Gold

Edelmetalle bleiben hochvolatil Silber crasht erneut: 16 %-Absturz vernichtet zweitägige Erholung

Silber crasht erneut: 16 %-Absturz vernichtet zweitägige Erholung
1kg-Silberbarren. Fotograf: Akos Stiller/Bloomberg

Der Silberpreis ist am Donnerstag während des asiatischen Handels massiv eingebrochen und hat eine zweitägige Erholung abrupt beendet. Nach extremer Volatilität an den Rohstoffmärkten, einem stärkeren US-Dollar und wachsender Unsicherheit über die US-Geldpolitik geraten Silber und Gold erneut unter Druck. Auch der Goldpreis verzeichnet deutliche Verluste – Anleger suchen verzweifelt nach Orientierung in einem unsicheren Marktumfeld.

Silber stürzt über 16 % ein

Der Silberpreis ist am Donnerstag deutlich abgestürzt und hat damit eine zweitägige Erholung vollständig ausgelöscht. Wie Bloomberg berichtet, tut sich das weiße Metall nach einem historischen Markteinbruch schwer, einen tragfähigen Boden zu finden. Auch Gold geriet im Zuge der allgemeinen Marktschwäche unter Druck, zeigte sich jedoch deutlich stabiler als Silber.

Der Spotpreis für Silber brach am Donnerstag zeitweise um bis zu 16,6 % auf 73,50 Dollar ein. Zuvor hatte sich das Metall im frühen asiatischen Handel kurzzeitig wieder über die Marke von 90 US-Dollar je Unze erholt. Parallel dazu fiel der Spotpreis für Gold in einem äußerst volatilen Umfeld um bis zu 3,5 % auf 4.789 Dollar. Dieser war tags zuvor noch über die Marke von 5.000 Dollar gestiegen.

Silber und Gold brechen ein: Silberpreis stürzt 16% auf 73,5 Dollar
Silberpreis erleidet nächsten Kurssturz

„Die Stimmung scheint sich über die meisten Anlageklassen hinweg eingetrübt zu haben – einschließlich regionaler Aktienmärkte und Edelmetalle“, erklärte Christopher Wong, Stratege bei der Oversea-Chinese Banking Corp Ltd. Dies unterstreiche die fragile Marktstimmung und habe in Kombination mit geringer Liquidität eine Art Rückkopplungseffekt ausgelöst.

Im vergangenen Monat hatten Edelmetalle noch eine fulminante Rally erlebt, getragen von spekulativer Dynamik, geopolitischen Spannungen und Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Diese Aufwärtsbewegung endete jedoch abrupt zum Ende der vergangenen Woche. Silber verzeichnete am Freitag den größten Tagesverlust seiner Geschichte, während Gold den stärksten Einbruch seit 2013 hinnehmen musste.

Geldpolitik treibt die Volatilität

Die Märkte bewerten derzeit die geldpolitischen Implikationen der Nominierung von Kevin Warsh als möglichem Vorsitzenden der Fed. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, er hätte Warsh nicht nominiert, wenn dieser Zinserhöhungen befürwortet hätte. In einem Interview mit NBC News sagte Trump zudem, es bestehe „nicht viel Zweifel“, dass die Federal Reserve die Zinsen erneut senken werde – grundsätzlich ein positives Umfeld für Edelmetalle, da diese keine Zinsen abwerfen.

Dennoch dürfte die Unsicherheit anhalten. „Die Preisentwicklung wird wahrscheinlich volatil bleiben, bis mehr Klarheit über den geldpolitischen Ausblick herrscht“, schrieben Analysten der Standard Chartered Plc um Sudakshina Unnikrishnan in einer Mitteilung. Ein Teil der kurzfristigen Schwankungen sei auf Rückgaben von Positionen in börsengehandelten Produkten (ETPs) zurückzuführen. Gleichzeitig betonten sie jedoch, dass die strukturellen Treiber intakt seien und weiterhin mit einer Erholung nach oben gerechnet werde.

Aussagen von Bloomberg-Strategen: „Händler werden das mögliche Wochentief knapp oberhalb von 71 US-Dollar im Blick behalten. Noch wichtiger ist jedoch die 70-Dollar-Marke. Seit Dezember ist das Edelmetall nicht mehr in den 60-Dollar-Bereich gefallen – eine Rückkehr dorthin würde die Risikoaversion über alle Anlageklassen hinweg deutlich verschärfen.“
— Mark Cranfield, Markets-Live-Stratege bei Bloomberg.

Am späten Vormittag in Singapur fiel Silber um 12,7 % auf 76,9495 US-Dollar je Unze. Gold lag 2,1 % niedriger bei 4.859,20 US-Dollar je Unze. Auch Platin und Palladium gaben nach. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg hingegen um 0,1 %, was den Druck auf Rohstoffe zusätzlich verstärkte.

FMW/Bloomberg



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Da werden sich die Chinesen freuen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage