland Busch hat den deutschen Industriegiganten auf softwaregesteuerte Produktlinien umgestellt, die höhere Margen erzielen. Am Mittwoch sagte er, das Unternehmen suche nach „Zielen im digitalen Bereich, Software oder Hardware, die Daten generieren”, und deutete damit auf weitere Akquisitionen in der Größenordnung seines 5,1 Milliarden Dollar schweren Dotmatics-Deals hin.
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Weitere Details werden Investoren am Donnerstag während des Strategietags von Siemens erfahren. Mittelfristig hat das Unternehmen sein mittelfristiges Umsatzwachstumsziel auf 6 % bis 9 % angehoben. Dazu gehört ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Digitalgeschäfts um 15 % gegenüber dem aktuellen Niveau, wodurch sich der Umsatz bis 2030 verdoppeln würde.
Der Geschäftsbereich Fabrikautomatisierung verzeichnete in den letzten Quartalen einen Rückgang der Umsätze und sinkende Margen, da Kunden in China den Kauf von Geräten und Software zurückhielten. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Siemens einen Anstieg des vergleichbaren Umsatzes dieses Geschäftsbereichs um bis zu 10 % bei einer Gewinnmarge von bis zu 19 %. Das entspricht dem Geschäftsbereich Smart Infrastructure, der Technologien für Gebäude herstellt.
Analysten kritisieren seit langem den hohen Kapitalaufwand für die Beteiligung an Siemens Healthineers sowie die fehlenden Synergien zwischen Healthineers und Siemens, das Produkte wie Züge und Software für die Fabrikautomation herstellt.
Die Entkonsolidierung sei „ein logischer Schritt zur Vereinfachung des Konzerns“, so die Analysten von Jefferies unter der Leitung von Rizk Maidi in einer Mitteilung. Die sogenannte direkte Ausgliederung des Herstellers von MRT-Scannern und Labortestgeräten, die spätestens im zweiten Quartal 2027 stattfinden soll, muss noch genehmigt und von den Aktionären beschlossen werden. Durch den Plan wird der Anteil von Siemens auf unter 40 % sinken.
Mittelfristig strebt Siemens laut Busch eine Reduzierung der Beteiligung auf einen Finanzanteil an, mit dem Ziel, weniger als 20 % an Healthineers zu halten. Das Unternehmen bestätigte außerdem, dass es sich verpflichtet hat, in Zukunft schrittweise höhere Dividenden auszuschütten.
FMW/Bloomberg
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