Der Preis für Silber schießt auf den höchsten Stand seit 2011 – getrieben von steigenden US-Prämien und einer spürbaren Angebotsverknappung auf dem Londoner Markt. Das Edelmetall profitiert dabei nicht nur von Arbitrage-Effekten zwischen den Handelsplätzen, sondern auch von einem wachsenden Interesse institutioneller Investoren. In einem Umfeld zunehmender Knappheit und robuster ETF-Zuflüsse entwickelt sich Silber derzeit dynamischer als Gold – und wird damit zum auffälligsten Edelmetall des Jahres.
Silber erreicht höchsten Stand seit 2011
Wie Bloomberg berichtet, stieg der Silberpreis am Freitag auf den höchsten Stand seit 2011, da die US-Prämien steigen und der Londoner Spotmarkt Anzeichen für eine Verknappung aufweist.
Silber stieg um 1,6 % auf 37,78 USD je Unze und damit auf den höchsten Stand seit September 2011. Die US-Silberfutures kletterten sogar noch höher, wobei die September-Kontrakte $ 38,46 je Unze erreichten. Eine derart große Preislücke ist ungewöhnlich, da sie in der Regel schnell durch Arbitrage ausgeglichen wird.
Eine Preisverschiebung zwischen den beiden wichtigsten Märkten für Silber gab es zuletzt zu Beginn des Jahres, als die Aussicht auf US-Zölle auf Silberimporte die Preise für US-Futures in die Höhe trieb. Die Arbitragemöglichkeit trieb auch die „Leases“ – die kurzfristige Ausleihe von physischem Silber – in die Höhe, da die Händler versuchten, das Edelmetall für die Verschiffung in die an die Comex gebundenen Lagerhäuser in New York zu sichern.
Die impliziten annualisierten einmonatigen Leihgebühren für Silber in London stiegen am Freitag auf etwa 4,5 % und lagen damit deutlich über dem typischen Satz von nahe Null. Höhere Leihsätze deuten auf einen angespannten Markt hin.

Silber glänzt heller als Gold
Der größte Teil des Silbers in London wird von börsengehandelten Fonds gehalten, was bedeutet, dass es nicht zum Verleih oder Kauf zur Verfügung steht. Das weiße Edelmetall wurde in letzter Zeit durch solide Zuflüsse in mit Silber unterlegte börsengehandelte Fonds gestützt, deren Bestände am Donnerstag um 1,1 Millionen Unzen stiegen, wie aus den von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.
Der Ansturm auf Silber hält an, während das sich das Angebot verknappt. Daniel Ghali von TD Securities vertrat die Ansicht, dass der durch die Zollarbitrage verursachte Abfluss von Silber die Bestände an frei verfügbarem Silber auf dem Markt kritisch niedrig gehalten hat.
„Nach unseren Schätzungen ist der Streubesitz des LBMA-Silbers jetzt so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte“, schrieb Ghali am Donnerstag in einer Mitteilung. „Die illusorische Liquidität des Silbers sagt uns, dass die Silbermärkte nur durch eine Art Druck auf den physischen Markt wieder ins Gleichgewicht kommen werden.“
Das weiße Edelmetall ist in diesem Jahr um knapp 30 % gestiegen, womit die Zuwächse, die von Gold übertrafen, das in diesem Jahr rund ein Viertel zugelegt hat. Silber hat einen doppelten Charakter, denn es wird sowohl als Finanzanlage als auch als industrieller Rohstoff geschätzt, unter anderem für saubere Energietechnologien. Das Edelmetall ist ein wichtiger Bestandteil von Solarzellen, einer zunehmend wichtigen Nachfragequelle. Vor diesem Hintergrund steuert der Markt nach Angaben der Branchengruppe Silver Institute auf ein fünftes Jahr mit einem Defizit zu.
Unterdessen lag der Spot-Goldpreis um 13:40 Uhr in London um 0,7 % höher bei $ 3.348,21 je Unze. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,1 %. Platin fiel und Palladium stieg um mehr als 2%.
FMW/Bloomberg
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Der Industrie kann auf Silber eben nicht verzichten.
…Schon von 2021 bis 2024 gab es ein Silberdefizit. Derzeit können die oberirdischen Silberbestände dieses Defizit immer noch ausgleichen. Daten des Silberinstituts zeigen, dass der Nachschub von Silber von Jahr zu Jahr zurückgeht, weil jedes Jahr weniger neues Silber auf den Markt kommt.14.04.2025…
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Schön, dass sich die vielen jugendlichen Kleinanleger, die sich ihre kleinen Silberschätze meist mühsam vom Mund bzw. Taschengeld absparen, endlich auch mal etwas freuen können. Wenn durch den Anstieg wenigstens der unsägliche MwSt-Aufschlag auf Silber ausgeglichen wird, wäre das für viele Anleger fürs Erste schon mal ein kleiner Teilerfolg.
Naja- im Zollfreilager kann schon Silber ab 5.000 Euro eingelagert werden.
Die Lagerkosten, einschließlich Versicherung betragen dann etwa 1,6 %;
also 80 Euro im Jahr.
Dafür nimmt aber der Betrag von etwa 800,00 Euro, der sonst an Mehrwertsteuer hätte bezahlt werden müssen, an dem Kapitalertrag teil.
Bei 10 % Kapitalertrag im Jahr, wären die Einlangerungskosten mit dem Kapitalertrag ausgeglichen.
Zusammengefasst: Die Einlagerung und die Versicherung ist dann kostenlos.
Wird mehr Silber eingelagert, vermindern sich die Lagerkosten, einschließlich Versicherung, bis auf
1 %.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Silber ist noch immer 30% unter dem ATH in 2011. Eine lange Durststrecke mit hohen Kosten für Einlagerung, Versicherung, Mwst. usw.. der NASDAQ hat sich im dieser Zeit mehr als verzehnfacht plus Dividenden. Silber war insofern eine ganz üble Anlage. Was jetzt passiert sieht zwar vordergründig gut, ist aber ein klitzekleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Diversifikation ist und bleibt der langfristig richtige Ansatz.
Hallo Permanix.
Gold ist die Versicherung gegen das Unbekannte, und Silber ist die Versicherung gegen das unbekannte Unbekannte.
Als ich 2000 Gold für meine Altersversorgung eingelagert habe, war auch etwa 10 % Silber dabei.
Damals kostete Silber 5 Dollar die Unze.
Eine Versicherung, die bis heute mehr als 550 % Kapitalertrag eingebracht hat.
Mir entgeht jetzt die Logik, warum Sie Silber gerade mit dem NASDAQ vergleichen.
Warum dann nicht besser den breit aufgestellten MSCI World mit Edelmetallen vergleichen, der mal gerade seit dem Jahre 2000 um etwa 200 % gestiegen ist.
Oder den DAX, der sogar einschließlich Dividenden seit dem Jahre 2000 auch mal gerade etwas mehr als 200% gestiegen ist.
Sie werden natürlich immer irgendeine Aktie finden, die besser gelaufen ist als Gold oder Silber.
Sollten aber bedenken, dass der Kapitalertrag bei Gold und Silber steuerfrei ist.
Seit 2022 hat sich der Silberpreis (in Euro) genau verdoppelt,
Über den Daumen sind das nun zusammen etwa 10 Tonnen Silber.
Alleine schon wegen der Mehrwertsteuer bietet sich da zwingend ein Zollfreilager an.
Diese Menge privat lagern und versichern, ist wohl kaum möglich.
Aber wie immer gesagt:
Nicht im Wohnland lagern oder in dem Land dessen Staatsangehörigkeit man hat und auch noch möglichst außerhalb der EU.
Ein Goldverbot für im Ausland gelagertes Gold gab es selbst 1933 in den USA nicht.
Und auch die Nazis sind nicht an das Gold der Deutschen gekommen, das in der Schweiz gelagert war.
Natürlich kann man sich mit viel Phantasie immer etwas ausdenken.
Aber ich denke, da können Aktien, Anleihen, Bankvermögen, Lebensversicherungen usw. einfacher vom Staat ganz oder teilweise enteignet werden. Zumal das Grundgesetz solche Enteignungen ausdrücklich möglich macht. Aber eben nur innerhalb von Deutschland.
Auch eine Hauszinssteuer und einen Lastenausgleich hat es schon in Deutschland in den letzten 100 Jahren gegeben; plus zwei Währungsreformen.
Übrigens dachte ich, dass Ihnen bekannt ist, dass in einem Zollfreilager Silber mehrwertsteuerfrei eingelagert werden kann. Was ja auch erst ein Zollfreilager attraktiv macht.
Alleine dadurch, dass Silber mehrwertsteuerfrei eingelagert werden kann, sind die Lager- und die Versicherungskosten mehr als abgedeckt, denn der sonst verlorene Mehrwertsteuerbetrag, kann so auch Kapitalertrag erbringen.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Helmut, Sie können labern, was sie wollen, Silber hat in den letzten 15 Jahren unter hohen Unkosten sehr schlecht performed.
„Gold ist die Versicherung gegen das Unbekannte, und Silber ist die Versicherung gegen das unbekannte Unbekannte.“
@Helmut, Du scheinst an starkem Verfolgungswahn zu leiden.
Wer 2011 in Bitcoin investiert hätte, statt in Silber, dürfte heute im Schnitt ungefähr 433’000 Mal höheres Kapital besitzen – eine wirklich beeindruckende Überperformance!
Permanix
Sie machen sich lächerlich, wenn Sie immer die Anlage herauspicken, die sehr gut gelaufen sind und dann mit Gold vergleichen.
Und dann das nächste Wort „hätte“ ist.
Realistischer wäre, wenn Sie Gold mit sehr breit gestreuten Anlageformen vergleichen, wo ja immer zu geraten wird.
Z. B. den MSCI World, den DAX 40 oder DAX 50- oder Immobilien.
Für mich ist wichtig, dass ich als Rentner mit keinem Finanzamt der Welt noch etwas zu tun habe, außer die Angaben zur Rentenhöhe, und daher müssen eben die Kapitalerträge steuerfrei sein.
Dann ist für mich wichtig, dass ich in eine Wertanlage investiert habe, die schon tausende von Jahren wertbeständig war und nicht einfach (wie auch Aktien) von der Regierung meines Wohnlandes enteignet werde können, und ich alles außerhalb Europas lagern kann.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
@Helmut, lächerlich machen Sie sich, wenn Sie Gold mit nicht investierten Währungen vergleichen, praktisch mit Geld was unter der Matratze dumm rumliegt, was doch völlig unrealistsich ist. Und ausserdem kann doch jeder hier vergleichen was er will, so auch Sie, der Obervergleicher zwischen Deutschland und Spanien, wobei Spanien stets den Kürzeren zieht. Was Sie als Rentner so den ganzen Tag treiben interessiert hier im Übrigen keinen Menschen. Ebenso wenig Ihre panische Angst vor der Zukunft und die niemals zutreffende Schwarzmalerei.
„…und nicht einfach (wie auch Aktien) von der Regierung meines Wohnlandes enteignet werde können, und ich alles außerhalb Europas lagern kann…“
Wer sagt denn, dass „außerhalb Europas“ Vermögen nicht enteignet werden kann?
„Außerhalb Europas“ bedeutet noch lange keine Rechtssicherheit.
Es ist nur eine subjektive Annahme, dass Vermögen dort sicher ist.
Schon gar nicht anonymes, physisches Gold „außerhalb“ des eigenen, direkten Einflussbereiches. Anonym bedeutet schließlich auch: Wenn es weg ist, kann niemand mehr nachweisen, dass es da war😎.
Ich glaube, einige Fans des „Physischen“ unterschätzen ihr ständig erwartetes „unbekannte Unbekannte“. Unbekannt ist dann, wo das „außerhalb“ gelagerte Edelmetall geblieben ist🤭.
Ich habe nun tatsächlich nicht damit gerechnet, dass Silber im Kapitalertrag in diesem Jahr Gold überrundet.
Am Ende des Jahres wissen wir noch mehr.
Ich rechne eher damit, dass die richtige Preisexpluson bei Silber erst in einigen Jahren erfolgt.
Denn die verbrauchende Industrie muss Silber kaufen.
Ob die 3 Unzen, für ein Elektroauto 100 Euro kosten oder 1.000 Euro, ist egal, es wird benötigt.
Es gibt keinen Ersatz.
Viele Grüße aus Helmut
Die Verknappung hat vermutlich kaum einer auf dem Schirm, sonst wäre der Preis schon höher. Schätze der Frust der letzten Jahre hält auch viele Investoren fern, noch!
Rohstoffe sind eben keine Aktien.
Alleine Photovoltaik und E-Autos haben die Realitäten in der Welt verändert.
Spannend wird auch sein, wie sich die Zentralbanken zu Silber positionieren werden.