Gold

Neue Risiken für den Silberpreis Silber-Crash voraus? Experte warnt vor Absturz durch Kevin Warsh

Grafik: ChatGPT

Der neue Fed-Chef Kevin Warsh könnte laut André Stagge den nächsten Silber-Crash auslösen – deshalb warnt der frühere Fondsmanager jetzt vor einem möglichen Absturz des Silberpreises um weitere 20 bis 30 Prozent. In seiner aktuellen Analyse zeichnet Stagge ein düsteres Szenario für den Edelmetallmarkt. Im Zentrum seiner Einschätzung stehen dabei weder die industrielle Nachfrage noch geopolitische Risiken, sondern der Führungswechsel an der Spitze der US-Notenbank.


Werbung

Silber-Crash durch Fed-Schock

Der Ausgangspunkt der Analyse ist der dramatische Einbruch des Silberpreises Anfang 2026. Silber war zeitweise bis nahe an die Marke von 120 US-Dollar gestiegen, verlor dann jedoch innerhalb weniger Tage rund 40 Prozent an Wert. Für viele Anleger kam dieser Absturz überraschend. André Stagge argumentiert allerdings, dass die jüngste Schwäche des Silberpreises vor allem auf die veränderten Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve zurückzuführen sei. Mit der offiziellen Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef Ende Januar 2026 begann laut Stagge die massive Neubewertung am Silbermarkt.

Der bisherige Bullenmarkt bei Silber basierte laut Stagge vor allem auf der Hoffnung auf sinkende Zinsen, einen schwächeren Dollar und dauerhaft lockere Geldpolitik. Anleger hätten darauf gesetzt, dass die Fed aufgrund hoher Staatsschulden und wirtschaftlicher Risiken die Zinsen langfristig niedrig halten müsse. Genau dieses Umfeld habe den Silberpreis über Jahre hinweg angetrieben. Doch Kevin Warsh gilt als deutlich restriktiver als sein Vorgänger Jerome Powell. Der neue Fed-Chef habe mehrfach betont, Inflation frühzeitig bekämpfen zu wollen und eine zu expansive Geldpolitik kritisch zu sehen.

Neue Risiken für den Silberpreis


Werbung



Für den Silbermarkt ist das laut André Stagge ein gefährlicher Wendepunkt. Steigende oder zumindest länger hoch bleibende Zinsen machen Anleihen wieder attraktiver. Institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen oder Fonds könnten deshalb Kapital aus Edelmetallen abziehen und wieder verstärkt in festverzinsliche Anlagen investieren. Besonders problematisch sei dies für gehebelte Silber-Positionen, ETFs und spekulative Investments.

Hinzu komme der stärkere US-Dollar. Da Silber international in Dollar gehandelt wird, belastet ein fester Greenback typischerweise den Silberpreis. Genau diese Entwicklung sei bereits sichtbar geworden: steigende Renditen am Anleihemarkt, ein robuster Dollarindex und gleichzeitig deutliche Verluste bei Silber und Gold. Laut Stagge unterschätzen viele Anleger derzeit, wie stark Geldpolitik und Notenbankkommunikation die Edelmetallpreise beeinflussen.

Trotzdem sieht der Analyst die langfristige Silber-Story nicht komplett zerstört. Silber bleibe ein wichtiges Industriemetall für Solarenergie, Elektroautos, Medizintechnik und moderne Elektronik. Die physische Nachfrage sei weiterhin vorhanden. Allerdings unterscheidet Stagge klar zwischen der realen industriellen Nachfrage und der sogenannten „monetären Prämie“, die den Silberpreis zuletzt extrem nach oben getrieben habe. Genau diese Prämie könnte nun verschwinden.

Besonders kritisch wird es laut seiner Einschätzung, wenn wichtige charttechnische Marken unterschritten werden. Fällt Silber unter bestimmte Unterstützungszonen, könne sich die Abwärtsbewegung massiv beschleunigen. Stagge hält sogar einen Rückgang des Silberpreises auf 50 US-Dollar für möglich – aktuell notiert Silber noch bei rund 76 US-Dollar. Silber noch bei rund 76 US-Dollar. Ein erneuter Silber-Crash im Sommer sei daher keineswegs ausgeschlossen.

Silber-Crash durch Kevin Warsh: Stagge warnt vor Fed-Risiko & Silberpreis-Einbruch

Fed und Dollar entscheiden

Entscheidend werde nun vor allem die Kommunikation von Kevin Warsh. Sollte die Fed tatsächlich an einer strafferen Geldpolitik festhalten und die zuletzt gestiegene Inflation aggressiv bekämpfen, dürfte das den Silberpreis weiter unter Druck setzen. Erst wenn sich die wirtschaftliche Lage deutlich verschlechtert und Zinssenkungen wieder wahrscheinlicher werden, könnte Silber erneut profitieren.

André Stagge mahnt Anleger deshalb zur Vorsicht. Wer Silber nur wegen der Hoffnung auf einen Dollar-Kollaps oder schnelle Zinssenkungen gekauft habe, müsse seine Strategie überdenken. Langfristige Investoren mit physischem Silber könnten hingegen ruhiger bleiben. Kurzfristig aber sieht der frühere Fondsmanager deutlich höhere Risiken als Chancen – und warnt ausdrücklich vor einer neuen heftigen Verkaufswelle beim Silberpreis.



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

19 Kommentare

  1. damit sich die BRICS weiter eindecken können ? China bekäme dann einfach nur mehr für das selbe Geld.

  2. Für meine Planung, sollte Gold nicht unter 2000 Euro fallen und Silber unter etwa 30 Euro.
    Dann ist alles im grünen Bereich.

    Vielen Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Es muss wunderschön sein, wenn das Vermögen um 75% dahinschmilzt (von 122 in der Spitze auf 30).
      Man muss schon ziemlich einfältig und naiv sein, wenn man bei so einer Fahnenstange nicht mal zumindest Teilgewinne realisiert hat und den Klumpen weiter im Portfolio belässt. Mir tun auch die leid, die da oben euphorisch eingestiegen sind. Es ist immer wieder dasselbe. Ich habe stets davor gewarnt. Heute sind wir bei Silber aktuell schon fast wieder 6% in der Kreide und es geht weiter, immer weiter…

      1. Schön ist das wohl eher nicht, aber zwei Dinge dazu:

        1. Jeder Anleger muss solche Kursverluste ohne Probleme aushalten können, weil es auch mit den besten Anlagen jederzeit passieren kann. Wer sich darüber so äußert erweckt in mir eher den Verdacht, dass er so etwas noch nie erlebt hat und demzufolge wahrscheinlich auch das Handtuch werfen wird, wenn es ihn erwischt.

        2. Währung ist kein Vermögen. Währung wird nicht nur inflationiert, sie kann auch über Nacht auf ihren reinen Materialwert reduziert werden. Dieses Risiko ist mal höher und mal niedriger. Im Moment steigt es gerade massiv.

        1. „…sie kann auch über Nacht auf ihren reinen Materialwert reduziert werden. Dieses Risiko ist mal höher und mal niedriger. Im Moment steigt es gerade massiv…“

          Man sollte immer selbstkritisch hinterfragen, ob gewisse Ängste nicht auch manchmal paranoiden Ursprungs sein könnten.
          Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ich vom Blitz erschlagen werde.
          Diese Wahrscheinlichkeit muß ich richtig einschätzen können, sonst gehe ich nicht mehr aus dem Haus.

      2. Euphoriemut-Fan
        Ja- ganz schrecklich.
        Silber hat in den letzten 365 Tagen um etwa 135 % in (Dollar) zugelegt
        Für mich bedeutet es, dass bei etwa 1,5 Tonnen Silber über den Daumen etwa 1,2 Millionen an Kursgewinn,
        Was für ein Mist.
        Ich bin richtig niedergeschmettert und am Ende.
        Könnte heulen.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. Aber du erwartest doch 30 USD, sehenden Auges in den Abgrund?

          1. Dann hat er sein Geld immer noch vervielfacht. Bitte Zeitpunkt des Kaufs und Charts betrachten.

            Zum Handeln überredet ihn keiner mehr. Warum auch? Gegenüber dem typischen deutschen Sparbuchsparer hat er doch das Goldene Los gezogen. Wörtlich.

            Ich vermute aber auch, dass die hier nicht lesen. Wenn die mal etwas von FMW hören, dann googeln die allenfalls, ob das eine seriöse Seite wäre. Finden dann keine positive Berichterstattung der Tagesschau und lassen die Finger davon.

  3. Gold und Silber, Marionetten der Notenbanken, eine traurige Tatsache, besonders für Goldanbeter.
    Das waren halt noch Zeiten im alten Rom. Ich erinnere mich noch deutlich🤣, wie wertvoll damals meine „Goldenen Aureus“-Münzen waren, herrlich, keine (nicht vorhandene) Notenbank konnte ihnen was anhaben.
    Und jetzt? Richtige Freude kommt da keine mehr auf mit den Philharmonikern, den goldenen.
    Wirklich Freude machen die anderen Philharmoniker, die Musiker.

  4. Mein Gott Columbo,
    Wie kann man nur so einen Blödsinn schreiben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. „… Man muss schon ziemlich einfältig und naiv sein, wenn man bei so einer Fahnenstange…“

    Einfältig und naiv würde ich nicht sagen.
    Eher erleuchtet, entrückt…wie nach einer Marienerscheinung in Lourdes.

  6. Eric Sprott investiert seit den 1980er-Jahren in Edelmetalle. Heute stecken rund 98% seines Vermögens in Gold und Silber – und seine Wetten auf Minenaktien haben sein Nettovermögen laut Forbes auf etwa 3,3 Mrd. US-$ steigen lassen.

    Quelle:
    https://www.forbes.at/artikel/der-gold-milliardaer

  7. Columbo
    Mal ganz einfach
    Gold ist in den letzten 365 Tagen in Kurs um 36,3 % gestiegen.
    Dein so geliebter MSCI World um 21,6 %
    Dafür darfst Du die Kursgewinne aber noch versteuern.
    Herzlichen Glückwunsch.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  8. Hallo @ Felix
    Wer bei Kursschwankungen nervös wird, sollte die Finger besonders von physichem Silber lassen.
    Wegen kurzfristiger Kursschwankungen Gewinne oder Verluste ausrechnen, macht keine Sinn.
    Der erste Zeitraum der interessant ist, sind die letzten 365 Tage. Denn damit werden zumindest kurzfristige Gewinne und Verluste gegengerechnet.
    Eigentlich sollte man nur ab dem Fünfjahreszeitraum auf Kursgewinne schauen.
    Wie gesagt: Bei „Physischen“.
    Kleingeister bejubeln dann die angeblichen Verluste der Anderen, sind aber offenbar nicht in der Lage, mal den 365 Tage Zeitraum zu betrachten, in dem dem Kurs bei Silber um etwa 135% (in Dollar) gestiegen ist. Besser natürlich den Fünfjahreszeitraum in dem Silber über 300 % gestiegen ist.
    Ganz langfristig hat sich der Preis von Silber seit dem Jahre 2000 etwa vervierzehnfacht.
    Ich, als langfristiger Horter, habe im Jahre 2000 hauptsächlich Gold für meine private Altersversorgung eingelagert.
    2022 habe ich dann im Zuge der Umschichtung zu Silber, 1,5 Tonnen (bei dieser Gelegenheit) gleich außerhalb Europas eingelagert.
    Es ist für die private Altersversorgung meiner Kinder und kann erst in 17 bzw. 18 Jahren von Ihnen in Besitz genommen werden. Oder früher, durch unser Behindertentestament.
    Wir haben widererwartend nun doch unsere Imbobilie in der Bergen verkauft.
    Das Angebot konnten wir einfach nicht ablehnen.
    Kommt aber gut hin, denn in 6 Monaten ist unser Penthouse fertig.
    Jetzt rate doch mal, worin das Geld von der Immobilie angelegt wird.
    Ich hoffe, die Edelmetalle bekommen nochmals einen Schub nach unten.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Silber ist schon immer Geld, genau wie Gold, und zusätzliche ein Industrierohstoff. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften ist es für die gerade laufenden Innovationen unentbehrlich. Silber sollte man vorwiegend physisch halten und in Minen investiert sein.
      Alles andere kann dazukommen, muss aber nicht. Für Trader gibt es viel interessantere Märkte, zumal auch die Trader die Manipulationen nicht einkalkulieren können. Silber ist der meistmanipulierte Markt der Welt. Wer damit dauerhaft handeln will, sollte schon ein Silberbulle sein. Und die halten es alle auch physisch.

  9. Oha….
    Jetzt ist Columbo bei der Marienerscheinug angekommen.
    Junge, Junge.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  10. Hallo @ Felix
    Ja, wer Handel betreibt…
    Ich Handel aber nicht.
    Wahrscheinlich werde ich nach nun 26 Jahren erstmalig wieder Edelmetalle zukaufen.
    Und die sind auch nicht für mich.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Ratierlich kaufen geht immer. Aber wenn es ein größerer Batzen sein soll, würde ich auch noch auf einen niedrigen Preis setzen. Oder wenigstens in mehreren Tranchen kaufen.
      Wer Gold und Silber hat, hat ja keinen Druck.
      Druck haben nur die, die glauben dass braucht man nicht mehr, und die jeden Tag sehen könnten, wie sich die etwas zusammenbraut was sie gerade anschreien sollte, sich auch mit Edelmetall abzusichern

      Aber warum nicht mal ein paar Aktien in Erwägung ziehen? Wenigstens Minengiganten wie Newmont oder Agnico?
      Dann gibt es zusätzlich Dividenden und für die Kinder ist auch mal ein Signal gesetzt, sich mit diesen Themen zu befassen.

  11. Ich denke, die Amis können die Edelmetallpreise nicht in einem bedeutenden Umfang beeinflussen.
    Natürlich wird bei Silber immer wieder versucht, eine physische Auslieferung möglichst zu verhindern und Anleger sollen ihre Bestände zum Verkauf freigeben.
    Mal sehen, wie sich das mit den Förderdefiziten und der steigenden industriellen Nachfrage in den nächsten Jahren bei Silber auf den Preis verhält.
    Und Gold war ja immer den Notenbanken ein Dorn im Auge.
    Ich habe ab 2022 mittel- und langfristig eingeplant, dass Silber wesentlich besser laufen wird als Gold.
    Im Moment sieht es jedenfalls so aus.
    Es wird aber noch eine Menge Gold benötigt, wenn der Dollar bei den Nationalbanken immer mehr durch Gold ersetzt wird.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage

Die mobile Version verlassen
Place this code at the end of your tag:
Place this code at the end of your tag:
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.