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Siemens-Quartalszahlen: Finanzdaten überzeugen, Geschäft brummt

Vor allem das KI-Geschäft brummt. Siemens kann aktuell mit seinen gemeldeten Quartalszahlen überzeugen. Ein Blick in die Details.

Siemens-Firmenschild
Foto: Claudio Kummerfeld

Siemens hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet. Die Geschäfte laufen gut. Man darf vereinfacht ausgedrückt vermuten: Das boomende KI-Geschäft und die schuldenfinanzierten Staatsausgaben hierzulande (Sondervermögen etc) dürften in den nächsten Quartalen Wachstumstreiber sein.

Der Umsatz steigt im Jahresvergleich von 18,35 auf 19,14 Milliarden Euro (erwartet 19,03). Der Auftragseingang steigt im Jahresvergleich von 20,07 auf 21,37 Milliarden Euro (erwartet 20,85). Der Gewinn auf fortgeführten Aktivitäten steigt im Jahresvergleich von 1,80 auf 2,23 Milliarden Euro. Die Aktie reagiert aktuell bei Tradegate mit +2,6 %.

Hier die Headline-Aussagen von Siemens zu den Quartalszahlen: „Unsere starke Leistung im ersten Quartal zeigt, dass wir unsere Strategie erfolgreich umsetzen. Siemens ist in seinen Wachstumsmärkten sehr gut positioniert. Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte. Wir skalieren industrielle KI in unseren Kernbranchen zusammen mit Weltklasse-Partnern. Indem wir KI tief in Design, Entwicklung, Produkten und Betrieb integrieren, schaffen wir messbaren Mehrwert für unsere Kunden“, sagte Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Nach
einem starken Start ins Geschäftsjahr heben wir unseren Ausblick an.“

„Unsere starke operative Leistung hat sich im ersten Quartal in einer hohen Profitabilität niedergeschlagen. Unsere Strategie setzen
wir weiter konsequent um, und mit unserem beschleunigten Aktienrückkaufprogramm schaffen wir nachhaltig Wert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre,“ sagte Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG.

Siemens hebt Prognose an

Bloomberg schreibt zu den Quartalszahlen aktuell: Siemens hat seine Prognose angehoben, nachdem die Nachfrage nach Produkten für die Fabrikautomatisierung und Elektrifizierung die Renditen gesteigert und damit die negativen Währungseffekte abgefedert hat. Das Industrieunternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2026 einen unverwässerten Gewinn je Aktie von bis zu 11,10 Euro je Aktie, nach bisher maximal 11 Euro je Aktie, wie es heute früh mitteilte und damit andere Ziele bestätigte. Im ersten Quartal übertraf Siemens die Erwartungen der Analysten für sein Kerngeschäft Industrie.

Siemens profitiert von seinem Einstieg in den Bereich Industriesoftware und Lösungen für künstliche Intelligenz. Der Gewinn des Geschäftsbereichs Digital Industries, der Fabriksoftware und Automatisierungsprodukte herstellt, stieg im ersten Quartal um 37 %. China, das zuvor ein Hemmschuh für den Geschäftsbereich gewesen war, verzeichnete ein starkes Wachstum.

Vorstandsvorsitzender Roland Busch profitiert von den Ergebnissen einer Neupositionierung von Siemens hin zu margenstärkeren, softwarebasierten Angeboten, die auf den Industrie- und Pharmasektor abzielen, und gab insgesamt 15 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Dotmatics und Altair Engineering aus. Die Siemens-Aktie hat im vergangenen Jahr mehr als ein Fünftel zugelegt und im letzten Monat kurzzeitig SAP als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Deutschlands überholt.

Heute bekräftigte Siemens, dass Wechselkursverluste den Gewinn im Industriegeschäft in diesem Geschäftsjahr „stark belasten” werden, nachdem das Unternehmen bereits im November vor den Auswirkungen des schwachen Dollars auf sein Geschäft gewarnt hatte. Außerdem geht Siemens von einem sich stabilisierenden wirtschaftlichen Umfeld und einem stabilen Wachstum aus.

Die Aufträge stiegen im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 21,4 Milliarden Euro, während der Gewinn im Industriegeschäft um 15 % auf 2,9 Milliarden Euro stieg und damit die Erwartungen übertraf.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Der Deutschlandfonds ist für Investitionen in die Künstliche Intelligenz vorgesehen.

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